Komplexe, emotionale Geschichte nach einem authentischen Mordfall. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz43/z0243194/b150x150.jpg Boys Don't Cry

Filmdetails

Boys Don't Cry

Komplexe, emotionale Geschichte nach einem authentischen Mordfall.


Boys Don't Cry
Start: 03.02.2000

Drama

USA 1999
Laufzeit: 118 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Hilary Swank
Chloë Sevigny
Peter Sarsgaard

Regie: Kimberly Peirce
Verleih: Fox

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Teena Brandon ist einsam in Lincoln, Nebraska. Eines Tages läßt sie sich die Haare kurz schneiden, stopft sich ein Polster in den Jeans-Schritt, nennt sich Brandon Teena und beginnt ein neues Leben in dem 40 Kilometer entfernten Kaff Falls City. Dort freundet sich Brandon schnell an, vor allem mit Lana, die sich ernsthaft in ihn verliebt, aber auch ihre Freunde John und Tom sind von ihm angetan, verkraften die Wahrheit nicht und werden rabiat.


Kritik

Boys Don't Cry

Fast wie ein "American Graffiti" der 90er Jahre mit dem mörderischen Impakt der Truman-Capote-Verfilmung "Kaltblütig" trifft dieser Erstlingsfilm von Kimberley Peirce mitten ins Herz, emotional wie intelligent. Die komplexe, vielschichtige Geschichte nach einem authentischen Fall mitten in der amerikanischen Provinz vor ein paar Jahren schildert psychologisch und gesellschaftskritisch genau Ambiente und Hintergründe einer besonders grausamen Mordtat. Opfer ist ein 21 jähriger charismatischer von allen Mädchen geliebter junger Mann, der in Wahrheit eine Frau ist. Intensive Thrillerspannung und romantische Sehnsucht nach Liebe machen diesen Film auch für ein anspruchsvolles Mainstream-Publikum attraktiv.

Es geht nicht um das Psychodrama eines Transsexuellen und auch nicht um die verzweifelte Seele eines Mannes in einem Frauenkörper, sondern um ein unbehaustes junges Mädchen auf der Suche nach Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit - nach der eigenen Identität. Teena Brandon ist einsam in Lincoln, Nebraska, läßt sich eines Tages die Haare kurz schneiden, stopft sich ein Polster in den Jeans-Schritt und zieht los. In einer Kneipe kommt sie männlich gut an - und nennt sich fortan Brandon Teena. so beginnt Kimberley Peirces Film über ein Mädchen, das gern ein Junge sein wollte, das weder lesbisch noch ein sexualpathologischer Fall war, sondern einen Platz im Leben suchte. Und genau da liegt das Außergewöhnliche dieses Films, der allen Verlockungen, einen knalligen Mainstream-Thriller der schwarz-weißen Opfer-Täter-Moral zu machen, konsequent widerstanden hat. Peirce hat sehr genau recherchiert, bevor sie zusammen mit Andy Bienen das Drehbuch schrieb, in dem es keine nur gute oder nur böse Figur gibt. Vielmehr werden die Charaktere aus ihrem sozialen und familiären Umfeld begreifbar. Brandon (atemberaubend und ohne eine einzige aufgesetzte Hosenrollen-Attitude gespielt von Hilary Swank) beginnt sein neues Leben als Newcomer in dem nur 40 Kilometer von Lincoln entfernten Kaff Falls City als der perfekte Boyfriend einsamer, gesellschaftlich unterprivilegierter junger Mädchen - solcher Mädchen also, wie er selbst eins ist. Mit seinem zärtlichen Charme bezaubert er sie, vor allem eine, Lana (anrührend und mit genau nuancierten Zwischentönen gespielt von Chloe Sevigny, einst ein von Larry Clarks "Kids"). Lana, in die auch Brandon sich ernsthaft verliebt, ist die Figur, mit der sich die Zuschauer am besten identifizieren kann - mit ihrer Verlorenheit und ihrem Gefühl, mit dem sie diese Liebe unbedingt leben will, auch als sie weiß, aber nicht wissen will, daß Brandon ein Mädchen ist. Denn Brandon ist der netteste und verständnisvollste Junge, den sie jemals kennengelernt hat. Ganz im Gegensatz zu ihren Freunden John (Peter Sargaard) und Tom (Brendan Sexton III), Sozialfälle ihr ganzes 20jähriges junges Leben lang, die schließlich zu Brandons Vergewaltigern und Mördern werden. Der junge Fremde , der in die Stadt kam, hatte auch sie bezaubert, er hatte sie das Träumen gelehrt, und sie waren unüberwindbar tödlich schockiert, als sie die Wahrheit über ihn herausfanden, daß er sie belogen hatte.

Stilsicher hat Kimberley Peirce diesen Film nicht als Fallstudie, sondern als realistische Lebensbeschreibung inszeniert, wobei sie der romantischen Liebesgeschichte zwischen Brandon und Lana für eine gewisse Zeit erzählerisch eine Chance gibt, wie auch im wirklichen Leben. Wie spannend das ist und wie man sich selbst darin wiederfinden kann, hat schon lange kein Film mehr so beeindruckend gezeigt. fh.

Boys Don't Cry

Darsteller:  Hilary Swank   als Brandon Teena
  Chloë Sevigny   als Lana
  Peter Sarsgaard   als John
  Brendan Sexton III   als Tom
  Alison Folland   als Kate
  Alicia Goranson   als Candace
  Matt McGrath   als Lonny
  Rob Campbell   als Brian
  Jeanetta Arnette   als Lanas Mutter
 
Regie:  Kimberly Peirce  
Drehbuch:  Kimberly Peirce  
  Andy Bienen  
Produzent:  Jeffrey Sharp  
  John Hart  
  Eva Kolodner  
  Christine Vachon  
Koproduzent:  Morton Swinsky  
Ausf. Produzent:  Pamela Koffler  
  Jonathan Sehring  
  Caroline Kaplan  
  John Sloss  
Kamera:  Jim Denault  
Schnitt:  Lee Percy  
  Tracy S. Granger  
Musik:  Nathan Larsen  
Produktionsdesign:  Michael Shaw  
Kostüme:  Victoria Farrell  
Ton:  Mack Melson  

Angriff der Power-Ladys

Sie sollten gut aussehen, ihren Text fehlerfrei aufsagen und sich ansonsten aus dem Filmgeschäft raushalten - so sah die Rolle der Frau in Hollywood über Jahre hinweg aus. Damit ist Schluss, seit Powerfrauen wie Julia Roberts für ihre Filme Traumgagen von über 20 Mio. Dollar beziehen.

Großansicht Strahlend schön und talentiert: die zweifache Oscar-Gewinnerin Hilary Swank (Foto: Kurt Krieger)

Strahlend schön und talentiert: die zweifache Oscar-Gewinnerin Hilary Swank (Foto: Kurt Krieger)

Diese Powerfrauen bestreiten zweistündige Dramen mit Würde und Können, und selbst Durststrecken im Lauf ihrer Karriere können sie nicht aufhalten.

Der Beweis dafür ist Hilary Swank, die nach ihrer bewegenden Darstellung in "Boys Don't Cry" mehrere Kinoflops drehte. Mit dem sensationellen Drama "Million Dollar Baby" meldete sie sich in diesem Jahr besser denn je zurück.

Ihrer bescheidenen, aber willensstarken Boxerin verlieh Swank ein Höchstmaß an Würde und Glaubhaftigkeit. Durchhaltevermögen hat sie ohnehin schon seit ihrer Jugend: Swank schwamm sich als Teenager in die Jugendolympiade. Die 30-Jährige ist im Filmbusiness erfolgreicher als ihr Gatte Chad Lowe, ebenfalls ein Schauspieler.

Großansicht Ist im Actionfilm genauso daheim wie im bewegenden Drama: Charlize Theron (Foto: Kurt Krieger)

Ist im Actionfilm genauso daheim wie im bewegenden Drama: Charlize Theron (Foto: Kurt Krieger)

Tierschützerin im Latexlook

Ähnlich verhält es sich mit Charlize Theron, einer leidenschaftlichen Tierschützerin, die lautstark die erste weibliche US-Präsidentin fordert. Die Südafrikanerin hat ihren Verlobten Stuart Townsend karrieremäßig längst überflügelt und kann nun unter den besten Parts auswählen.

Kein Wunder, begeisterte Theron doch mit ihrer uneitlen Performance als Serienkillerin Aileen Wuornos in "Monster" alle Kritiker. Jetzt kann sie sich sogar einen Ausflug ins heiße Latexkostüm der Action-Amazone "Aeon Flux" leisten.

Großansicht Inszeniert gerade das Drama "Marie Antoinette": Sofia Coppola (Foto: Kurt Krieger)

Inszeniert gerade das Drama "Marie Antoinette": Sofia Coppola (Foto: Kurt Krieger)

Aus Papas Schatten ins Rampenlicht

Auch Sofia Coppola ließ alle bösen Zungen verstummen, als sie 1999 "The Virgin Suicides" inszenierte. Mit dem gelungenen Drama um die Selbstmorde mehrerer Schwestern trat sie selbstbewusst aus dem Schatten ihres Vaters Francis Ford Coppola.

Für ihr Meisterwerk "Lost in Translation" bekam sie einen Golden Globe und einen Oscar. Zur Belohnung darf sie nun einen epischen Kostümschinken um die geköpfte Franzosenkönigin Marie Antoinette drehen.

Großansicht Sie definierte den Begriff "Rache" neu: Uma Thurman in Quentin Tarantinos "Kill Bill" (Foto: Buena Vista)

Sie definierte den Begriff "Rache" neu: Uma Thurman in Quentin Tarantinos "Kill Bill" (Foto: Buena Vista)

Köpfchen vor Kurven

Anders als Coppola konnte Uma Thurman zwar bisher noch keinen Oscar mit nach Hause nehmen, aber die gefragte Blondine und allein erziehende Mutter hat auch so Kultstatus.

Seit sie in Quentin Tarantinos" Pulp Fiction" mit John Travolta tanzte, wird die 35-Jährige von Millionen Fans verehrt. Die Rolle als knallharte Rächerin in den "Kill Bill"-Filmen untermauerte ihre Position noch.

Ebenfalls schlagkräftig gab sich Angelina Jolie, als sie 2001 in "Tomb Raider" die Computerspielheldin Lara Croft zum Leben erweckte.

Großansicht Superstar Angelina Jolie vermarktet ihren Sexappeal großzügig für gute Zwecke (Foto: Kurt Krieger)

Superstar Angelina Jolie vermarktet ihren Sexappeal großzügig für gute Zwecke (Foto: Kurt Krieger)

Schön schlau

Damals hatte die sexy Schauspielerin schon einen Oscar für das Drama "Durchgeknallt" in der Tasche. Ebenso kontrovers wie manche ihrer Rollen ist auch Angelinas Privatleben: Sie spricht offen über ihre zahlreichen Liebhaber.

Nebenbei ist sie ihrem Adoptivsohn Maddox eine Vorzeigemutter und engagiert sich mit Hingabe für die Belange der UNO. Köpfchen und Sexappeal müssen einander eben nicht ausschließen.

Das beweist auch Sharon Stone. Nach unzähligen Nebenrollen avancierte die Diva 1992 mit dem hocherotischen Thriller "Basic Instinct" über Nacht zum Superstar.

Großansicht Auf ihren "Basic Instinct" ist immer Verlass: Sharon Stone hat sich in Hollywood behauptet (Foto: Kurt Krieger)

Auf ihren "Basic Instinct" ist immer Verlass: Sharon Stone hat sich in Hollywood behauptet (Foto: Kurt Krieger)

154 statt 90-60-90

Als sexy Naivchen ließ sich die Schauspielerin mit einem IQ von 154 trotzdem nicht abstempeln. In dem Western "Schneller als der Tod" machte sie gestandenen Cowboys den Garaus, und in "Last Dance" gab sie gar eine wenig sympathische Hinrichtungskandidatin. Im nächsten Jahr wird Stone ihre Fans mit "Basic Instinct 2" beglücken.

Weniger sexbetont, aber genauso faszinierend kommt Juliette Binoche daher. Die gnadenlos talentierte Französin zeigt bettelnden Hollywoodproduzenten seit Jahren die kalte Schulter und dreht lieber kleine, feine Filme in Europa. Einzig mit der Romanze "Chocolat" wagte sie sich auf Traumfabrikterrain - und verzauberte das Publikum als mutige Singlemutter.

Großansicht Emma Watson kann als Hermione Granger in "Harry Potter" lässig neben ihren männlichen Kollegen bestehen (Foto: Warner)

Emma Watson kann als Hermione Granger in "Harry Potter" lässig neben ihren männlichen Kollegen bestehen (Foto: Warner)

Hermione holt aus

Hollywood funktioniert eben nicht mehr ohne diese selbstbewussten Karrierefrauen.

Selbst der Nachwuchs im Filmgeschäft macht schon von sich reden: Emma Watson, als Hermione Granger in den "Harry Potter"-Filmen zu sehen, lässt sich von ihren männlichen Co-Stars garantiert nicht einschüchtern. Und bei einem Hockeymatch - ihre Lieblingssportart - würde sie die Jungs ohnehin locker schlagen.

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Zwei Küsse umrahmen ihre Filmkarriere: In "Kids" der lange intensive Zungenkuss mit einem Girlie-Killer und in "The Brown Bunny" der...

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