Intensives, bitteres Drama, das vor dem Hintergrund von mafiösen Machenschaften beim Doping in der Rinderzucht ein feines psychologisches Porträt der Hauptfigur zeichnet. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto44/11440390/b150x150.jpg Bullhead

Filmdetails

Bullhead

Intensives, bitteres Drama, das vor dem Hintergrund von mafiösen Machenschaften beim Doping in der Rinderzucht ein feines psychologisches Porträt der Hauptfigur zeichnet.


Bullhead
Start: 24.11.2011

Originaltitel: Rundskop

Thriller

Belgien/Niederlande 2011
Laufzeit: 129 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Matthias Schoenaerts
Jeroen Perceval
Jeanne Dandoy

Regie: Michaël R. Roskam
Verleih: Rapid Eye Movies HE

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Inhalt

Der wie ein Bulle gebaute und zu Jähzorn neigende Jacky stammt aus einer flämischen Viehzüchterfamilie, deren Patriarch schwer krank geworden ist. Doping für die Tiere ist übliche Praxis auf dem Hof. Auch er selbst spritzt sich Hormone. Als Mann fürs Grobe kümmert er sich außer um die Herde auch um die Kontakte mit den zwielichtigen Lieferanten, die nicht vor Mord zurückschrecken. Bei einem der Treffen sieht er einen Freund aus seiner Kindheit wieder und versucht ihn erst zu vermeiden.


Kritik

Bullhead

Wuchtiger belgischer Film Noir, der mit einem krassen Drama um die Macht des Schicksals in die Welt der Rinder-Mafia führt.

Natürlich gibt es in Belgien keine den Corleones vergleichbare Patengesellschaft, aber die in Michael R. Roskams aufwühlendem Debütfilm agierende Rinder-Mafia ist in der Wahl ihrer Mittel nicht weniger zimperlich. Das muss Jungbauer Jacky Vanmarsenille (Matthias Schoenaerts) erfahren, der von einem Veterinär dazu gebracht wird, als Lieferant für einen flämischen Rindfleischhändler zu arbeiten. Jacky gerät ins Visier der Fahnder, als ein Polizist von den Gangstern ermordet wird. Die Begegnungen mit dem verdeckt arbeitenden Jugendfreund Diederik, der in dem Milieu seine Homosexualität verbergen muss, und Jugendliebe Lucia, eine unerreichbare Schöne, die von ihm verschreckt wird, wecken Jackys Erinnerungen an ein Kindheitstrauma, das er mit den Hormonen verdrängt, die er seinen Rindern spritzt. Der Koloss wird in eine Katastrophe getrieben.

Der beklemmende Film Noir basiert frei auf der Ermordung eines Veterinärinspektors 1995, ist aber keine Rekonstruktion, sondern eine wuchtige und krasse Krimi-Tragödie um die Macht des Schicksals, Freundschaft und vergebliche Liebe. Der von Schoenaerts brillant gespielte Jacky, mit Stiernacken und aufgepumpten Muskeln seinen Rindern ähnlich bis zur Deckungsgleichheit, ist eine in die Enge getriebene gequälte Seele, deren mühsam unterdrückte Aggressivität sich mit den einzigen Mitteln Bahn brechen wird, die sie kennt.

Realistisch in der Wiedergabe der Rinderhaltung, beginnt "Rundskop" (Stierkopf, Dickkopf) mit einer Schlachtszene und schildert detailliert die Geschäftsmechanismen der Kriminellen. Als Chargen im Spiel sorgen zwei wallonische Mechaniker, die für die Flamen arbeiten, für komische Intermezzi im so grausamen wie grotesken Geschehen. In den dunklen, verhangenen Bildern, die Belgien so charakterisieren wie Jacques Brels Chanson vom Flachland, scheinen sich in den Innenaufnahmen die Bauern vom Vieh kaum zu unterscheiden. Purer Rinderwahnsinn. ger.

Bullhead

Darsteller:  Matthias Schoenaerts   als Jacky Vanmarsenille
  Jeroen Perceval   als Diederik Maes
  Jeanne Dandoy   als Lucia Schepers
  Barbara Sarafian   als Eva Forrestier
  Tibo Vandenborre   als Antony De Greef
  Frank Lammers   als Sam Raymond
  Sam Louwyck   als Marc De Kuyper
  Robin Valvekens   als Jacky, jung
  Baudouin Wolwertz   als Diederik, jung
  David Murgia   als Bruno Schepers
  Erico Salamone   als Christian Budo
  Philippe Grand'Henry   als David Filippini
  Kris Cuppens   als Jean Vanmarsenille
  Sofie Sente   als Irene Vanmarsenille
  Kristof Renson   als Stieve Vanmarsenille
  Hein Van der Heijden   als Renaat Maes
  Stefaan Degand   als Leon
  Mike Reus   als Charles Richter
  Ludmilla Kleijniak   als Daphne
 
Regie:  Michaël R. Roskam  
Drehbuch:  Michaël R. Roskam  
Produzent:  Bart Van Langendonck  
Koproduzent:  Peter Bouckaert  
  Patrick Quinet  
  Jan Vanderzanden  
Kamera:  Nicolas Karakatsanis  
Schnitt:  Alain Dessauvage  
Musik:  Raf Keunen  
Produktionsdesign:  Walter Brugmans  
Kostüme:  Margriet Procee  
Ton:  Benoît De Clerck  
Casting:  Meikeminne Clinckspoor  

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