Drama http://images.kino.de/flbilder/max04/auto04/auto20/04200012/b150x150.jpg Clean

Filmdetails

Clean


Clean

Drama

Frankreich/Großbritannien/Kanada 2004

Maggie Cheung
Nick Nolte
Béatrice Dalle

Regie: Olivier Assayas

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau


Kritik

Clean

Sich mit jedem Film neu zu erfinden, zugleich unverkennbar seine eigene Handschrift weiter zu entwickeln, zeichnet den derzeit vielleicht besten europäischen Regisseur aus. Nachdem Olivier Assayas 2002 mit seinem Wettbewerbsbeitrag "Demonlover" in Cannes für Verwirrung sorgte, präsentierte er nun einmal mehr modernstes Autorenkino, das aber sehr viel linearer, zugänglicher und berührender inszeniert ist als der Vorgänger. Was geblieben ist, ist Assayas Weltoffenheit, sein visuelles Talent und eine ungewöhnliche Frauenfigur. Diese hat Assayas erneut seiner Lebensgefährtin Maggie Cheung auf den Leib geschrieben, die bereits unter seiner Regie in "Irma Vep" agierte.

Was auch Assayas' elften Film auszeichnet, sind daneben die gespaltenen Kritikermeinungen bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes: Maggie Cheungs Leistung wurde hier von fehlbesetzt bis außerordentlich beurteilt, letztlich gab's für die Schauspielerin eine Palme - für eine Performance, die laut Jurybegründung den Film von Anfang bis Ende bestimmt und der Handlung ein Gesicht verleiht. Was zweifellos stimmt: "Clean" ist ein komplexes Drama, das gänzlich auf Cheungs Emily fokussiert ist, die nach dem Drogentod ihres Mannes, einem Rockstar auf dem Tiefpunkt seiner Karriere, den Weg zurück ins Leben sucht. Sie will ihren Sohn Jay (James Dennis) zurückgewinnen, der bei den Großeltern Albrecht (Nick Nolte) und Rosemary (Martha Henry) in Vancouver aufwächst. Musikpresse, Familie und Freunde sind überzeugt, dass Emily an Lees Tod die Schuld trägt, was sich zu bestätigen scheint, da sie wegen Heroinbesitzes zunächst für sechs Monate ins Gefängnis wandert. Nach ihrer Freilassung überzeugt Albrecht sie von einer weiteren Trennung von Jay, solange sie nicht "clean" ist. Emily zieht von Kanada zurück nach Paris, nimmt einen Job als Kellnerin an, bezieht ein Zimmer im Haus ihrer Freundin Elena (Beatrice Dalle), versucht, an ihre Karriere als erste VJ im französischen Kabelfernsehen anzuknüpfen. Im Musikgeschäft ist sie wenig willkommen, ihre Ex-Chefin und -Freundin mit ihrer neuen Beziehung beschäftigt, ein Demotape ihrer Songs, die sie im Gefängnis aufgenommen hat, weckt wenig Interesse. Hoffnung schimmert erst, als Rosemary unheilbar erkrankt und Albrecht mit Emily Kontakt aufnimmt, um ein Treffen von Mutter und Sohn zu ermöglichen.

Albrecht wird als Stimme der Vernunft zum Vehikel, das Emilys Verzweiflung, ihrem sehnlichsten Wunsch nach ihrem Sohn, Linderung verspricht. Nick Nolte agiert in seiner Rolle mit angenehmer Zurückhaltung, seine Figur hält letztlich das Skript wie Emilys Leben zusammen. Während er die Last von Verlust und Trauer auf seinen Schultern trägt, sucht sie in ihrem synthetischen Leben weiter nach synthetischen Schmerzkillern. Die Erkenntnis, dass die Lösung darin bestehen muss, genau darauf zu verzichten, wird von den Zweifeln an ihren Fähigkeiten als Mutter immer wieder verdrängt und kann nicht mit dem Rückzug aus ihrer gewohnten Welt einhergehen. Für Assayas ist diese Welt eine egozentrische Szene ohne dauerhafte Bindungen und Emotionen. Seine scharfen Beobachtungen sind bisweilen bissig, stets unprätentiös und glaubwürdig. Er betrachtet alles mit einer Armlänge Abstand, was weniger den Vorwurf der Kälte verdient, als die Feststellung, dass sich genau auf diese Weise Emilys Verhältnis zu ihrer Umgebung, den Vorbehalten und dem Misstrauen, das ihr selbst entgegen gebracht wird, Ausdruck verleihen lässt. Mit einem Soundtrack aus reichlich Brian Eno und der ständig beweglichen Kamera von Eric Gautier ("Motorcycle Diaries"), fließen Assayas' Bilder und Emilys Gefühlswelt ineinander. Unstet, zwischen Kanada, Paris und London genauso pendelnd wie zwischen den Sprachen, deren gemeinsamer Nenner die Musik ist, findet Emily ihren Halt nicht an einem Ort, sondern in einer Szene, die allerortens gleich ist. "Clean" ist Metropolenkino, bisweilen so flirrend wie "Chungking Express", aber stets so nüchtern und realistisch, wie ein erwachsener Film sein muss. Moderner, näher am Leben als ein Film von Olivier Assayas kann europäisches Kino auch in diesem Fall und zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht sein. cm.

Clean

Darsteller:  Maggie Cheung   als Emily Wang
  Nick Nolte   als Albrecht Hauser
  Béatrice Dalle   als Elena
  Jeanne Balibar   als Irene Paolini
  Don McKellar   als Vernon
  Martha Henry   als Rosemary Hauser
  James Johnston   als Lee Hauser
  James Dennis   als Jay
  Rémi Martin   als Jean-Pierre
  Laetitia Spigarelli   als Sandrine
  Tricky   als Tricky
  Liz Densmore   als Liz Densmore
  David Roback   als David Roback
  Emily Haines   als Emily Haines
  David Salsedo   als Jeff
  Mary Moulds   als Frau
  Joana Preiss   als Aline
 
Regie:  Olivier Assayas  
Drehbuch:  Olivier Assayas  
Produzent:  Edouard Weil  
  Xavier Giannoli  
  Xavier Marchand  
  Niv Fichman  
Kamera:  Eric Gautier  
Schnitt:  Luc Barnier  
Musik:  David Roback  
  Tricky  
  Brian Eno  
Produktionsdesign:  François-Renaud Labarthe  
  Bill Fleming  
Kostüme:  Anaïs Romand  
Ton:  Guillaume Sciama  
  Herwig Gayer  
  Bill Flynn  
  Daniel Sobrino  
Casting:  Antoinette Boulat  
  Shaheen Baig  
  John Buchan  
  Millie Tom  

Star

Maggie Cheung

* 20.09.1964

Star

Nick Nolte

Wie der französische Rebell Gérard Depardieu, von dem er einmal in Cannes unter den Tisch getrunken wurde, hat Nick Nolte (geb. 1941) eine bewegte...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.