Originaltitel: City Slickers
USA 1991
Billy Crystal
Daniel Stern
Bruno Kirby
Regie: Ron Underwood
Verleih: Jugendfilm
Zum 38. Geburtstag und bisherigen Höhepunkt seiner Midlife Crisis wird der Großstädter Mitch von seinen zwei besten Freunden zu einem archaischen Urlaubsabenteuer eingeladen: Wie echte Cowboys sollen sie eine Herde Rinder nach Colorado treiben. Wenig begeistert und mit Schwielen am Hintern macht Mitch mit. Als der hartgesottene Vormann Curly unerwartet dahinscheidet, ist die Obhut der Rinder den Greenhorns aus der Großstadt überlassen. Zu dritt zeigen sie, was in ihnen steckt. Als bei einem Unwetter das Kalb Norman, dem Mitch zur Geburt verholfen hat, in einem reißenden Fluß zu ertrinken droht, rettet Mitch ihm das Leben. Mit neuem Lebensmut kehrt Mitch zurück zu seiner Familie.

Ron Underwood ist nach "Tremors" mit einer herrlichen Neuzeit-Western-Komödie erneut ein großer Wurf gelungen. Vor allem der famose Billy Crystal ("Harry und Sally") macht mit seinem scharf gewetzten Schandmaul an Treffsicherheit jedem Revolverhelden Konkurrenz. Von "Oscar"-Gewinner Dean Semler ("Der mit dem Wolf tanzt") prächtig fotografiert, läßt das Trio Crystal, Bruno Kirby ("Freshman") und Daniel Stern ("Kevin - Allein zu Haus") eine Stampede vor Humor sprühender Bonmots losbrechen. Jack Palances Auftritt als Marlboro-Übermensch ist ein weiterer Höhepunkt in dem gewitzten Gagfeuerwerk.
| Darsteller: | Billy Crystal | als Mitch Robbins | |
|---|---|---|---|
| Daniel Stern | als Phil Berquist | ||
| Bruno Kirby | als Ed Furillo | ||
| Patricia Wettig | als Barbara Robbins | ||
| Helen Slater | als Bonnie Rayburn | ||
| Jack Palance | als Curly Washburn | ||
| Noble Willingham | als Clay Stone | ||
| Tracey Walter | als Cookie | ||
| Josh Mostel | als Barry Shalowitz | ||
| David Paymer | als Ira Shalowitz | ||
| Bill Henderson | als Dr. Ben Jessup | ||
| Jeffrey Tambor | als Lou | ||
| Phill Lewis | als Dr. Steven Jessup | ||
| Kyle Secor | als Jeff | ||
| Dean Hallo | als T.R. | ||
| Karla Tamburrelli | als Arlene Berquist | ||
| Yeardley Smith | als Nancy | ||
| Robert Costanzo | als Sal | ||
| Walker Brandt | als Kim Furillo | ||
| Molly McClure | als Millie Stone | ||
| Jake Gyllenhaal | als Danny Robbins | ||
| Jayne Meadows | als Mitch' Mutter | ||
| Alan Charof | als Mitch' Vater | ||
| Regie: | Ron Underwood | ||
| Drehbuch: | Lowell Ganz | ||
| Babaloo Mandel | |||
| Produzent: | Billy Crystal | ||
| Irby Smith | |||
| Kamera: | Dean Semler | ||
| Schnitt: | O. Nicholas Brown | ||
| Musik: | Marc Shaiman | ||
| Produktionsdesign: | Lawrence G. Paull | ||
| Kostüme: | Judy L. Ruskin | ||
| Ton: | Robert Eber | ||
| Casting: | Pam Dixon | ||
Mal räumt oberflächliches Popcorn-Kino reihenweise Goldjungs ab, mal werden unausgegorene Nischenfilme mit Oscars bedacht.
Keine Frage, die Entscheidungen der Academy haben bei Kinofreunden schon oft für Stirnrunzeln und Kopfschütteln gesorgt. Über die nach Fanmeinung krassesten Fehlentscheidungen hat nun eine amerikanische Internetseite abstimmen lassen - und die Ergebnisse sind zum Teil verblüffend.
Dass Gwyneth Paltrow die Liste der zu Unrecht Geehrten anführt, leuchtet noch ein. Sie gewann einen Oscar als beste Hauptdarstellerin für "Shakespeare in Love", ein belangloses, pseudo-historisches Gefühlsgedusel um die Romanze zwischen dem großen englischen Dichter und der schönen Viola (Paltrow). Außer in wallenden Gewändern hübsch auszusehen und ab und zu einen Schmollmund zu ziehen, hatte Gwyneth wenig geleistet. Ihre legendäre Tränensintflut bei der hochpeinlichen Dankesrede dürfte sie bei den Fans kaum beliebter gemacht haben.
Über die Fähigkeiten von Halle Berry, die Zweiplatzierte der Anti-Liste, kann man geteilter Meinung sein. In ihrem Oscar-Film "Monster's Ball" war sie als Witwe, die sich in den Henker ihres hingerichteten Mannes verliebt, zumindest guter Durchschnitt. Doch der anschließende Megaflop "Catwoman" hat sie zur Lachnummer gemacht, zudem heulte sie auf der Oscar-Bühne ebenfalls hemmungslos.
Unverständlich ist allerdings, dass auch Helen Hunt für "Besser geht's nicht" und Nicole Kidman für "The Hours" abgestraft wurden. Wie Hunt mit ironischem Charme das Super-Ekel Jack Nicholson umgarnte, war absolut reizvoll und Kidman verkörperte die große Literatin Virginia Woolf sehr überzeugend.
Hunts Partner Nicholson findet sich übrigens für "Besser geht's nicht" auf der Liste der unverdienten männlichen Oscar-Gewinner - ebenso wie Russell Crowe in der Rolle des tragischen Mathe-Genies John Nash im ergreifenden Drama "A Beautiful Mind". Unangefochten Platz eins bei den Männern belegt dabei völlig zurecht Jack Palance: Warum der Veteran für seine Rolle als kauziger Viehtreiber im unsäglichen Klamauk "City Slickers" 1992 einen Goldjungen verdient haben soll, weiß wirklich nur die Academy selbst.
Da die Geschmäcker nun mal verschieden sind, wird sicher auch bei der diesjährigen Oscar-Verleihung in der Nacht zum Montag über manche Jury-Entscheidung die Nase gerümpft werden.
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