Jonathan Pryce
Robert De Niro
Katherine Helmond
Regie: Terry Gilliam
Verleih: Fox
In einem totalitären Überwachungsstaat in nicht allzu ferner Zukunft gerät der kleine Buchhalter Sam Lowry, der des Nachts von großen Heldentaten träumt, durch eine Verwechslung mit dem gesuchten Terroristen Harry Tuttle in böse Schwierigkeiten mit Obrigkeit und Ordnungskräften. Als er dann noch in einer schönen Widerstandskämpferin seine Traumprinzessin zu erkennen glaubt, ist es für eine Rückkehr in die Normalität zu spät. Harry wird zum Störfall, und die anonyme Staatsmaschine schlägt erbarmungslos zu.

Inspiriert vom Orwell-Jahr 1984 serviert Monty-Python-Mastermind Terry Gilliam eine nachtschwarze Zukunftsgroteske, die nur noch selten von jener absurden Komik gebrochen wird, für die der Name Gilliam in den 70ern einmal stand. Jonathan Pryce ("Evita") spielt die Hauptrolle in dieser düsteren Parabel über das Ende des Individuums, und gerngesehene Leinwandcracks wie Robert De Niro, Bob Hoskins sowie Gilliams Python-Kumpel Michael Palin stehen ihm in schillernden Nebenrollen zur Seite. Kein Film für Depressive, aber in SF-Fankreisen ein absoluter Pflichttitel.
| Darsteller: | Jonathan Pryce | ||
|---|---|---|---|
| Robert De Niro | |||
| Katherine Helmond | |||
| Kim Greist | |||
| Michael Palin | |||
| Sir Ian Holm | |||
| Regie: | Terry Gilliam | ||
| Drehbuch: | Terry Gilliam | ||
| Tom Stoppard | |||
| Charles McKeown | |||
| Produzent: | Arnon Milchan | ||
| Kamera: | Roger Pratt | ||
| Musik: | Michael Kamen | ||
Vielleicht bringt der zweite Anlauf der erstmals vor zehn Jahren gescheiterten Vision von Terry Gilliam den erhofften Erfolg. Die Besetzung scheint jedenfalls zu stimmen: Johnny Depp ist dabei!
Cineastisch gesehen ist Regisseur Terry Gilliam ein Besessener. Ein zwanghaftes Kreativ-Genie, das sich - einmal einem Projekt verschrieben - nie mehr davon lösen kann, bis es punktgenau nach seiner Vorstellung realisiert wurde. "Brazil", "König der Fischer", "12 Monkeys" und aktuell "Das Kabinett des Dr. Parnassus" - alle seine großen Werke entstanden auf diese getriebene Weise.
Doch eines entstand eben nicht: "The Man Who Killed Don Quixote" - ein Film, der seit über einem Jahrzehnt der Realisierung harrt. Und der im Jahr 2000 zu Gilliams persönlichen Waterloo werden sollte: Absurde Wetterverhältnisse, Dauerstörungen durch Kampfjets und Geldmangel machten den ersten Anlauf im Jahr 2000 zu einem Desaster, die Erkrankung von Hauptdarsteller Jean Rochefort versetzte dem Projekt den Todesstoß.
Doch noch immer hält Terry Gilliam an seinem Traum fest, will den Abenteuern des Ritters von der traurigen Gestalt einen zeitgemäßen Anstrich verpassen. Und langsam scheint es, als könnten die Visionen des Ex-Monty-Python doch noch Formen annehmen.
So verriet Gilliam jetzt einem Magazin, dass Johnny Depp wieder im Boot sei. Der hätte bereits im gescheiterten ersten Anlauf den Begleiter des Mannes von La Mancha verkörpern sollen, musste aber bei der Planung zu "Don Quixote Reloaded" aus Zeitmangel absagen. Jetzt scheint er Meinung wie Terminpläne geändert zu haben und wird wohl doch noch als Zeitreisender aus dem 21. Jahrhundert Robert Duvall als glanzlosen Ritter auf seiner Quest unterstützen. So die Götter des Filmemachens Gilliam dieses Mal wohlgesinnt sind - und sein Lebenswerk nicht wiederum zum Kampf gegen Windmühlen werden lassen.
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