Vom japanischen Walt Disney Miyazaki fabelhaft und familiengerecht animierte, märchenhafte Reise eines kleinen Mädchens in die heimische Götterwelt. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz20/z0320500/b150x150.jpg Chihiros Reise ins Zauberland

Filmdetails

Chihiros Reise ins Zauberland

Vom japanischen Walt Disney Miyazaki fabelhaft und familiengerecht animierte, märchenhafte Reise eines kleinen Mädchens in die heimische Götterwelt.


Chihiros Reise ins Zauberland
Start: 19.06.2003

Originaltitel: Spirited Away

Zeichentrick / Fantasy

Japan 2001
Laufzeit: 125 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Regie: Hayao Miyazaki
Verleih: Universum (Constantin)

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(5 Sterne bei 1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Chihiro und ihre Familie sind auf dem Weg ins neue Haus, als Vater sich unter Missachtung aller Warnungen für eine Abkürzung entscheidet. Als sich die Eltern in einem seltsam leeren Restaurant am Wegesrand stärken, wittert Chihiro Gefahr und nimmt Abstand. Tatsächlich verwandeln sich ihre Eltern kurz darauf in Schweine. Chihiro, nun auf sich allein gestellt, macht auf der Suche nach Hilfe die Bekanntschaft allerhand seltsamer Götter und Geister.

Hayao Miyazaki, seit den 60ern gut beschäftigter "Disney Asiens" und Schöpfer von mystischen Fantasy-Ereignissen wie "Prinzessin Mononoke", spielte mit diesem vergleichsweise gewaltfreien Märchenfilm nicht nur 230 Mio. Dollar in seiner Heimat ein, sondern gewann auch den Goldenen Bären auf der Berlinale 2002.


Kritik

Mit seinem Oscar-gekrönten Zeichentrick-Abenteuer setzt der japanische Ausnahme-Könner Hayao Miyazaki einen weiteren Meilenstein im Animé-Genre.

Großansicht Der nette Haku gibt Chihiro wertvolle Tipps fürs Geisterreich

Der nette Haku gibt Chihiro wertvolle Tipps fürs Geisterreich

Preise ohne Ende hagelte es für dieses fantasievolle Animé aus dem fernen Japan, dessen Schöpfer Hayao Miyazaki gerne mit Walt Disney verglichen wird. "Chihiros Reise ins Zauberland" gewann nicht nur den Goldenen Bären der letztjährigen Berlinale, sondern auch den Oscar für den besten Animationsfilm 2003.

Das farbenprächtige, ideenreiche und tricktechnisch bestechende Werk erzählt die fesselnde Geschichte der kleinen Chihiro, die mit ihren Eltern im Auto auf dem Weg von Tokio in ihr neues Zuhause in einem Vorort ist.

Auf dieser Fahrt gelangen sie zu einem geheimnisvollen Tunnel, der die drei in einen gigantischen, aber menschenleeren Vergnügungspark führt. Dort stürzen sich die Eltern auf ein reichhaltiges Büffet voller Köstlichkeiten und werden prompt in Schweine verwandelt.

Großansicht Chihiro bei Yubabas Zwillingsschwester Zeniba

Chihiro bei Yubabas Zwillingsschwester Zeniba

Auf sich allein gestellt irrt Chihiro hilflos umher, bis sie in dem freundlichen Jungen Haku einen Verbündeten findet und sie sich mutig der Geisterwelt der mächtigen Hexe Yubaba stellt, die ein Badehaus für Götter betreibt. Chihiro erlebt viele Abenteuer und versucht verzweifelt, den Zauber, mit dem ihre Eltern belegt wurden, rückgängig zu machen...

Mit seiner Variante von "Alice im Wunderland" hat Regisseur Mayazaki unzählige japanische Mythen und Märchen verarbeitet und in faszinierenden Bildern zum Leben erweckt. Ein bezauberndes Animé, das allein in Japan über 21 Millionen Menschen begeisterte, und dem sich auch hierzulande weder kleine noch große Zeichentrickfans entziehen können.

Chihiros Reise ins Zauberland

Sprecher:  Rumo Hiragi   als Chihiro/Sen
  Miyu Irino   als Haku
  Mari Natsuki   als Yubaba/Zeniba
  Yasuko Sawaguchi   als Chihiro's Mother
  Tatsuya Gashuin   als Aogaeru
  Ryunosuke Kamiki   als Boh, the Baby
  Yo Oizumi   als Bandai-gaeru
  Yumi Tamai   als Lin
  Koba Hayashi   als Kawa no Kami
  Tsunehiko Kamijô   als Chichiyaku
 
Regie:  Hayao Miyazaki  
Drehbuch:  Hayao Miyazaki  
Produzent:  Toshio Suzuki  
Ausf. Produzent:  Yasuyoshi Tokuma  
Schnitt:  Takeshi Seyama  
Musik:  Joe Hisaishi  
Produktionsdesign:  Yoji Takeshige  
  Norobu Yoshida  
Animation:  Masashi Ando  
  Kitaro Kosaka  
  Megumi Kagawa  
  Mitsunori Kataama  
Ton:  Kazuhiro Hayashi  
  Shuji Inoue  

Der Siegeszug des Animé

Längst passé sind die Zeiten, als der japanische Zeichentrickfilm lediglich mit großäugigen Kinderfiguren und stocksteifen Hintergründen assoziiert wurde. Ausgefallene Bilder und innovative Ideen haben den Animés auch im Westen zum Erfolg verholfen.

Großansicht Oscarprämiert: Chihiros Reise ins Zauberland (Foto: Universum (Constantin) )

Oscarprämiert: Chihiros Reise ins Zauberland (Foto: Universum (Constantin) )

Animés sind auch in unseren Gefilden schon lange keine unbekannte Größe mehr. Insbesondere die auf ein vorwiegend jugendliches Publikum zugeschnittenen Erfolgsserien vom Schlage eines "Pokémon" oder "Dragonball Z" haben in den letzten zehn Jahren einen Siegeszug in deutschen Wohnzimmern angetreten.

Vergleichsweise zahme Zeichentrickkost für die Kleinen erfreut sich morgens nach wie vor höchster Beliebtheit, während sich nachmittags zur Freude der etwas größeren Kinder immer mehr Actionserien aus dem Land der aufgehenden Sonne tummeln.

Großansicht Hit für Kids: Pokémon (Foto: Warner)

Hit für Kids: Pokémon (Foto: Warner)

Schlüpfrige Kost

In den Abendstunden bieten Musiksender den etwas älteren Anhängern der japanischen Kost in Serien wie "Aika" diverse Blicke unter viel zu knapp ausfallende Schuluniformröckchen. Daneben senden manche Kanäle zu fortgeschrittener Uhrzeit immer wieder Spielfilme und klassische Serien.

Von Eltern und Pädagogen oft misstrauisch beäugt, können sich Animés dank zahlreicher hochklassiger Werke jedoch auch hierzulande langsam aus der Kinder- und Schmuddelecke befreien.

Großansicht Auch bei älteren Semestern Kult: Dragonball Z (Foto: Splendid (Rekord-Film) )

Auch bei älteren Semestern Kult: Dragonball Z (Foto: Splendid (Rekord-Film) )

"Verrückter" Ursprung

In Japan haftet dem Zeichentrickfilm traditionell kein Kinderimage an, basiert er doch auf einem förmlich als Kunstform wahrgenommenen Medium: Dem Manga. Übersetzt man die beiden Silben "man" und "ga" wörtlich, so lautet die Bezeichnung "verrückte Bilder". Ungeachtet dessen kann die asiatische Form des "Comics" auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Vor über hundert Jahren verlieh der japanische Tuschekünstler Hokusai Katsuhika einem seiner Skizzenbücher den Titel "Manga" und schuf damit den der Cartoons der Zukunft.

Großansicht Asiatisch gestylte Vorgeschichte eines westlichen Kulthits: "Animatrix" (Foto: Warner)

Asiatisch gestylte Vorgeschichte eines westlichen Kulthits: "Animatrix" (Foto: Warner)

Vom Manga zum Animé

Wachsender westliche Einfluss ab Mitte des 19. Jahrhunderts machte Comics auch in Japan populär. Während in deutschen Breiten die amerikanische Comic-Kultur auf geballtes Misstrauen stieß, fiel der Comic/Manga in Japan auf fruchtbaren Kulturboden.

Mittlerweile ist Japan der größte Comicmarkt der Welt. Statistisch gesehen kauft jeder Japaner pro Monat zwei Mangas. Und wenn in Tokio die Comicbörse ansteht, muss das Militär den Andrang regeln.

Ähnlich eindrucksvoll gestaltete sich die Entwicklung bei den filmischen Umsetzungen der Mangas in Form des Zeichentricks. Diese Werke nennt man in Japan "Animé", in lautmalerischer Anlehnung an das britische "Animation".

Großansicht Exportschlager: Heidi (Foto: Tivola)

Exportschlager: Heidi (Foto: Tivola)

Aufstrebendes Genre

1958 setzte der Manga-Pionier Osamu Tezuka mit seiner Verfilmung des eigenen Comicklassikers "Eisenfaust Atom" Maßstäbe für kommende Produktionen. 1974 gelang Hayao Miyazaki mit dem Exportmodell "Heidi" der ganz große Wurf. In den 80er und 90er Jahren schuf er insgesamt sieben erfolgreiche Kinofilme.

Bedauerlicherweise sind davon erst die Fantasyliebesgeschichte "Prinzessin Mononoke" und der x-fach preisgekrönte "Chihiros Reise ins Zauberland" in Deutschland erschienen.

Großansicht Begeisterte auch westliches Publikum: "Prinzessin Mononoke" (Foto: Buena Vista)

Begeisterte auch westliches Publikum: "Prinzessin Mononoke" (Foto: Buena Vista)

Weltweiter Siegeszug

Sein wilder Enkel hatte es in unseren Breiten da leichter: 1982 brach Katsuhiro Otomo mit der Serie "Akira" sowohl als Comic wie auch als Zeichentrickfilm alle Rekorde und fand auch hierzulande zahlreiche Anhänger. Darauf folgte unter dem Titel "Robotic Angel" seine Animé-Adaption von Fritz Langs "Metropolis". Sein neuestes Werk, "Steamboy", besitzt das Potenzial, Myazakis "Chihiro" in der Gunst des internationalen Festivalvolks abzulösen.

Mittlerweile schicken sich Animés sogar an, die Tempel des Hollywoodkommerzes zu überrennen: Seit Hayao Miyazakis "Prinzessin Mononoke" beim Heimspiel die "Titanic" ein zweites Mal versenkte, weiß Disney, wo der Feind wohnt. Und seit "Chihiros Reise ins Zauberland" von demselben Herren nacheinander Oscar und Goldenen Bären gewann, ist Animé das Kinderimage wohl endgültig los.

Großansicht Auf ein mögliches Wiedersehen in einer Fortsetzung von "Chihiros Reise ins Zauberland"? (Foto: Universum (Constantin) )

Auf ein mögliches Wiedersehen in einer Fortsetzung von "Chihiros Reise ins Zauberland"? (Foto: Universum (Constantin) )

Rosige Zukunftsaussichten

Mit dem Erfolg schließt sich auch der Kreis, den flankiert wird der Boom des Filmmarkts von einer Flut von Veröffentlichungen auf dem Comicsektor. Die ganze Palette ist im Angebot: vom stilecht in japanischer Leserichtung (also von hinten nach vorne) gehaltenen "Dragonball" über den unlängst von Tarantino für "Kill Bill 2" bemühten "Lone Wolf" alias "Shogun Assassin" bis zum Kuschelsaurus "Gon" und seiner wortlosen Destruktionskomik.

Gespannt darf man indes sein, welche Folgen der Computer und die Fortentwicklung der Animationstechniken im japanischen Zeichentrickfilm hinterlassen werden. In Hollywood ist die Abenddämmerung des zweidimensionalen Trickfilms schon im Gange, und Japan gehörte noch nie zu jenen Nationen, die sich technischen Neuerungen lang verschließen. Die Technik mutiert in Jahresfrist. Animé steht mittendrin und dürfte evolutionäre Veränderungen erfahren, die kaum abzusehen sind. Nur eins dürfte gewiss sein: Die Schulmädchenröcke werden kurz bleiben.

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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