Originaltitel: Zwartboek
Niederlande/Deutschland/Großbritannien 2006
Carice van Houten
Sebastian Koch
Thom Hoffman
Regie: Paul Verhoeven
Verleih: NFP (Warner)
Die in Berlin gefeierte jüdische Revuesängerin Rachel Stein (Carice van Houten) findet in Holland Zuflucht vor den Nazis. Beim Versuch, sich in den sicheren Süden zu retten, gerät ihre Familie in einen Hinterhalt und wird bis auf Rachel ermordet. Um sich an denen zu rächen, die ihre Angehörigen verraten haben, schließt sie sich dem Widerstand an. Sie lässt sich als Spionin Ellis de Vries bei den Nazis einschleusen. Der deutsche Offizier Müntze (Sebastian Koch) fasst Vertrauen zu ihr, und als eine Befreiungsaktion brutal scheitert, taucht sie mit ihm unter.
Hollands Regie-Export Paul Verhoeven ("Starship Troopers") kehrt nach Europa zurück und widmet sich 30 Jahre nach "Der Soldat von Oranien" wieder dem Zweiten Weltkrieg. Sein actionreicher Thriller in opulenten Bildern bietet eine emotionale Tour de Force.
Mit Sebastian Koch und Carice van Houten inszeniert Blockbuster-Regisseur Paul Verhoeven einen emotionalen Thriller über Schuld und Unschuld in Zeiten des Krieges.
Von einer ganz anderen, neuen Seite zeigt sich der niederländische Top-Regisseur Paul Verhoeven mit dieser packenden, unter anderem deutschen Produktion. Nach Hollywood-Erfolgen wie "Total Recall", "Robocop" oder "Basic Instinct" greift er ein brisantes Thema aus seiner Heimat auf, eine Geschichte aus der Besatzungszeit, die so oder ähnlich hätte passieren können.
Die talentierte Sängerin Rachel Stein (Carice van Houten) flieht vor den Nazis von Berlin nach Holland und hofft, dort in Sicherheit zu sein. Doch die Jüdin erlebt nach einer kurzen Verschnaufpause die Hölle auf Erden. Tiefflieger zerstören ihren Unterschlupf und das Boot, das sie in den befreiten Süden der Niederlande bringen soll, wird von einer deutschen Patrouille beschossen.
Rachel gelingt es, sich im Wasser zu verstecken, sie muss aber mit ansehen, wie alle Flüchtlinge umgebracht und ihrer Wertsachen beraubt werden. Sie ist die einzige Überlebende.
Im Krieg ist alles erlaubt: Um die Deutschen zu täuschen, zeigt Rachel auch schon mal Bein (Foto: NFP (Warner))
Unter dem Namen Ellis de Vries schließt sie sich in Den Haag dem Widerstand an, lässt sich die Haare blond färben und wird auf Müntze, den deutschen Chef des Sicherheitsdienstes, angesetzt, für den sie bald nicht nur Schreibmaschine tippt, sondern echte Liebe empfindet.
Charakterdarsteller Sebastian Koch ist "the good german", der anständige Deutsche, der so gar nicht dem typischen SS-Mann entspricht, ein Schöngeist, der die Greueltaten seiner Landsmänner verabscheut und sich lieber der Briefmarkensammlung zuwendet.
Rachel/Ellis weiß schließlich nicht mehr, wo ihr Platz ist, als Geliebte an der Seite des "Feindes" oder im Untergrund. Ganz anders dagegen ihre Freundin Ronnie, die durch die Betten der Besatzer tollt, um nicht zu darben, und deren Herz dennoch patriotisch schlägt.
Rachel/Ellis ist keine Mata Hari, sondern gerät immer tiefer in einen Gewissenskonflikt, die Grenze zwischen Gut und Böse verwischt sich. Kann sie dem fürsorglichen Resistance-Kämpfer und Arzt Hans Akkerman trauen, dem nicht ganz durchschaubaren Gerben Kujpers, Chef der Gruppe, oder ahnt SS-General Käutner etwas von ihrem Doppelleben und stürzt sie ins Verderben?
Als der lange vorbereitete Plan, eingekerkerte Widerstandskämpfer zu befreien, scheitert, gerät die Situation vollends außer Kontrolle. Rachel/Ellis flieht mit Müntze. Die Befreiung durch die Alliierten heißt noch lange nicht Freiheit - eine schmerzhafte Erfahrung.
Paul Verhoeven gelingt ein furioses Comeback in Europa, mit einem Thriller, der unter die Haut geht in seiner Mischung aus Spionage, Verrat, Liebe und Krieg. Er erzählt von Menschen, die alles auf eine Karte setzen. Und nicht immer gewinnen.
| Darsteller: | Carice van Houten | als Rachel Stein | |
|---|---|---|---|
| Sebastian Koch | als Ludwig Müntze | ||
| Thom Hoffman | als Hans Akkermans | ||
| Halina Reijn | als Ronnie | ||
| Waldemar Kobus | als Günther Franken | ||
| Derek de Lint | als Gerben Kuipers | ||
| Christian Berkel | als General Käutner | ||
| Dolf De Vries | als Notary Smaal | ||
| Peter Blok | als Van Gein | ||
| Michiel Huisman | als Rob | ||
| Ronald Armbrust | als Tim Kuipers | ||
| Frank Lammers | als Kees | ||
| Matthias Schoenaerts | als Joop | ||
| Johnny de Mol | als Theo | ||
| Regie: | Paul Verhoeven | ||
| Drehbuch: | Gerard Soeteman | ||
| Paul Verhoeven | |||
| Produzent: | San Fu Maltha | ||
| Jens Meurer | |||
| Teun Hilte | |||
| Frans van Gestel | |||
| Jeroen Beker | |||
| Jos van der Linden | |||
| Ausf. Produzent: | Andreas Grosch | ||
| Andreas Schmid | |||
| Marcus Schöfer | |||
| Kamera: | Karl Walter Lindenlaub | ||
| Schnitt: | Job ter Burg | ||
| Musik: | Anne Dudley | ||
| Produktionsdesign: | Wilbert van Dorp | ||
| Kostüme: | Yan Tax | ||
Um ihre Familie zu rächen, schleust sich im Weltkriegsdrama "Black Book" eine holländische Widerständlerin ins Nazihauptquatier ein.
Die schöne Rachel Stein (Carice van Houten) nutzt ihre weiblichen Reize, um sich bei den Nazis einzuschleichen (Foto: NFP(Warner))
» Die Produktion des Kriegsdramas "Black Book" war sehr aufreibend. Würden Sie diese Erfahrung wiederholen wollen?
PAUL VERHOEVEN: Auf jeden Fall, denn so habe ich einen Film machen können, den ich wirklich mag. Keiner stellte meine kreativen Entscheidungen infrage wie die amerikanischen Studios, keiner zwang mir Kompromisse auf. Die ganzen Probleme habe ich längst vergessen.
Meine Frau sagt immer, ich sehe die Vergangenheit durch eine rosa Brille. Das einzig Aufreibende ist die Veröffentlichung. Weil "Black Book" unabhängig produziert wurde, muss ich zu jedem einzelnen Filmstart in die jeweiligen Länder reisen. Im letzten halben Jahr habe ich rund 30 Trips hinter mich gebracht.
Der holländische Regisseur Paul Verhoeven genießt seine Freiheit von den Hollywoodstudios (Foto: NFP(Warner))
» Bei diesem Film konnten Sie nicht auf den organisatorischen Luxus einer Hollywoodproduktion zurückgreifen. War das störend?
Ich musste mich daran gewöhnen. Vorher war ich es gewohnt, mit einer Kamera zu arbeiten, die den Schauspielern durch die Szene folgte. Das erforderte aber eine sehr aufwendige Choreografie, und ich konnte die Dynamik der Szene beim Schnitt nicht mehr verändern.
So begann ich auch bei "Black Book". Doch mein Kameramann Karl-Walter Lindenlaub wies mich darauf hin, dass diese Methode viel zu langsam war und er überzeugte mich davon, mehrere Kameras einzusetzen. Dafür bin ich ihm wirklich dankbar. Das beschleunigte nicht nur die Arbeit, sondern gab mir viel mehr Wahlmöglichkeiten beim Schnitt. Künftig will ich nur noch so arbeiten.
Niederländische Schauspielerin. Sie begann in vielfach ausgezeichneten Jugendfilmen ("Die geheimnisvolle Minusch"), wurde Star in der...
Als einer der meistbeschäftigten Charakterdarsteller Deutschlands ist Sebastian Koch sowohl auf der Bühne, im TV als auch im Kino zu Hause...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.