Originaltitel: Big Momma's House
USA 2000
Martin Lawrence
Nia Long
Paul Giamatti
Regie: Raja Gosnell
Verleih: Fox
FBI-Agent Malcolm Turner und Partner werden auf Bankräuber Lester angesetzt. Sie folgen seiner Exfreundin Sherry, die zu ihrer Großmutter Big Momma in die Südstaaten flüchtet. Die ist jedoch verreist und Malcolm schlüpft in Frauenkleider, um die Oma zu spielen. Turner verliebt sich in Sherry, der er mütterlich und romantisch näher kommt. Doch da kreuzen Lester und die echte Big Momma auf.

Letztes Jahr in USA und momentan in Deutschland teilen sich Martin Lawrence ("Der Diamantencop") und Eddie Murphy in der Gefängniskomödie "Lebenslänglich" die Leinwand. Während Murphy im August/September-Sequel von "Der verrückte Professor" mittels Körperprothesen in die gesammelten Rollen seiner schwergewichtigen Verwandten 'The Klumps' schlüpft, übt sich Lawrence in der rowdyhaften Slapstickkomödie ebenfalls mit Prothesen und Makeup ausgestattet schon jetzt als resoluter "Mrs. Doubtfire"-Verschnitt. Das US-Publikum zeigte sich von seinen Verwandlungskünsten angetan und bescherte ihm mit knapp 26 Mio. Dollar sein bislang bestes Opening.
Lawrence mimt FBI-Agent Malcolm Turner, der mit seinem Partner (Paul Giamatti) auf die Fährte des entkommenen Bankräubers Lester (Terrence Howard) angesetzt wird. Sie folgen seiner Exfreundin Sherry (Nia Long, Freundin-vom-Dienst in fast jeder afro-amerikanischen Komödie der jüngeren Vergangenheit), die sich aus Angst auf den Weg zu ihrer Großmutter Big Momma (Ella Mitchell) in den Südstaaten macht. Während die beiden Agenten dort auf sie warten, geht Big Momma auf Reisen. Turner, der im Prolog bereits als Meister der Verkleidung eingeführt wurde, nimmt die Identität von Big Momma an. Da Sherry ihre Oma seit vielen Jahren nicht gesehen hat, funktioniert die Scharade. Turner verliebt sich in Sherry, der er in seinen beiden Persönlichkeiten mütterlich und romantisch näher kommt. Erst gegen Ende kreuzen Lester und die echte Big Momma auf und es kommt zum turbulenten Showdown.
Regisseur Raja Gosnell wartet mit einer routinierten, wenig originellen Inszenierung auf. Eingeläutet wird der deftige Spass mit einer geballten Portion Badezimmerhumor, wo die echte, stark übergewichtige Big Momma eine lautstarke Klositzung hält und anschließend in die Dusche steigt, in der sich Turner versteckt hält. Viele Lacher ergeben sich aus physischer Situationskomik, wenn Turner als Big Momma zwei Bullies beim Basketballspielen agil eine Lektion erteilt oder einem gemeinen Karatelehrer eine Abreibung erteilt. Gepflegt geschmacklos wird es, wenn sie zu einer Entbindung gerufen wird und dem Baby mit Backhandschuhen zur Welt hilft. Als Gegenbalance wird die romantische Komponente eingeflochten und Lawrences gelingt es trotz oberflächlicher Derbheit einen generationsumspannenden Charme zu entfalten, was ihm gerade beim weiblichen Publikum Pluspunkte sammeln lässt. Wie schon bei "Tootsie" oder "Charley's Tante" scheint der Reiz einen Hetero-Mann in Drag zu sehen, nicht nachzulassen. Das Spezialmakeup geht auf das Konto von Greg Cannom, der sich bereits Oscars für "Dracula" und "Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen" teilte. Der Soundtrack bietet erwartungsgemäß tonnenweise HipHop und Funk, sowie eine ergreifende Gospelversion von "Oh Happy Day". ara.
| Darsteller: | Martin Lawrence | als Malcolm | |
|---|---|---|---|
| Nia Long | als Sherry | ||
| Paul Giamatti | als John | ||
| Terrence Howard | als Lester | ||
| Jascha Washington | als Trent | ||
| Anthony Anderson | als Nolan | ||
| Ella Mitchell | als Big Momma | ||
| Carl Wright | als Ben | ||
| Phil Hawn | |||
| Regie: | Raja Gosnell | ||
| Drehbuch: | Darryl Quarles | ||
| Don Rhymer | |||
| Produzent: | David T. Friendly | ||
| Michael Green | |||
| Koproduzent: | Peaches Davis | ||
| Ausf. Produzent: | Jeff Kwatinetz | ||
| Martin Lawrence | |||
| Rodney Liber | |||
| Arnon Milchan | |||
| Kamera: | Michael D. O'Shea | ||
| Schnitt: | Kent Beyda | ||
| Bruce Green | |||
| Musik: | Richard Gibbs | ||
| Produktionsdesign: | Craig Stearns | ||
| Randy Moore | |||
| Kostüme: | Francine Jamison-Tanchuck | ||
| Ton: | Thomas Causey | ||
Mit "Big Mamas Haus" spülte Hauptdarsteller Martin Lawrence weltweit satte 170 Millionen Dollar in die Taschen von Fox und Regency. Seit dem Kassenschlager von 2000 sind 3 Jahre vergangen: Drehbuchautor Don Rhymer will nun mit einer Fortsetzung an den Erfolg anknüpfen.
Seine Körbchen-Größe liegt irgendwo zwischen DDD und "Extra Bowling Kingsize": Martin Lawrence tauscht in der erfolgreichen Slapstick-Komödie den Bart gegen BH, ganz nach dem bekannten Vorbild "Mrs. Doubtfire".
Im ersten Teil machte sich der FBI-Agent undercover und verkleidet als beleibtes Großmütterchen seiner Ex-Freundin auf die Jagd nach einem Bankräuber. Der "Diamanten-Cop" verliebte sich natürlich in seine Verflossene, zu allem Überfluss tauchte auch noch die echte "Big Mama" auf. Der große Showdown war perfekt. Mit welchen aberwitzigen Wendungen der zweite Teil nun aufwarten wird, ist leider noch nicht bekannt.
Autor Don Rhymer entwickelt sich mit dem schwergewichtigen Sequel langsam aber sicher zu einem Spezialisten für Fortsetzungen: Neben "Santa Clause 2: Eine noch schönere Bescherung", "Jumanji 2" und "Agent Cody Banks 2" schüttelt er schon das vierte Sequel aus dem Ärmel.
Wann Martin Lawrence seine Wimpern und Fingernägel erneut ankleben kann, ist noch offen.
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