Originaltitel: The Blind Side
USA 2009
Sandra Bullock
Tim McGraw
Quinton Aaron
Regie: John Lee Hancock
Verleih: Warner
Leigh Anne Tuohy, glücklich verheiratete Ehefrau, zweifache Mutter und stolze Hausfrau in Memphis, ist eine Naturgewalt. Entsprechend vehement setzt sie sich auch ein, als ihre Tochter einen ungewöhnlichen Klassenkameraden mit nach Hause bringt: den übergewichtigen schwarzen Teenager Michael Oher, der nicht schreiben und sich fast nicht artikulieren kann. Aber er hat ein Talent für Football. Und deshalb ist auch Leigh Anne nicht mehr zu bremsen, die Michael bei sich zu Hause aufnimmt. Mögen ihre Beweggründe anfangs nicht nur altruistisch gewesen sein, bald schon liebt sie den Jungen wie ihre eigenen Kinder.

Sandra Bullock landete mit dem ergreifenden Sportdrama basierend auf wahren Begebenheiten einen weiteren Megahit und wurde mit dem Oscar ausgezeichnet.
Die Rolle der ebenso konservativen wie resoluten als auch großherzigen Südstaaten-Belle Leigh Anne Tuohy gibt Bullock ausgiebig Gelegenheit, ihr schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen. Tatsächlich ist auch von einer möglichen und durchaus verdienten Oscar-Nominierung die Rede. Basierend auf dem Tatsachenroman von Michael Lewis ("Moneyball") wird die Geschichte des 17-jährigen afroamerikanischen Michael Oher erzählt, der als obdachloser Teenager, der weder lesen noch schreiben kann und auch verbal keine große Leuchte ist, von Leigh Anne und ihrer Familie aufgenommen wird und einen kometenhaften Aufstieg in die NFL-Football-Liga macht. Die Inszenierung und Adaption dieser allamerikanischen Traumverwirklichungs-Story übernimmt John Lee Hancock, der bereits mit dem anrührenden Baseball-Drama "The Rookie" einen ähnlichen Feelgood-Film realisiert hatte. Eine unverkennbare Parallele ist der märchenhafte Anstrich beider Geschichten, die fast zu schön sind, um wahr zu sein - und es eben dennoch sind.
Dabei ist der Ausgangspunkt des Protagonisten alles andere als vielversprechend. Wie sein weibliches Pendant in dem Independenterfolg "Precious" ist Michael übergewichtig und traumatisiert. In der Schule hält man den vernachlässigten und stillen Jungen für zurückgeblieben, einen rundum hoffnungslosen Fall. Das ist allerdings nicht die Meinung der Societydame Leigh Anne, als sie Michael zufällig auf der Straße sieht und ihn mit ihrem Mann (Countrystar Tim McGraw) spontan zu sich nach Hause holt. Ihre beiden Kinder Collins (Lilly Collins) und SJ (Jae Head) besuchen mit Michael eine christliche Privatschule. Michael ist dort, weil der Football-Coach immenses Potential in ihm vermutet. Dies kann sich jedoch erst mit der unerschütterlichen Unterstützung seiner nicht zu bremsenden Ersatzmutter entfalten, die Himmel und Hölle sowie Kathy Bates als Michaels liberale Tutorin in Bewegung setzt, damit er die Aufnahme ins College schafft (Sportstipendien werden in den USA nur vergeben, wenn die Schüler auch einen entsprechenden Notendurchschnitt vorweisen können). Mit Ausdauer und Fleiß mausert sich der aussichtslose Außenseiter zur von allen namhaften College-Football-Coaches (die als sie selbst auftreten) umworbenen Sensation. Gleichzeitig wird er endgültig in den Schoß der edelmütigen Familie Tuohy aufgenommen.
Newcomer Quinton Aaron erweist sich als perfekte Besetzung für den "Gentle Giant", der sich auf dem Spielfeld zum Berserker mit Beschützerinstinkt für seine Teamkollegen wandelt. Die Stille und Sanftheit von Michaels Seele spiegelt sich in seinen ausdrucksstarken Augen, wie auch der Schmerz seiner fürchterlichen Kindheit. Dabei umschifft Hancock die Sentimentalitätsklippen elegant und gleicht so manchen sirupsüßen Anstrich mit frech-frischem Humor aus. Dazu trägt insbesondere die für ihre Rolle mit dem Oscar ausgezeichnete Bullock bei, deren Darstellung von Furchtlosigkeit gegenüber Ghettogangstern, knorrigen Männerdomänen und rassistischen Vorurteilen auch für herzhafte Lacher gut ist. Aufbauende Familienunterhaltung, die in den USA perfekt während der Feiertagszeit positioniert wurde, es in Deutschland aufgrund der Thematik aber voraussichtlich schwerer haben wird. ara.
| Darsteller: | Sandra Bullock | als Leigh Anne Touhy | |
|---|---|---|---|
| Tim McGraw | als Sean Tuohy | ||
| Quinton Aaron | als Michael Oher | ||
| Jae Head | als S.J. | ||
| Lily Collins | als Collins Tuohy | ||
| Ray McKinnon | als Burt Cotton | ||
| Kim Dickens | als Mrs. Boswell | ||
| Adriane Lenox | als Denis Oher | ||
| Kathy Bates | als Miss Sue | ||
| Catherine Dyer | als Mrs. Smith | ||
| Andy Stahl | als Sandstrom | ||
| Tom Nowicki | als Lehrer für Literatur | ||
| Brian Hollan | als Jay Collis | ||
| Melody Weintraub | als Lehrerin für Geschichte | ||
| Sharon Morris | als Granger | ||
| Omar J. Dorsey | als "Big Tony" Hamilton | ||
| Paul Amadi | als Steven Hamilton | ||
| Regie: | John Lee Hancock | ||
| Drehbuch: | John Lee Hancock | ||
| Produzent: | Broderick Johnson | ||
| Andrew A. Kosove | |||
| Gil Netter | |||
| Koproduzent: | Yolanda T. Cochran | ||
| Steven Wegner | |||
| Ausf. Produzent: | Timothy Bourne | ||
| Molly Smith | |||
| Erwin Stoff | |||
| Buchvorlage: | Michael Lewis | ||
| Kamera: | Alar Kivilo | ||
| Schnitt: | Mark Livolsi | ||
| Musik: | Carter Burwell | ||
| Produktionsdesign: | Michael Corenblith | ||
| Kostüme: | Daniel Orlandi | ||
| Casting: | Mark Fincannon | ||
| Ronna Kress | |||
"Rocky" ließ seinen Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance am Ende einer Userabstimmung setzte sich Sylvester Stallones Meisterwerk deutlich gegen "Cool Runnings" und "Million Dollar Baby" durch.
Packende Kämpfe, mitreißende Musik und kernige Charaktere - mit "Rocky" lieferte Sylvester Stallone ein Meisterstück ab, das auch 25 Jahre nach seiner Entstehung nichts an Faszination und Strahlkraft verloren hat. Das zumindest finden die Lovefilm-Kunden. In einer Umfrage innerhalb der Lovefilm-Gemeinschaft gelang Sylvester Stallones Boxer-Ringschlacht ein klassischer K.O. gegenüber der kompletten hochkarätigen Sportfilmkonkurrenz.
Auf dem Treppchen landeten hinter "Rocky" Disneys Bob-Komödie "Cool Runnings" und "Million Dollar Baby".
Lovefilm-Redakteurin Helen Cowley hat eine Erklärung für das gesteigerte Sportinteresse: "Die Olympischen Spiele 2012 in London werfen ihre Schatten voraus. Deshalb ist Sport ein heißes Thema - vom Wohnzimmer bis zur Umkleidekabine. Ob es sich um Fußballfavoriten, Bob fahrende Pfuscher oder boxende Balboas dreht, wir lieben es einfach, Sporthelden dabei zuzusehen, wie sie elegant die Ziellinie überqueren."
Ganz so elegant sieht das jedoch nicht immer aus, wenn wir die weiteren Platzierungen unter die Lupe nehmen. Wie zum Beispiel "Wie ein wilder Stier" auf Rang 4 und "The Wrestler" auf Platz 5. In die Top Ten haben es außerdem u.a. "Blind Side - Die große Chance", "The Damned United" und "The Fighter" geschafft. Herzlichen Glückwunsch - und ganz besonders "Rocky"!
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