Roberto Benigni
Steven Wright
Joie Susannah Lee
Regie: Jim Jarmusch
Verleih: Pandora
Ein nervöser Roberto Benigni trinkt Kaffe im Akkord, während Steve Buscemi seinen Theorien über Elvis freien Lauf lässt. Cate Blanchett zieht sich vor dem Presserummel in die Hotel-Lounge zurück, wo ihre Cousine vom Land auf sie lauert (auch Blanchett). Jack White von den White Stripes stellt Meg White seine neue Innovation vor. Zwei Gangster in Little Italy (Joseph Rigano und Vinny Vella, die Mafiosi aus "Ghost Dog") lassen die Gedanken um das Leben kreisen. Derweil leidet Iggy Pop unter dem Unverständnis eines gewissen Tom Waits, und ein Kellner namens Bill Murray serviert dem Wu Tang Clan frischen Kaffee.
Bekannte Filmschauspieler und Musikanten spielen sich zumeist selbst in elf Geschichten ums Rauchen und Kaffetrinken. Der unabhängige New Yorker Regiestar Jim Jarmusch inszenierte und editierte die Episoden über den Zeitraum von fast zwanzig Jahren.
Ganz schön kultig, wie Jim Jarmusch eine Lanze für die Lust am Laster bricht.
Mit "political correctness" hatte Jim Jarmusch noch nie besonders viel am Hut.
Deshalb dürfen hier zu jeder Tages- und Nachtzeit Kaffee getrunken und Zigaretten gepafft werden, dass die Bude nur so qualmt - obgleich der Glimmstängel in USA mehr verteufelt wird als eine geladene Knarre. Dabei ergeben sich herrlich skurrile Gespräche zwischen mehr oder minder bekannten Zeitgenossen.
In elf total verrückten, teils neuen, teils älteren Sketchen philosophieren die Anhänger des blauen Dunstes und schwarzen Gesöffs über Gott und die Welt, die Lust an der Sucht und die Last des Lebens.
Köstlich, die Stars, die sich hier ein Stelldichein geben - u.a. in einer Doppelrolle Cate Blanchett als keifende Karriere-Frau und jammernde Proll-Tante, Roberto Benigni, der sich ohne Unterlass Espressi reinzieht oder Bill Murray, der als Kellner an der Kaffeekanne hängt wie andere an der Nadel.
Fragen Sie lieber nicht ihren Arzt oder Apotheker!
| Darsteller: | Roberto Benigni | ||
|---|---|---|---|
| Steven Wright | |||
| Joie Susannah Lee | |||
| Cinqué Lee | |||
| Steve Buscemi | |||
| Iggy Pop | |||
| Tom Waits | |||
| Joseph Rigano | |||
| Vinny Vella Sr. | |||
| Vinny Vella | |||
| Renée French | |||
| E.J. Rodriguez | |||
| Alex Descas | |||
| Isaach De Bankolé | |||
| Cate Blanchett | |||
| Jack White | |||
| Meg White | |||
| Alfred Molina | |||
| Steve Coogan | |||
| Genius/GZA | |||
| RZA | |||
| Bill Murray | |||
| William Rice | |||
| Taylor Mead | |||
| Regie: | Jim Jarmusch | ||
| Drehbuch: | Jim Jarmusch | ||
| Produzent: | Joana Vicente | ||
| Jason Kliot | |||
| Koproduzent: | Stacy Smith | ||
| Gretchen McGowan | |||
| Kamera: | Frederick Elmes | ||
| Ellen Kuras | |||
| Robby Müller | |||
| Tom DiCillo | |||
| Schnitt: | Jay Rabinowitz | ||
| Melody London | |||
| Terry Katz | |||
| Jim Jarmusch | |||
| Produktionsdesign: | Mark Friedberg | ||
| Tom Jarmusch | |||
| Dan Bishop | |||
Nicht anpassen, lautet Jim Jarmuschs Erfolgsrezept seit 25 Jahren. Der Regisseur bleibt sich weiterhin treu und ernährt sich zur Not von trockenem Brot.
» Können Sie sich noch an Ihre ersten Filme erinnern?
JIM JARMUSCH: Ich bin in Akron, Ohio, aufgewachsen. Nicht gerade der Nabel der Kinowelt. Dort verschlang ich Filme wie "Blob" oder "Die Attacke der Riesen-Krabbenmonster". Erst als ich mit 17 in New York landete, stellte ich fest: "Wow, es gibt auch etwas anderes als Monster auf der Leinwand!"
Und in Paris saß ich Tag und Nacht in der Cinemathèque und konnte mich nicht satt sehen an französischen, italienischen und amerikanischen Klassikern.
» Wie haben Sie Bill Murray kennen gelernt?
Vor Urzeiten sprach Bill mich mitten in New York auf der Straße an und fragte, ob wir nicht eine Kaffee zusammen trinken wollten. Er spielte in einer Episode von "Coffee and Cigarettes" mit und ging mir nicht aus dem Kopf. Ich wollte unbedingt wieder mit ihm drehen.
Als ich ihm den alternden Don Juan in "Broken Flowers" vorschlug, sagte er "Warum nicht?". Wir haben dann in den Drehpausen wahnsinnig Spaß gehabt und mussten uns immer am Riemen reißen, wenn die Kamera lief.
In "Broken Flowers" wird Don durch einen anonymen Brief von seiner Vergangenheit eingeholt (Foto: Tobis)
» Ihr Held wird mit der Vergangenheit konfrontiert. Schauen Sie auch manchmal zurück?
Nie. Wenn ein Film fertig ist, schleiche ich mich in eine Publikumsvorstellung und sehe ihn dann nie wieder an. Fehler kann ich nicht ausbügeln, ich blicke lieber nach vorne.
» Seit Ihrem ersten Film 1980 sind Sie sich als Independent treu geblieben. Wie schaffen Sie das?
Ich kann nicht aus meiner Haut heraus, mache keine Kompromisse und schon gar keine Filme für irgendwelche Geldgeber. Seit ich 25 bin, drehe ich die Geschichten, die mir gefallen, und fahre gut damit. Ich weiß aber auch, wie es ist, sich im Land der Kreditkarten mit ein paar Dollar durchzuschlagen. Lieber esse ich trockenes Brot, statt zu Kreuze zu kriechen.
» Mit welchem Trick kriegen Sie Schauspieler von Johnny Depp über Sharon Stone bis Bill Murray?
Ich muss nicht den Charmeur mimen, um sie zu überzeugen. Schauspieler wie Johnny Depp und Sharon Stone verfügen über Instinkt, sie wissen, wer sie liebt. Dann sind sie bei der Sache, sogar bei einem Kontrollfreak wie mir.
» Was hält Sie in New York?
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