Regie: John Lasseter
Verleih: Buena Vista
Ausgerechnet jetzt, da er als Newcomer die etablierten Stars am Rande der Niederlage hat und nur noch ein Entscheidungsrennen aussteht, verfährt sich der etwas egomanische, aber sympathische Rennwagen Lightning McQueen (Stimme von Daniel Brühl) in der Wüste. Er landet in dem abgelegenen Hinterwaldnest Rasiator Springs, wo die Uhren eher wie in den 50ern gehen und man den ungestümen Raser nach Kollateralschäden ein paar Lektionen erteilt.
Rauschhafte Optik und Autos mit doch recht menschlichen Problemen im neuen, nunmehr siebten Animationsfeuerwerk aus der Pixar-Schmiede ("The Incredibles", "Toy Story"). Pixar-Chef Lasseter inszenierte persönlich, viele Stars drängelten sich hierzulande wie auch jenseits des Atlantiks zum Synchronisieren.
Noch nie war der Ansturm der Computeranimationsfilme so groß wie in diesem Jahr. Doch mit "Cars" behauptet das Pixar-Studio souverän seine Poleposition im Genre - ein grandioses Comeback für Trick-Genie John Lasseter ("Toy Story").
Hollywood kennt viele Superlative, aber kaum eine Erfolgsgeschichte ist so verblüffend wie die von Pixar. Seit 20 Jahren produziert das Animationsstudio einen Hit der Familienunterhaltung nach dem anderen - von "Toy Story" über "Findet Nemo" bis zu "Die Unglaublichen". Und auch die neueste digitale Komödie aus dem Trickhaus sorgt wieder für Rekorde. In den USA ist "Cars" trotz harter Konkurrenz der erfolgreichste Animationsfilm des Jahres.
Denn während die Wettbewerber noch plappernde Tiere ins Rennen schicken, liegt Pixar um viele Pferdestärken vorn: Noch kein Studio wagte Autos als Helden zu präsentieren, und Regisseur John Lasseter, der wohl größte Animationsguru seit Walt Disney, und sein Team meistern diese Herausforderung glänzend.
Allein die Bilder zeigen eine Opulenz, die in dem Genre bislang nicht möglich schien. Und die Geschichte bietet eine bezaubernde Mischung aus herzerfrischenden Gags und Gefühlen. Held ist der sehr von sich selbst überzeugte Rennwagen Lightning McQueen, der "Verlierer zum Frühstück verspeist".
Auf dem Tempotrip zum nächsten Wettbewerb bleibt er nach einem Unfall in dem verschlafenen Nest Radiator Springs hängen. Für den angerichteten Schaden zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert, lernt er langsam die Dorfbewohner und ihren altmodischen Lebensstil kennen - und schätzen.
Dabei zeigt der Film ein Panoptikum aus liebevoll gezeichneten Figuren, ob den Richter des Orts Doc Hudson, einen 1951er Hudson Hornet, oder Bully, einen VW-Bus mit Hippie-Attitüde, oder Sally, einen - weiblichen - Porsche, der einen gemütlichen Gang eingelegt hat. So gibt "Cars" für die Pixar-Produktionen der Zukunft einen klaren Kurs vor: Bei Filmen wie diesen wird die Erfolgs-Serie wohl nie reißen.
| Sprecher: | Paul Newman | als Doc Hudson | |
|---|---|---|---|
| Bonnie Hunt | als Sally Carrera | ||
| Owen Wilson | als Lightning McQueen | ||
| Richard Petty | als The King | ||
| Richard "Cheech" Marin | als Ramon | ||
| Tony Shalhoub | als Luigi | ||
| Guido Quaroni | als Guido | ||
| Paul Dooley | als Sarge | ||
| Michael Keaton | als Chick Hicks | ||
| Jenifer Lewis | als Flo | ||
| Michael Wallis | als Sheriff | ||
| John Ratzenberger | als Mack | ||
| Regie: | John Lasseter | ||
| Drehbuch: | Dan Fogelman | ||
| Phil Lorin | |||
| Kiel Murray | |||
| John Lasseter | |||
| Produzent: | Darla K. Anderson | ||
| Buchvorlage: | Jorgen Klubien | ||
| Joe Ranft | |||
| Schnitt: | Ken Schretzmann | ||
| Musik: | Randy Newman | ||
Einst trat George Lucas mit dem "Krieg der Sterne" die Merchandising-Welle los. Jetzt übernehmen Disneys "Cars" die Marktführung im Spielzeugland.
Die "Cars" haben mehr Fans im Kinderzimmer als der "Krieg der Sterne" (Foto: Disney/Fox)
Obwohl "Cars 2" der erste Pixar-Film ist, für den es schlechte Kritik hagelte, freuen sich die Macher über gigantische Umsätze. Das liegt nicht nur an den verkauften Kinotickets - die Fan-Artikel zur "Cars"-Serie sind Bestseller. Tatsächlich erklomm "Cars" in Sachen Film-Spielzeug jetzt die Spitze, überholte "Star Wars" und "Toy Story".
Stolze neun Millarden Dollar gaben die Fans für "Toy Story"-Spielsachen aus. Die Konkurrenz aus dem eigenen Haus, "Cars", toppte das jetzt: Lightning McQueen & Co. rasten soeben über die 10-Milliarden-Dollar-Marke.
Das beantwortet auch die Frage, warum das Studio Pixar überhaupt eine "Cars"-Fortsetzung produzieren ließ. Von allen Pixar-Blockbustern, darunter "Oben", "Ratatouille" und "Die Unglaublichen - The Incredibles", zählte "Cars" zu den schwächsten. Aber das Merchandising stimmte damals bereits und nun erwies sich die Entscheidung als goldrichtig.
Aber das Rennen um die Gunst der Kids ist nicht wirklich fair, wie Zahlen aus England belegen. Dort listet der größte Spielwarenhändler Argos stolze 414 "Cars"-Produkte. Zu "Toy Story" sind gerade mal 78, zu "Transformers" gar nur 23 Artikel zu haben.
Spielzeug-Analysten glauben, den Grund für die "Cars"-Dominanz im Kinderzimmer ausgemacht zu haben: Die Serie spricht das ganz junge Publikum an. "Harry Potter ist nicht das Richtige für den Spielzeug- und Merchandising-Markt", sagt Experte Frederique Tutt. "Das perfekte Alter für Spielzeug ist vier oder fünf. Danach beschäftigen sich Kinder mit Computerspielen und Sport."
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