Kurt Russell
J. T. Walsh
Kathleen Quinlan
Regie: Jonathan Mostow
Verleih: Tobis
Als Jeff und Amy auf ihrem Weg von Boston nach Las Vegas mitten in der Einöde eine Autopanne haben, bietet ein Trucker seine Hilfe an: Bis zum nächsten Rastplatz nimmt er Amy mit. Jeff gelingt es, in Amys Abwesenheit den Wagen wieder zu starten. Doch am Treffpunkt angekommen, ist sein Frau wie vom Erdboden verschluckt... Es beginnt eine verzweifelte Suche.

Die endlose Weite des amerikanischen Südwestens mit seinen malerischen Vistas strahlt für viele traumhafte Schönheit aus. Doch hat man auf einem dieser Niemandslands-Highways plötzlich eine Autopanne, kann es ein böses Erwachen geben. Diese für jeden leicht nachvollziehbare Paranoia-Prämisse macht sich der nervenaufreibende Suspense-Thriller "Breakdown" mit Kurt Russell ("Stargate") äußerst effektiv zu Nutze.
Regisseur Jonathan Mostow (bisher auf dem TV-Sektor tätig) verfaßte in Zusammenarbeit mit Sam Montgomery das bewußt simple und realitätsnahe Drehbuch, das deutliche Parallelen zum Entführungsschocker "Spurlos" und dem packenden Klassiker "Beim Sterben ist jeder der Erste" zeigt. Mostow verarbeitet in seinem für 40 Mio. Dollar realisierten Leinwanddebüt auch Charakteristika eines modernen Western, in dem der städtische Protagonist in unbekanntem Territorium auf sich allein gestellt ums Überleben kämpfen muß.
Jeff (Kurt Russell) und Amy (Kathleen Quinlan aus "Apollo 13") Taylor befinden sich auf der Reise von Boston nach Los Angeles, als ihr brandneuer Jeep inmitten der gottverlassenen Moab-Wüste seinen Geist aufgibt. Kurz darauf hält der hilfsbereite Trucker Red (J.T. Walsh gekonnt auf dem Grat zwischen harmloser Biederkeit und ruchloser Skrupellosigkeit) und bietet an, Amy zur nächsten Raststelle mit Telefon mitzunehmen. Als Jeff in der Zwischenzeit das Problem selbst beheben kann und zum vereinbarten Treffpunkt fährt, fehlt von seiner besseren Hälfte jede Spur. Auch im Diner voller wenig vertrauenserweckender Rednecks will sie angeblich keiner gesehen haben. Und auch als Jeff Red später einholt, behauptet dieser er und seine Frau seien ihm völlig unbekannt. Ein Alptraum von abgrundtiefen Ausmaßen beginnt...
Der vielseitige Kurt Russell erweist sich mit seiner glaubhaften Jedermann-Aura als perfekter Hauptdarsteller, der sich mit menschlichen Klapperschlangen auseinandersetzen und eine einsame Entscheidung treffen muß, als das Leben seiner Ehefrau Amy (die recht unscheinbar wirkend ebenfalls eine gute Identifikationsfigur abgibt) auf dem Spiel steht. Die chronologisch gefilmte Dino-De-Laurentiis-Produktion versteht es dabei, die Spannungsschraube stetig anzuziehen und die zunächst unterschwelige Panik unaufhaltsam zu steigern, um schließlich wie ein unvermittelter Schlag mit dem Gewehrknauf zum Ausbruch zu kommen. Auf Zufälle, die die Handlung vorantreiben sollen, und fantastische Spezialeffekte wurde weitgehend verzichtet, und Russell verwandelt sich in dieser klassischen Harrison-Ford-Rolle - nicht von ungefähr ist "Breakdown" eine Wildnis-Variante von "Frantic" - auch nicht plötzlich in einen eindimensionalen Actionheld. Lediglich beim aufwendigen "brückenhängenden" Finale wird die angestrebte Authentizität zugunsten leinwandtauglicher Thrills ein wenig strapaziert. Die Breitwandaufnahmen von Kameramann Doug Milsome (Oscarnominierung für "Full Metal Jacket") fangen in bester Westerntradition die wunderschöne Natur in ihrer ganzen majestätischen Schönheit und mit der hinter ihrer pittoresken Fassade schwelenden Bedrohlichkeit ein. Eine ideale Kulisse für diesen grundsoliden Qualitäts-Thriller, dem an der Kinokasse wohl kaum ein "Breakdown", sondern eher ein Einspiel im Rahmen des letzten Russell-Hits "Einsame Entscheidung" zuteil werden sollte. ara.
| Darsteller: | Kurt Russell | als Jeff Taylor | |
|---|---|---|---|
| J. T. Walsh | als Red Barr | ||
| Kathleen Quinlan | als Amy Taylor | ||
| M. C. Gainey | als Earl | ||
| Jack Noseworthy | als Billy | ||
| Rex Linn | als Sheriff Boyd | ||
| Ritch Brinkley | als Al | ||
| Moira Harris | als Arleen | ||
| Kim Robillard | als Deputy Len Carver | ||
| Thomas Kopache | als Calhoun | ||
| Jack McGee | als Bartender | ||
| Vincent Berry | als Deke | ||
| Helen Duffy | als Flo | ||
| Gene Hartline | als Tow Truck-Fahrer | ||
| Steven Waddington | als Cowboy in der Bank | ||
| Rick Sanders | als Truck Stop Trucker | ||
| Regie: | Jonathan Mostow | ||
| Drehbuch: | Jonathan Mostow | ||
| Sam Montgomery | |||
| Produzent: | Martha De Laurentiis | ||
| Dino De Laurentiis | |||
| Koproduzent: | Artist W. Robinson | ||
| Ausf. Produzent: | Jonathan Fernandez | ||
| Harry Colomby | |||
| Kamera: | Douglas Milsome | ||
| Schnitt: | Derek Brechin | ||
| Kevin Stitt | |||
| Musik: | Basil Poledouris | ||
| Richard Marvin | |||
| Produktionsdesign: | Victoria Paul | ||
| Lee Mayman | |||
| Kostüme: | Terry Dresbach | ||
| Ton: | Felipe Borrero | ||
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