Originaltitel: The Cable Guy
USA 1996
Jim Carrey
Matthew Broderick
Leslie Mann
Regie: Ben Stiller
Verleih: Columbia Tristar
Steven Kovacs bietet seinem Kabeltechniker Chip Douglas 50 Dollar für die illegale Erweiterung seiner Programmvielfalt. Damit bezieht Steven nicht nur Extra-TV-Kanäle, sondern auch einen nicht abzuschüttelnden neuen Kumpel. Als er sich schließlich von Chip zu distanzieren versucht, begeht er einen großen Fehler: Denn für den enttäuschten Egozentriker heißt die Devise von nun an: "Schluß mit lustig!"...

Ton ab, Bild frei, hier kommt Jim Carrey als psychotischer, emotional empfangsgestörter Kabel-TV-Installateur. Der ansonsten auf astreine Albernheit abonnierte 20-Mio.-Dollar-Mann zeigt sich in der schwarzhumorigen Buddy-Komödie erstmals von einer dunkleren, bösartigeren Seite. 19,8 Mio. Dollar Einspiel am US-Startwochenende geben eine recht deutliche Antwort auf die vielgestellte Frage, ob das Publikum dem Stimmungs- und Tempowechsel des physisch wie verbal virtuosen Verrenkungsmeisters wohlgesonnen sein oder seiner Erfolgssträhne von fünf Blockbustern in Folge ein Ende bereiten wird.
Unter der Regie von Ben Stiller, der sich bedingt mit der Generation-X-Komödie "Voll das Leben" empfehlen konnte und zuletzt in einer Hauptrolle in "Flirting With Disaster" selbst komisches Talent offenbarte, veranstaltet Carrey in gewohnt hyperhumoriger Manier Chaos - und in diesem Fall auch eine wohldosierte Portion Schrekken. Seine Figur Chip Douglas, ein kläglich vereinsamter Kabeltechniker, der mit dem Fernsehen aufgewachsen ist und sämtliche Inspirationen von der TV-Kultur der fünfziger und sechziger Jahre bezieht, mag zwar unter eindeutigen psychischen Frequenzstörungen leiden, doch die entfaltende Gewalttätigkeit mutet vorwiegend überzogen cartoonartig und somit Carrey'isch-komisch an. Problem ist nur, daß das etwas dröge Drehbuch von Lou Holtz Jr. viele interessante Andeutungen versanden läßt und entschieden zuviel Energie auf Chips Kumpel-wider-Willen Steven (in Gestalt des faden Matthew Broderick) konzentriert, anstatt Carrey Raum für seine sinistren Späßchen zu machen. Schade, denn die Erscheinungen aktueller Pop/TV-Kultur, wie beispielsweise die amerikanische Faszination mit Karaoke und mittelalterlichen Themen-Restaurants (Janeane Garofalo tritt als unwirsche Bedienungsmaid auf), werden absolut geschmackssicher im satirischen Fleischwolf verwurstet. Der von seiner Freundin (Leslie Mann) getrennte Architekt Steven Kovacs (Broderick) bringt eine gefährliche Lachlawine ins Rollen, als er seinem Kabeltechniker Chip Douglas (Carrey) 50 Dollar für die illegale Erweiterung seiner Programmvielfalt bietet. Der schrullige "Cable Guy", der lispelt, was die vorgestülpte Lippe erlaubt, verabreicht ihm nicht nur die Extra-TV-Kanäle, sondern zugleich patente Ratschläge im Romantikbereich und ein Angebot für eine omnipotente Satellitenschüssel. Der nach Freundschaft lechzende Chip stürzt sich mit dem Elan einer ausgehungerten Zecke auf seinen neuen Kumpel, indem er dessen Basketballspiel mit Freunden im wahrsten Sinne des Wortes crasht, ihm sündteuere Technikanlagen in die Bude stellt und dem nichtsahnenden Naivling sogar eine Prostituierte spendiert. Als Steven davon Wind bekommt, beschließt er Chip vor die Tür zu setzen. Ein großer Fehler, denn für den enttäuschten Egozentriker heißt die Devise von nun an "Schluß mit lustig!"...
Diese "Verhängnisvolle Affäre" unter Männern (latente homoerotische und zugleich homophobe Untertöne sind durchaus präsent) nimmt nun eine ähnliche Wende wie jüngst "Mr. Wrong", wobei der Verschmähte kein Mittel - Jobsabotage, Verhaftung, Vertrauenserschleichung bei der Freundin und Verwandten, etc. - des Heimterrorismus ausläßt, doch dank Carreys patentierter Schalkhaftigkeit ist der Unterhaltungswert von "Die Nervensäge" doch beträchtlich höher. ara.
| Darsteller: | Jim Carrey | ||
|---|---|---|---|
| Matthew Broderick | |||
| Leslie Mann | |||
| Jack Black | |||
| George Segal | |||
| Diane Baker | |||
| Ben Stiller | |||
| Harry O'Reilly | |||
| Misa Koprova | |||
| Eric Roberts | |||
| Janeane Garofalo | |||
| Andy Dick | |||
| Regie: | Ben Stiller | ||
| Drehbuch: | Lou Holtz jr. | ||
| Produzent: | Andrew Licht | ||
| Jeffrey A. Mueller | |||
| Judd Apatow | |||
| Ausf. Produzent: | Brad Grey | ||
| Bernie Brillstein | |||
| Kamera: | Robert Brinkmann | ||
| Schnitt: | Steven Weisberg | ||
| Musik: | John Ottman | ||
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