Von den Hängen des Carmelgebirges gesehen: eine persönliche Familienchronik und ein Geschichtsmosaik Israels kriegerischer Vergangenheit. "Carmel" ist die Geschichte Israels aus einer subjektiven und intimen Perspektive. Regisseur Amos Gitai verwebt Autobiografisches mit Erinnerung an die Diaspora und dem heutigen Konflikt zwischen Hisbollah und Israelis.
Schwer zu fassen ist die Geschichte Israels: zwischen kriegerischer Vergangenheit und Wiege der westlichen Religionen. Amos Gitai porträtiert diese wechselhafte Geschichte in seinem neuen Film "Carmel" und beginnt seine Erzählung im Jahre 70 vor Christus. Zwischen Juden und Römern fand damals im Carmelgebirge, nahe des heutigen Haifa, eine Schlacht statt, die den Beginn der jüdischen Diaspora markieren sollte. Mit dieser Schlacht als Ausgangspunkt zeichnet Gitai den Verlauf der Kriege im Nahen Osten nach und verbindet seine eigenen Erfahrungen als Soldat mit denen seines Sohnes im Wehrdienst.
Mit der Kamera verfasst Gitai so ein poetisches Porträt der israelischen Identitätskonflikte. In seinem Film vermischen sich persönliche Fotografien mit dokumentarischen Elementen und mit fiktionaler Inszenierung. Mit viel Gefühl verbindet Gitai so seine eigene Geschichte mit der Israels.
Amos Gitais "Carmel" ist ein intimer und wie in Gedanken versunkener Film, der von poetischen Momentaufnahmen lebt. Auf originelle Weise spielt der Regisseur mit der Verschmelzung von Autobiografie und Fiktion in Verbindung mit der Geschichte seiner Heimat Israel. Der Kommentar wird von niemand anderem gesprochen als der Filmlegende Jeanne Moreau.
Amos Gitai, Jahrgang 1950, trat zunächst in die Fußstapfen seines berühmten Vaters Munio Weinraub und studierte Architektur. Doch mit dem Ausbruch des Jom-Kippur-Krieges 1973 unterbrach Gitai sein Studium und begann während seiner Helikoptereinsätze mit einer Super-8-Kamera zu filmen. Nach dem Krieg zog es Gitai nach Kalifornien, wo er sein Architekturstudium an der renommierten Berkeley Universität abschloss. Nebenbei drehte er weiterhin Dokumentarfilme, unter anderem für das israelische Fernsehen.
Amos Gitais Filme gehen über die traditionellen Formen von Dokumentar- und fiktionalen Filmen hinaus. Er behandelt vorwiegend Themen wie Exil und Emigration - "Esther" (1985), "Berlin-Jerusalem" (1989) -, aber auch das zeitgenössische Israel und seine Geschichte - "Am Tag von Kippur" (2000). Seine Filme "Kedma" (2002) und "Free Zone" (2005) wurden für das Filmfestival in Cannes ausgewählt. Seit 2007 realisiert Amos Gitai auch Fernsehfilme. Nach "Plus tard, tu comprendras" (2008) ist "Carmel" (2009) sein zweiter Fernsehfilm.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Amos Gitai | als Amos Gitai | |
|---|---|---|---|
| Ben Gitai | als Ben Gitai | ||
| Keren Gitai | als Keren Gitai | ||
| Efratia Gitai | |||
| Keren Mor | |||
| Amos Lavi | |||
| Niv Rozenblat | als Amos als Kind | ||
| Regie: | Amos Gitai | ||
| Drehbuch: | Amos Gitai | ||
| Produzent: | Amos Gitai | ||
| Laurent Truchot | |||
| Michael Tapuah | |||
| Kamera: | Stefano Falivene | ||
| Schnitt: | Isabelle Ingold | ||
| Produktionsdesign: | Miguel Markin | ||
| Kostüme: | Laura Shein | ||
| Ton: | Michel Kharat | ||
| Casting: | Ilan Moscovitch | ||
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