
Diese Rolle hat Dieter Pfaff selbst entwickelt und sich dann auf den Leib schreiben lassen: In der neuen ARD-Fernsehfilm-Reihe "Bloch" spielt Pfaff einen Psychotherapeuten, der mit sich selbst eigentlich genauso viele Probleme hat wie seine Patienten. Gegen die seelische Kälte hat er sich jede Menge Speck angegessen, seine Ehe geht zusehends in die Brüche; willig ergibt er sich seinem Selbstmitleid. Da kommt ihm der lebensmüde Josef Klettenberg (Michael Mendl) gerade recht. Dem ist vor einigen Jahren die Frau weggestorben; seither leidet er unter Atemnot, gibt sich die Schuld an ihrem Tod und hat bereits mehrere Selbstmordversuche hinter sich. Unversehens und ganz behutsam entwickelt sich das Psychodrama zum Krimi, denn Bloch kommt einem Skandal auf die Spur, bei dem Radioaktivität eine entscheidende Rolle spielt.
Trotz der stetig steigenden Spannung soll die von WDR und SWR gemeinsam produzierte Reihe nicht etwa noch einen weiteren Krimitermin im ARD-Programm etablieren. Dass die Geschichten des renommierten Autoren-Ehepaars Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich auch kriminalistische Elemente haben, ergibt sich eher am Rande. Im Zentrum stehen unzweifelhaft der Psychotherapeut und seine eigenwilligen Methoden. Im Gegensatz zu seinen Kollegen, die ihre Besucher in einer Praxis empfangen und auf eine Couch legen, ist der auf den ersten Blick ungehobelt und unsensibel wirkende Bloch aktiv: Er besucht seine Patienten zuhause und fährt mit ihnen zu jenen Orten, die für ihre Krankheit von entscheidender Bedeutung waren. Auf diese Weise ergibt sich natürlich eine ganz andere Form von Nähe zwischen Arzt und Patient, die fast schon freundschaftliche Tiefe erreicht. Dem Zusammenspiel zwischen dem großartigen Pfaff und Michael Mendl verdankt der Auftaktfilm "Schwarzer Staub" seine schönsten Momente.
Ohnehin profitieren die Schauspieler enorm davon, dass Regisseur Ed Herzog den Film mit langen Szenen drehte; auf diese Weise können sie ihre Rollen regelrecht ausloten. Das kommt nicht zuletzt auch dem Ehepaar Bloch zu Gute. Es ist fast eine Qual mitanzusehen, wie die Ehe zerbröckelt, obwohl sich beide dagegen wehren; denn selbst wenn Bloch und seine Frau Annegret (Eva Kryll) sich nicht mehr viel zu sagen haben, lassen Buch und Regie ihnen viel Zeit dafür. tpg.
| Darsteller: | Dieter Pfaff | als Dr. Maximilian Bloch | |
|---|---|---|---|
| Eva Kryll | als Dr. Annegret Bloch | ||
| Michael Mendl | als Josef Klettenberg | ||
| Katharina Wackernagel | als Leonie Bloch | ||
| Jürgen Holtz | als Prof. Dr. Hellmer | ||
| Thomas Schendel | als Dr. Johannes Kilian | ||
| Henriette Heinze | als Rita | ||
| Franziska Ollendiek | als Lucia | ||
| Anja Franke | als Edith | ||
| Karin Baal | als Frau Küsters | ||
| Regie: | Ed Herzog | ||
| Drehbuch: | Peter Märthesheimer | ||
| Pea Fröhlich | |||
| Kamera: | Benedict Neuenfels | ||
| Schnitt: | Monika Bednarz-Rauschenbach | ||
| Musik: | Irmin Schmidt | ||
| Produktionsdesign: | Stefan Schönberg | ||
| Kostüme: | Helene Hohensee | ||
| Ton: | Marcus Heimeshoff | ||
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