Originaltitel: In Bruges
Großbritannien 2008
Colin Farrell
Brendan Gleeson
Ralph Fiennes
Regie: Martin McDonagh
Verleih: Tobis
Das irische Killerduo Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendan Gleeson) muss auf Anweisung des Bosses Harry (Ralph Fiennes) nach einem verpatzten Auftragsmord im belgischen Brügge zur Strafe untertauchen. Kulturmensch Ken erkundet touristisch die Stadt, Holzklotz Ray lieber die einheimische Chloe (Clémence Poésy), die er am Set eines Films aufgabelt. Derweil hat das Warten ein Ende und Ken erhält einen Auftrag, der für Ray tödlich ausgehen soll.
Das vorweihnachtliche Brügge ist mit seinem poetischen Flair das melancholische Zentrum der Killerkomödie des Jahres. Das famos besetzte Debüt von Theaterautor Martin McDonagh weist sensationellen Humor, aber auch eine märchenhafte Story vom moralischen Kern zweier Mörder auf.
Knarre statt Reiseführer: In dieser brillanten Krimi-Farce wird das beschauliche Brügge zum Schauplatz einer grotesken wie witzigen Hetzjagd unter Ganoven.
Quentin Tarantino aufgepasst, diese coole Komödie macht dir Konkurrenz! Denn selten gab es so umwerfende Dialoge und rabenschwarze Situationskomik am Stück wie hier. Warum ausgerechnet Brügge, sinnieren die beiden Londoner Profikiller Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendan Gleeson), die nach einem vermasselten Job in Flanderns pittoreskem Städtchen erst einmal pausieren, besser gesagt von der Bildfläche verschwinden sollen.
Während Mustertourist Ken begeistert die Sehenswürdigkeiten abklappert, legt sich sein junger, aufbrausender Kollege Ray mit Gott und der Welt an. Er prügelt sich mit dicken Amerikanern, feiert wilde Partys und bändelt auch noch mit der lokalen Schönheit Chloë an. Wen wundert's, dass deren Ex-Freund davon wenig begeistert ist.
Noch weniger begeistert von dem lärmenden Treiben aber zeigt sich bald auch der Boss (Ralph Fiennes). Deshalb erhält Ken nun den Auftrag, seinen Kumpel Ray ruhig zu stellen - und zwar endgültig ...
Mit knallharter Action und typisch britischem Witz inszeniert Martin McDonagh, der für den Kurzfilm "Six Shooter" bereits einen Oscar erhalten hat, sein Spielfilmdebüt. Die hochkarätige Besetzung um das traumhafte Duo Colin Farrell als heißblütiger Haudrauf und Brendan Gleeson als erfahrener Hitman verleihen diesem kultigen Genrestück die richtige Würze.
| Darsteller: | Colin Farrell | als Ray | |
|---|---|---|---|
| Brendan Gleeson | als Ken | ||
| Ralph Fiennes | als Harry | ||
| Clémence Poésy | als Chloë | ||
| Thekla Reuten | als Marie | ||
| Jérémie Renier | als Eirik | ||
| Jordan Prentice | als Jimmy | ||
| Regie: | Martin McDonagh | ||
| Drehbuch: | Martin McDonagh | ||
| Produzent: | Graham Broadbent | ||
| Peter Czernin | |||
| Kamera: | Eigil Bryld | ||
| Schnitt: | Jon Gregory | ||
| Musik: | Carter Burwell | ||
| Produktionsdesign: | Michael Carlin | ||
| Kostüme: | Jany Temime | ||
| Casting: | Jina Jay | ||
Viele hatten auf ihn getippt und die Jury hatte tatsächlich den Mut für eine postume Auszeichnung - jetzt deutet auch alles auf einen Oscar für Heath Ledger hin.
Einfach beeindruckend: Die Rolle als Joker bringt dem verstorbenen Heath Ledger einen Golden Globe (Foto: Warner)
Normalerweise ist der Preis für den besten Nebendarsteller eine Randnotiz bei der Verleihung der Golden Globes. Doch dieses Jahr war es die meistbeachtete Kategorie bei der Zeremonie in der Nacht zum Montag in Los Angeles: Die Vertreter der Auslandspresse, die die Globes vergeben, ehrten Heath Ledger für seine Rolle als Joker in "The Dark Knight" als besten Nebendarsteller. Ledger war vor knapp einem Jahr unter tragischen Umständen an einem tödlichen Cocktail von Schlaf- und Schmerzmitteln gestorben. Postume Ehrungen sind sowohl bei den Globes als auch bei den Oscars - für die Ledger nun ebenfalls als Favorit gilt - eine große Ausnahme.
In den Königskategorien dominierte ansonsten der Independent-Film: "Slumdog Millionär" über einen Jungen, dem beim indischen "Wer wird Millionär" Betrug vorgeworfen wird, wurde zum besten Drama gekürt. Woody Allens zynischer Reigen um Liebe und Untreue "Vicky Cristina Barcelona" ist nach Meinung der Jury die beste Komödie. Bester Animationsfilm wurde "WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf".
Als bester Schauspieler setzte sich Mickey Rourke in seiner Rolle als alternder Catcher im anrührenden Drama "The Wrestler" überraschend gegen Sean Penn ("Milk") durch. Beste Schauspielerin ist Kate Winslet für das starke Beziehungsdrama "Zeiten des Aufruhrs", in dem sie neben ihrem "Titanic"-Partner Leonardo DiCaprio zu sehen ist. Dazu gewann Winslet für die Romanverfilmung "Der Vorleser" auch den Preis als beste Nebendarstellerin. Bester komischer Schauspieler ist Colin Farrell für "Brügge sehen... und sterben?", Sally Hawkins setzte sich mit "Happy-Go-Lucky" durch.
Die deutsche Hoffnung "Der Baader Meinhof Komplex" ging leider leer aus. Das RAF-Drama musste sich im Rennen um den besten ausländischen Film der deutschen Koproduktion "Waltz With Bashir" geschlagen geben, die für Israel ins Rennen gegangen war.
Der beste Film "Slumdog Millionär" bescherte auch seinem Regisseur Danny Boyle einen Globe - seinen ersten. Zudem wurden Drehbuchautor Simon Beaufoy und Komponist A. R. Rahman ausgezeichnet. Der beste Song stammt von Bruce Springsteen für "The Wrestler".
Die Golden Globes gelten insgesamt als wichtiger Fingerzeig für die Oscar-Verleihung, die in der Nacht des 22. Januar vergeben werden.
Ein starker Typ mit männlicher Ausstrahlung, strahlendem Power-Gestus und sofortiger Präsenz, stahl Colin Farrell auf sensationelle Weise den...
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