Culture-Clash-Drama à la "Monsoon Wedding", in dem ein Inder der Tradition und Familie zuliebe eine "gekaufte" Braut vor den Traualtar führt. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz24/z0324408/b150x150.jpg Bollywood Hollywood

Filmdetails

Bollywood Hollywood

Culture-Clash-Drama à la "Monsoon Wedding", in dem ein Inder der Tradition und Familie zuliebe eine "gekaufte" Braut vor den Traualtar führt.


Bollywood Hollywood
Start: 26.06.2003

Komödie / Musikfilm

Kanada 2002
Laufzeit: 106 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Rahul Khanna
Lisa Ray
Moushumi Chatterjee

Regie: Deepa Mehta
Verleih: Universum

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Rahul (Rahul Khanna) ist der älteste Sohn einer schwerreichen indischen Familie, die in Kanada lebt. Als seine kleine Schwester heiratet, drängt die Sippe auch Rahul, endlich eine der Seinen zu freien. Der aber hat wenig Lust sich ins traditionelle Korsett pressen zu lassen und schiebt eine fingierte Liason mit der schönen Sue (Lisa Ray) vor - seiner Meinung nach eine Spanierin, die der Familie kurzerhand als Inderin präsentiert wird. Als Rahul und Sue sich wirklich ineinander verlieben, droht der Schwindel aufzufliegen.

Deepa Mehta ist die führende Regisseurin Indiens und in dieser Funktion eigentlich für sozialkritische Kommentare zuständig. Mit diesem romantischen Musical nach bester Bollywood-Manier zeigt sie nun, dass sie auch gern mal von der leichten Muse geküsst wird.


Kritik

Bollywood Hollywood

Im Gefolge der recht erfolgreichen Indien-Produktion "Monsoon Wedding" und der weit unter Wert geschlagenen Parodie "Der Super-Guru" zielt nun die in Kanada lebende Inderin Deepa Mehta mit ihrem aktuellen Werk auf ein breites internationales Publikum. Da sich die Filmemacherin jedoch für eine Persiflage zu wenig von Bollywood-Vorbildern löst und für ein typisches Masala Movie nicht genug Kitsch und Glamour bietet, hängt die Komödie etwas zwischen den kulturellen Stühlen. Hiesige Sehgewohnheiten und das für Europäer eher irrelevante Thema werden der handwerklich sauber umgesetzten Produktion wohl nicht mehr als ein ehrbares Einspielergebnis bescheren.

Als Madonna sich vor Jahren mit Henna-Bemalung und Glückskettchen fotografieren ließ, überschwemmten Händler daraufhin Deutschlands Fußgängerzonen mit billigem Indien-Tand. Dem Modeschmuck folgten bedruckte Taschen und derzeit sind asiatisch inspirierte Batikblusen wieder salonfähig. Doch was der Mode scheinbar mühelos gelingt, nämlich der Einstieg in den deutschen Markt, blieb dem indischen Kino bislang verwehrt. Nur wenige Deutsche zeigen sich bereit, drei Stunden und mehr im Kino auszuharren, um mehr über die gesellschaftlichen Probleme eines exotischen Landes zu erfahren und zahlreiche gewöhnungsbedürftige Musicalnummern zu durchstehen. Doch ohne Gesang und Tanz kein Bollywood-Kino, das weiß auch Deepa Mehta, die nach ihren beiden anspruchsvollen Arthouse-Produktionen "Camilla" (1994) und "Fire - Wenn Liebe Feuer fängt" (1996) nun mit "Bollywood/Hollywood" ihr Glück in hiesigen Lichtspielhäusern versucht. Dankenswerterweise beließ die Regisseurin es bei 103 Minuten Spielzeit, so dass zumindest die erste Hürde für den europäischen Mark genommen scheint. Bei der Handlung machte sie jedoch keine Kompromisse - die bleibt Bollywood pur.

Die weiße Freundin des wohlhabenden, in Toronto lebenden Inders Rahul (Rahul Khanna) kommt bei einem missglückten Esoteriktrip (!) ums Leben. Daraufhin zwingt ihn seine Mutter, unterstützt von der resoluten Oma (wunderbar: Bollywood-Heroine Dina Pathak), bis zur anstehenden Eheschließung seiner schwangeren Schwester Twinky (Rishma Malik) eine indische Gattin zu präsentieren. Sollte ihm dies nicht gelingen, würde sie kurzerhand Twinkys Hochzeit platzen lassen. Da lernt der verzweifelte Rahul in einer Bar die attraktive, vermeintliche Hostess Sue (Lisa Ray) kennen, die ihrem Aussehen nach aus Ost-Indien stammen könnte.

Der Regisseurin und Drehbuchautorin Deepa Mehta stand der Sinn hier eindeutig nach einer augenzwinkernden Persiflage auf die beliebten Bollywood-Schinken. Und genau hierin fußt auch das eigentliche Problem des Werks, denn witzig gemeinte Bildunterschriften, Anspielungen auf indische Stars und Traditionen sowie die Verulkung der ehernen Regeln des Bombay-Kinos treffen hierzulande mangels Vorwissen meist ins Leere. Dass manche Einstellungen zudem - fälschlicherweise, weil so gewollt - den Anschein hastig produzierter Fernsehware erwecken und der ehemalige MTV-Asia-VJ Rahul Khanna in unseren Breiten keinen Star-Status besitzt, trägt auch nicht gerade zur Massenkompatibilität bei. Bleiben auf der Habenseite das schnippische, peppige Ex-Model Lisa Ray, dem auch die hölzernsten Dialoge flott über die Lippen gehen, und die sauber inszenierten Musical-Nummern, die insgesamt aber leider zu kurz ausfallen.

Alles in allem bleibt die ambitioniert geplante Beziehungskomödie jedoch leider im dramaturgischen wie visuellen Mittelmaß stecken. Einzig Ritu Kumars indische Kostüme lassen den Zuschauer etwas von dem Glamour und der Opulenz der Bollywood-Vorbilder erahnen - es gilt also weiter auf den ultimativen Hollywood-Meets-Bollywood-Mix zu warten. geh.

Bollywood Hollywood

Darsteller:  Rahul Khanna   als Rahul Seth
  Lisa Ray   als Sue (Sunita) Singh
  Moushumi Chatterjee   als Mummy ji/Ruby Seth
  Dina Pathak   als Grandma ji
  Kulbushan Kharbanda   als Mr. Singh
  Ranjit Chowdhry   als Rocky
  Jessica Paré   als Kimberly
  Rishma Malik   als Twinky
  Jazz Mann   als Bobby
  Arjun Lombardi-Singh   als Go (Govind)
  Leesa Gaspari   als Lucy
  Neelam Mansingh   als Mrs. Singh
  Mike Deol   als Killer Khalsa
  Jolly Bader   als Daddy ji
  Ronica Sajnani   als Ronica
  Jeremy Chow   als Brian
  Damon D'Oliveira   als Stevie Sood
  Nicky Gill   als Bobbys Mom
  Nicole Innis   als Nicole
  Rohan Rama Bader   als Rahul (jung)
  Terry Stevens   als Veronica
  Akshaye Khanna   als Akshaye Khanna
  Rupinder Nagra   als Rahuls Freund bei Hochzeit
  Anne Mroczkowski   als Reporterin
 
Regie:  Deepa Mehta  
Drehbuch:  Deepa Mehta  
Produzent:  David Hamilton  
Koproduzent:  Robert Wertheimer  
Ausf. Produzent:  Camelia Frieberg  
  Ajay Virmani  
  David Hamilton  
Kamera:  Doug Koch  
Schnitt:  Barry Farrell  
Musik:  Sandeep Chowta  
Produktionsdesign:  Tamara Deverell  
  Jason Graham  
Kostüme:  Anne Dixon  
  Ritu Kumar  
Ton:  Mark Gingras  

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