
Was wäre, wenn man das Datum des eigenen Todes wüsste? Wie würde man den Rest seines Lebens gestalten? In Saus und Braus? Oder eher in stiller Einkehr? Gunnar (Günther Maria Halmer) entscheidet sich für das Letztere. Seit ein Computerprogramm seinen Todestag errechnet hat, spürt Gunnar: Das Ende ist nahe; auch wenn er den Brief mit dem verhängnisvollen Datum gar nicht geöffnet hat. Fortan geht er nur noch in Sack und Asche, findet den inneren Frieden und rüstet sich schließlich zur letzten Ruhe.
Und das soll Stoff für eine Komödie sein? In der Tat: "Bis dass Dein Tod uns scheidet" ist eine höchst amüsante, bisweilen gar tiefschwarze Komödie, die sich ihrem vermeintlich schweren Inhalt zum Trotz wunderbar beschwingt entfaltet. Denn das pfiffige Drehbuch von Michel Bergmann und Anke Apelt macht sich einen heiteren Jux aus Gunnars plötzlicher Todessehnsucht, zumal Regisseur Manfred Stelzer von Anfang an voll auf Lustspiel setzt. Das beginnt schon mit Gunnars Fahrt im Ferrari seines permanent balzenden Partners (Hanno Pöschl), den er zielsicher zu den Klängen von "Born to be wild" in einem Ententeich parkt. Und sein Ableben zelebriert er derart übertrieben, dass nie ein Zweifel an seinem Überleben aufkommen kann. Allerdings endet der Film trotzdem mit einem Todesfall; für das unerwartete Ende haben sich Bergmann und Apelt gleich zwei äußerst grimmige Pointen einfallen lassen.
Die schönere Rolle als die des zusehends hypochondrisch verfallenden Gunnar hat allerdings Senta Berger als Gattin Edith, die der Nekrophilie ihres Mannes einigermaßen ratlos gegenübersteht. Edith arbeitet für ein anspruchsvolles Tussi-Blatt und bringt die Sache mit dem "Todesprofil" überhaupt erst ins Rollen. Der Part ist Senta Berger perfekt auf den Leib geschrieben; ihre Dialoge strotzen nur so von bissigen Seitenhieben auf den Jugendwahn und die hysterische Medienwelt. Ergänzt wird das Duo Halmer/Berger um Hanna Burgwitz als Ediths etwas extravagante Mutter, die auch jenseits der achtzig noch voll im Leben steht. Eine hübsche ironische Komödie also, die erst gegen Ende ihr Anfangstempo einbüßt und sich zum Ausgleich aufdringlich makaber gibt. tpg.
| Darsteller: | Senta Berger | als Edith Mosbach | |
|---|---|---|---|
| Günther Maria Halmer | als Gunnar Mosbach | ||
| Loretta Pflaum | als Kyra Rosentreter | ||
| Hanna Burgwitz | als Thea | ||
| Hanno Pöschl | als Lothar | ||
| Roswitha Schreiner | als Birgit | ||
| Paul Faßnacht | als Hermann | ||
| Michael Brandner | als Willi | ||
| Kristina van Eyck | als Kroll-Morawetz | ||
| Enie van de Meiklokjes | als Marietta | ||
| Dietmar Mössmer | als Manager | ||
| Sara Hilliger | als Redakteurin Alina | ||
| Karo Guthke | als Redakteurin Franka | ||
| Wilhelm Beck | als Sievert | ||
| Christoph Hofrichter | als Herr Loose | ||
| Hans Bergmann | als Onkel Hubert | ||
| Johannes Habla | als Dr. Kaufmann | ||
| Günter Junghans | als Dr. Hinrichs | ||
| Gilbert von Sohlern | als Dr. Wetzel | ||
| Joseph Hannesschläger | als Mann im Aufzug | ||
| Gabriele Dossi | als Frau Sievert | ||
| Leander Lichti | als Layouter | ||
| Germán Casano | als Rodriguez | ||
| Edgar M. Böhlke | als Verleger | ||
| Silke Nikowski | als Kassiererin | ||
| Conni Hermann | als Moderatorin | ||
| Stefan Rutz | als Pfarrer | ||
| Luise Deschauer | als ältere Dame | ||
| Regie: | Manfred Stelzer | ||
| Drehbuch: | Michael Bergmann | ||
| Anke Apelt | |||
| Produzent: | Mario Krebs | ||
| Kamera: | Frank Grunert | ||
| Schnitt: | Bernd Schriever | ||
| Musik: | Lutz Kerschowski | ||
| Produktionsdesign: | Christian Kettler | ||
| Kostüme: | Evelyn Straulino | ||
| Ton: | Erik Seifert | ||
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