Juliette Binoche
Daniel Auteuil
Annie Girardot
Regie: Michael Haneke
Verleih: Prokino (Fox)
Fernsehmoderator Georges Laurent (Daniel Auteuil) wohnt zufrieden mit seiner schönen Frau Anne (Juliette Binoche) draußen in der Vorstadt. Eines Tages klopfen dunkle Schatten der Vergangenheit in Form anonymer Postsendungen von unmissverständlichem Inhalt an seine Haustür. Während in der Folgezeit der Medienalltag vollen Einsatz fordert und die Familie nichts Böses ahnt, trüben beunruhigende Veränderungen Georges vormals so gewinnendes Wesen.
Michael Haneke ("Die Klavierspielerin", "Funny Games") ist in diesem metapherngeschwängerten Psychodrama, das 2005 mit dem Preis für die beste Regie in Cannes ausgezeichnet wurde, auf der Höhe seiner Alltagshorror-Kunst.
Psychothriller von Michael Haneke über eine Familie, in deren Alltag die Angst Einzug hält, weil ihr regelmäßig Videoaufnahmen ihres Zuhauses zugespielt werden.
Anonym werden dem Fernsehmoderator Georges Laurent (Daniel Auteuil) Videoaufnahmen, in denen seine Wohnung zu sehen ist, und Bilder eines Jungen mit blutendem Mund zugespielt.
Beflügelt von Erinnerungen aus seiner Kindheit, in der er den algerischen Jungen Majid (Maurice Bénichou) mit falschen Anschuldigungen vom heimischen Hof trieb, reagiert Georges zunehmend aggressiv - zumal ihn eines der Bänder direkt vor die Haustür von Majid führt, der allerdings seine Unschuld fest beteuert.
Brillant konzipierter und durchgeführter Psychothriller von Michael Haneke, der zunächst die Mittel des Genres benutzt, um dem Zuschauer nach und nach den Boden unter den Füßen wegzuziehen und den Film dann unmissverständlich in eine intelligente Metapher über die maßlose Aggression der Industriestaaten gegen die Dritte Welt, von der man sich bedroht fühlt, münden lässt.
In der Hauptrolle brilliert Daniel Auteuil, der seinen Ruf als Publikumsliebling nutzt, um eine durch und durch unsympathische Figur darzustellen.
| Darsteller: | Juliette Binoche | als Anne Laurent | |
|---|---|---|---|
| Daniel Auteuil | als George Laurent | ||
| Annie Girardot | als Georges Mutter | ||
| Maurice Bénichou | als Majid | ||
| Lester Makedonsky | als Pierrot Laurent | ||
| Bernard Le Coq | als Chefredakteur | ||
| Walid Afkir | als Majids Sohn | ||
| Daniel Duval | als Pierre | ||
| Nathalie Richard | als Mathilde | ||
| Denis Podalydès | als Yvon | ||
| Aïssa Maïga | als Chantal | ||
| Regie: | Michael Haneke | ||
| Drehbuch: | Michael Haneke | ||
| Produzent: | Margaret Ménégoz | ||
| Prof. Dr. Veit Heiduschka | |||
| Koproduzent: | Valerio De Paolis | ||
| Michael Weber | |||
| Ausf. Produzent: | Margaret Ménégoz | ||
| Michael Katz | |||
| Kamera: | Christian Berger | ||
| Schnitt: | Nadine Muse | ||
| Michael Hudecek | |||
| Produktionsdesign: | Emmanuel de Chauvigny | ||
| Christoph Kanter | |||
| Kostüme: | Lisy Christl | ||
| Ton: | Jean-Pierre Laforce | ||
| Jean-Paul Mugel | |||
| Pascal Chauvin | |||
| Franck Ceven | |||
Spätestens seit Uma Thurman nicht nur Bill killte, sondern schon vorher jede Menge anderer Übeltäter spektakulär niedermetzelte, hat das Thema Rache im Kino Hochkonjunktur.
So buhlen aktuell Kevin Bacon in "Death Sentence - Todesurteil" und demnächst Jodie Foster in "Die Fremde in dir" mit knackigen Vergeltungsfilmen um die Gunst des Publikums. Zum Reigen der Racheengel gesellt sich nun eine Französin, die als Spezialistin für Herzerwärmendes wie "Der englische Patient", "Chocolat" oder "Jet Lag" von sich reden gemacht hat: Juliette Binoche.
In "Another Kind of Silence" muss sie demnächst den Tod ihres Ehemannes und ihres Sohnes mit ansehen. Danach kennt sie nur ein Ziel: die Täter finden und bestrafen. Doch auf ihrem Rachefeldzug kommt die Witwe nach und nach zu einer wichtigen Erkenntnis, wie Binoche berichtet: "Sie merkt plötzlich, dass Rache keine Lösung ist und dass es eigentlich gar nicht das ist, was sie will."
Klingt also ganz so, als würde "Silence" kein reiner Abklatsch einer gedankenlosen Tarantino-Gewaltorgie - und für Binoche sicher eine Herausforderung: "Klar ist das eine sehr düstere Geschichte, aber als Schauspielerin sollte man alle Farben des Regenbogens darstellen können", gibt sich die Französin selbstbewusst. Dazu hat sie auch allen Grund, denn im Festival-Hit "Caché" musste sie sich zuletzt mit einem ähnlichen Thema befassen und zeigte dabei, dass sie seit "Die Liebenden von Pont-Neuf" und "Drei Farben: Blau" nichts verlernt hat.
Ihre Krankenschwester in Italien, die sich in dem Welterfolg "Der englische Patient" in einem verlassenen Kloster um den mysteriösen...
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