Originaltitel: Rundskop
Belgien/Niederlande 2011
Matthias Schoenaerts
Jeroen Perceval
Jeanne Dandoy
Regie: Michaël R. Roskam
Verleih: Rapid Eye Movies HE
Der wie ein Bulle gebaute und zu Jähzorn neigende Jacky stammt aus einer flämischen Viehzüchterfamilie, deren Patriarch schwer krank geworden ist. Doping für die Tiere ist übliche Praxis auf dem Hof. Auch er selbst spritzt sich Hormone. Als Mann fürs Grobe kümmert er sich außer um die Herde auch um die Kontakte mit den zwielichtigen Lieferanten, die nicht vor Mord zurückschrecken. Bei einem der Treffen sieht er einen Freund aus seiner Kindheit wieder und versucht ihn erst zu vermeiden.

Wuchtiger belgischer Film Noir, der mit einem krassen Drama um die Macht des Schicksals in die Welt der Rinder-Mafia führt.
Natürlich gibt es in Belgien keine den Corleones vergleichbare Patengesellschaft, aber die in Michael R. Roskams aufwühlendem Debütfilm agierende Rinder-Mafia ist in der Wahl ihrer Mittel nicht weniger zimperlich. Das muss Jungbauer Jacky Vanmarsenille (Matthias Schoenaerts) erfahren, der von einem Veterinär dazu gebracht wird, als Lieferant für einen flämischen Rindfleischhändler zu arbeiten. Jacky gerät ins Visier der Fahnder, als ein Polizist von den Gangstern ermordet wird. Die Begegnungen mit dem verdeckt arbeitenden Jugendfreund Diederik, der in dem Milieu seine Homosexualität verbergen muss, und Jugendliebe Lucia, eine unerreichbare Schöne, die von ihm verschreckt wird, wecken Jackys Erinnerungen an ein Kindheitstrauma, das er mit den Hormonen verdrängt, die er seinen Rindern spritzt. Der Koloss wird in eine Katastrophe getrieben.
Der beklemmende Film Noir basiert frei auf der Ermordung eines Veterinärinspektors 1995, ist aber keine Rekonstruktion, sondern eine wuchtige und krasse Krimi-Tragödie um die Macht des Schicksals, Freundschaft und vergebliche Liebe. Der von Schoenaerts brillant gespielte Jacky, mit Stiernacken und aufgepumpten Muskeln seinen Rindern ähnlich bis zur Deckungsgleichheit, ist eine in die Enge getriebene gequälte Seele, deren mühsam unterdrückte Aggressivität sich mit den einzigen Mitteln Bahn brechen wird, die sie kennt.
Realistisch in der Wiedergabe der Rinderhaltung, beginnt "Rundskop" (Stierkopf, Dickkopf) mit einer Schlachtszene und schildert detailliert die Geschäftsmechanismen der Kriminellen. Als Chargen im Spiel sorgen zwei wallonische Mechaniker, die für die Flamen arbeiten, für komische Intermezzi im so grausamen wie grotesken Geschehen. In den dunklen, verhangenen Bildern, die Belgien so charakterisieren wie Jacques Brels Chanson vom Flachland, scheinen sich in den Innenaufnahmen die Bauern vom Vieh kaum zu unterscheiden. Purer Rinderwahnsinn. ger.
| Darsteller: | Matthias Schoenaerts | als Jacky Vanmarsenille | |
|---|---|---|---|
| Jeroen Perceval | als Diederik Maes | ||
| Jeanne Dandoy | als Lucia Schepers | ||
| Barbara Sarafian | als Eva Forrestier | ||
| Tibo Vandenborre | als Antony De Greef | ||
| Frank Lammers | als Sam Raymond | ||
| Sam Louwyck | als Marc De Kuyper | ||
| Robin Valvekens | als Jacky, jung | ||
| Baudouin Wolwertz | als Diederik, jung | ||
| David Murgia | als Bruno Schepers | ||
| Erico Salamone | als Christian Budo | ||
| Philippe Grand'Henry | als David Filippini | ||
| Kris Cuppens | als Jean Vanmarsenille | ||
| Sofie Sente | als Irene Vanmarsenille | ||
| Kristof Renson | als Stieve Vanmarsenille | ||
| Hein Van der Heijden | als Renaat Maes | ||
| Stefaan Degand | als Leon | ||
| Mike Reus | als Charles Richter | ||
| Ludmilla Kleijniak | als Daphne | ||
| Regie: | Michaël R. Roskam | ||
| Drehbuch: | Michaël R. Roskam | ||
| Produzent: | Bart Van Langendonck | ||
| Koproduzent: | Peter Bouckaert | ||
| Patrick Quinet | |||
| Jan Vanderzanden | |||
| Kamera: | Nicolas Karakatsanis | ||
| Schnitt: | Alain Dessauvage | ||
| Musik: | Raf Keunen | ||
| Produktionsdesign: | Walter Brugmans | ||
| Kostüme: | Margriet Procee | ||
| Ton: | Benoît De Clerck | ||
| Casting: | Meikeminne Clinckspoor | ||
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