Tobey Maguire
Jake Gyllenhaal
Natalie Portman
Regie: Jim Sheridan
Verleih: Koch Media (24 Bilder)
Sam Cahill ist als Ehemann, Familienvater und Kriegsheld, der Sohn, der seinen Vater Hank immer stolz machte, während der jüngere Bruder Tommy als schwarzes Schaf der Familie stets für Probleme sorgte. Als Sam nach einem Einsatz in Afghanistan als gefallen gilt, übernimmt Tommy erstmals Verantwortung, kümmert sich rührend um Schwägerin Grace und deren junge Töchter. Die Familie beginnt sich mit neuen Rollenzuweisungen zu stabilisieren, bis eine Nachricht aus Afghanistan alles wieder infrage stellt.

Jim Sheridans Remake eines dänischen Erfolgsfilms präsentiert sich als sensibles Familiendrama über die traumatischen Nachwirkungen des Krieges.
"Brothers - Zwischen Brüdern" war ein international wahrgenommenes Qualitätssignal der dänischen Regisseurin Susanne Bier. Vier Jahre nach "Get Rich or Die Tryin'" ließ sich Jim Sheridan mit David Benioffs Adaption des Arthouse-Hits erneut auf das Skript eines Fremdautors ein, das sich für den Iren jedoch thematisch als Heimspiel mit ungleich überzeugenderen Resultaten als noch beim Vorgänger erweist. Die Auswirkung des Kriegs auf Stabilität und Dynamik von Familien, die Sheridan bereits in seinen IRA-Dramen "Im Namen des Vaters" und "Der Boxer" untersuchte, ist auch Leithema seines ersten Remakes, das zwei ungleiche Brüder in den Mittelpunkt stellt.
Sam Cahill (Tobey Maguire) ist Berufsoffizier, Kriegsheld, Ehemann und Vater, steht für Erfolg, Courage und Verantwortungsbewusstsein. Diese Qualitäten scheinen seinem Bruder Tommy (Jake Gyllenhaal) völlig abzugehen, der fahrlässig durchs Leben surft und die Nebenwirkungen gerade mit einer abgesessenen Gefängnisstrafe spürte. Sein Bruder liebt, sein Vater verachtet und seine Schwägerin Grace (Natalie Portman) meidet ihn, bis eine Tragödie die seit langem zugewiesenen Rollen in der Familie durcheinanderbringt. Als Sam beim Einsatz in Afghanistan vermeintlich ums Leben kommt, lernt sein Bruder Verantwortung zu übernehmen, tritt aus dem Schatten heraus, bis Sams überraschende Rückkehr die neue fragile Familienstruktur zu zerstören droht.
Um den Bruder im Kriegseinsatz für jeden Zuschauer nachvollziehbar als Helden demontieren zu können, weist ihm das Drehbuch - ähnlich wie bei Bier - eine unvorstellbare und traumatisierende Tat zu, die Maguires überzeugend gespielten emotionalen Absturz begründet. Nicht gerade subtil, aber wirkungsvoll erfüllen dabei die Taliban ihre Rolle als Teufel - als Auslöser einer psychischen Veränderung, die Maguires Figur unberechenbar macht. Die wachsende Paranoia des Kriegsheimkehrers provoziert eine neue Familiendynamik, die Maguires Vater seine Dämonen und Maguires Tochter ihren Konflikt mit einem erdrückenden Geschwisterschatten outen lässt, der auch die Beziehung der Brüder charakterisiert. Auch wenn Jim Sheridan sein Film für kurze Momente melodramatisch entgleitet, ist "Brothers" ein sehenswertes Familiendrama, das trotz der ernsten Thematik dank charmanter und heiterer Brechungen nie erdrückend wirkt, wie schon "In America" mit authentischen Kinderdarstellerinnen bezaubert und Maguire und Portman emotional fordernde Rollen zuweist. kob.
| Darsteller: | Tobey Maguire | als Capt. Sam Cahill | |
|---|---|---|---|
| Jake Gyllenhaal | als Tommy Cahill | ||
| Natalie Portman | als Grace Cahill | ||
| Sam Shepard | als Hank Cahill | ||
| Mare Winningham | als Elsie Cahill | ||
| Bailee Madison | als Isabelle Cahill | ||
| Taylor Geare | als Maggie Cahill | ||
| Patrick Flueger | als Private Joe Willis | ||
| Clifton Collins Jr. | als Major Cavazos | ||
| Carey Mulligan | als Cassie Willis | ||
| Omid Abtahi | als Yussuf | ||
| Ethan Suplee | als Sweeney | ||
| Navid Negahban | als Murad | ||
| Yousuf Azami | als Talibanführer | ||
| Jenny Wade | als Tina | ||
| Regie: | Jim Sheridan | ||
| Drehbuch: | David Benioff | ||
| Produzent: | Michael DeLuca | ||
| Ryan Kavanaugh | |||
| Sigurjon Sighvatsson | |||
| Koproduzent: | Kenneth L. Halsband | ||
| Mark Fischer | |||
| Matt Battaglia | |||
| Ausf. Produzent: | Scott Fischer | ||
| Tucker Tooley | |||
| Jon Feltheimer | |||
| Zach Schiff-Abrams | |||
| Kamera: | Frederick Elmes | ||
| Schnitt: | Jay Cassidy | ||
| Musik: | Thomas Newman | ||
| Produktionsdesign: | Tony Fanning | ||
| Kostüme: | Durinda Wood | ||
| Casting: | Avy Kaufman | ||
Mit dem SciFi-Thriller Donnie Darko erlangte er Indie-Kultstatus, für das sensible Drama "Brokeback Mountain" war er für den Oscar nominiert. Nun zieht Jake Gyllenhaal für Produzentenlegende Jerry "Bum Bum" Bruckheimer im Action-Kracher "Prince of Persia" alle Register des Popcornkinos.
"Prince of Persia - Der Sand der Zeit" schlägt ein neues Kapitel auf im Leben von Top-Schauspieler Jake Gyllenhaal (Foto: Walt Disney)
Würden Sie etwas ändern, wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten?
JAKE GYLLENHAAL: Ich wäre nicht so vermessen, etwas ändern zu wollen. Aber ich würde gerne bei meiner Geburt zusehen.
Sie waren bislang eher für Rollen in kleineren, anspruchsvolleren Filmen bekannt. Dies ist Ihr erster großer Blockbuster. Was war anders?
Jeder Tag fühlte sich an, als würde man zu einem neuen Sportereignis aufbrechen. Während des Drehs zu "Prince of Persia - Der Sand der Zeit" in Marokko war eine kilometerlange Autokolonne unterwegs, um die Schauspieler und die Crew an die Drehorte zu bringen. Auf den improvisierten Parkplätzen standen um die 500 Land Rover. Jeden Tag wurde eine ganze Armee mobilisiert. Nach der Anreise musste ich mich jedes Mal eine knappe Stunde in den Prinz von Persien verwandeln lassen. Wenn man dann endlich vor der Kamera stand, war ein halber Tag vergangen. Das sind natürlich ganz andere Dimensionen als das, was ich bislang gewohnt war. Bei einem Film wie "Brothers" waren wir vier oder fünf Schauspieler mit einer kleinen Crew. Das fühlte sich wie bei einer Familie an. Bei "Prince of Persia" war es eher wie beim Militär.
Was ziehen Sie vor?
Beides gefällt mir. Ich habe mir fest vorgenommen, das Leben nicht mehr ganz so ernst zu nehmen und mit mehr Humor an die Arbeit zu gehen. Das Leben bietet mir so viele unterschiedliche Dinge, dass ich töricht wäre, das nicht auszunutzen, solange es geht. Abwechslung macht das Leben interessant. Bei "Prince of Persia" habe ich ebenso viele neue Dinge gelernt wie bei "Brothers", man muss es nur entsprechend einordnen können.
Wie stark beeinflusst die Umgebung Ihr Schauspiel?
Bei einem Film wie "Brothers" hat man viel mehr Spielraum, man kann Sachen ausprobieren, verwerfen, wieder neu machen. Wenn man bei einer großen Jerry-Bruckheimer-Produktion nur einen Schritt anders macht als geplant, dann beeinflusst das die Arbeit von 500 Leuten - und kostet viel Geld. Ein solcher Film wird sorgfältig Lage um Lage gebaut. Man lässt sich die Haare wachsen, man arbeitet am Akzent, man beginnt mit dem Training. Das ist mit soviel Vorbereitung verbunden, dass beim Dreh gar kein Raum mehr für große Änderungen bleibt.
Ihnen war sicherlich bewusst, dass Sie nach diesem Film in der Öffentlichkeit mit ganz anderen Augen gesehen werden.
Mir ist bewusst, dass sich eine ganz andere Gruppe von Kinogängern diesen Film ansehen wird. Das war der Reiz und der Spaß daran. Ich freue mich darauf, der Held von Kids auf der ganzen Welt zu sein - so wie Indiana Jones mein Held war.
Filme, die auf Videogames basieren, neigen dazu, nicht gerade als Meisterwerke in die Filmgeschichte einzugehen. Haben Sie sich darüber im Vorfeld Gedanken gemacht?
Warum sollte ich einem Film mitspielen, wenn ich schon im Vorfeld besorgt bin? Ich bin in der beneidenswerten Situation, bei Filmen mitzumachen, auf die ich mich freue. Natürlich war mir bewusst, dass Videogame-Adaptionen bislang nicht allzu toll waren. Das liegt daran, dass es noch keiner richtig gemacht. Und das war unser Anspruch: Wir wollten es richtig machen und beweisen, dass man aus einem Videogame einen tollen Film machen kann.
Was ist das Geheimnis?
Man darf nicht sklavisch an der Vorlage kleben. Das gilt bei Romanverfilmungen, und es gilt bei Videogame-Verfilmungen. Vielmehr muss man den Nerv der Vorlage treffen und daraus etwas machen, das auf eigenen Beinen stehen kann.
Produzent Jerry Bruckheimer hat schon in der Vergangenheit ausgezeichnetes Gespür dafür gezeigt, aus ambitionierten Independent-Schauspielern Actionhelden zu machen - siehe Nicolas Cage, Johnny Depp und Ben Affleck. Was erwarteten Sie sich von der Zusammenarbeit mit dem größten Produzenten Hollywoods?
Ich wusste nicht, was mich erwartet. Ich hatte keine Vorstellung. Genau das fand ich spannend. Bei einem unserer ersten Gespräche habe ich Jerry Bruckheimer auf seinen Status und seine Macht angesprochen und gefragt, wie viel Entscheidungsspielraum ich in einem Film von ihm haben würde. Er sah mich an und sagte: Soviel, wie du willst. Er hat sein Wort gehalten. Er hatte immer ein Ohr für mich. Und da ging mir ein Licht auf: Das ist das Geheimnis seines Erfolgs. Er holt die besten Leute zusammen und vertraut auf ihre Expertise. Ich habe enormen Respekt vor diesem Mann.
Wird es Ihnen nach "Prince of Persia" möglich sein, wieder zu kleineren Filmen und mutigeren Rollen zurückzukehren?
Das habe ich bereits getan. Tatsächlich habe ich bereits zwei neue Filme abgedreht, die wir schnell gedreht haben und die ziemlich mutig sind: "Love and Other Drugs" mit Anne Hathaway und "Source Code" von "Moon"-Regisseur Duncan Jones, den ich für eines der größten Regietalente unserer Zeit halte. Das wir mir wichtig, um nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Ich schließe nicht aus, wieder in großen Filmen zu spielen, wenn mir das Projekt zusagt, aber ich will niemals aufhören, mich in kleinen Filmen zu fordern. Nur so kann man dazulernen. Und ich stehe ja erst am Anfang.
Apropos Anfang: Welchen Teil Ihrer Kindheit würden Sie gerne noch einmal erleben?
Ich wäre mich gerne noch einmal als Achtjährigen sehen. Damals habe ich zum ersten Mal "Indiana Jones" und Filme wie "Die Goonies" gesehen. Das sind die Filme, wegen denen ich bei "Prince of Persia" mitmache. Ich wollte wenigstens einmal in meinem Leben in einem solchen Film vor der Kamera gestanden haben. Und wenn ich die Gelegenheit hätte, dann würde ich diesem Achtjährigen sagen: Pass mal auf, wenn du 29 Jahre alt bist, wirst du selbst der Star in einem Film sein, der ein bisschen wie "Indiana Jones" und "Die Goonies" ist. Und ich würde zusehen, wie ihm die Augen herausfallen.
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