Originaltitel: De vrais mensonges
Frankreich 2010
Audrey Tautou
Nathalie Baye
Sami Bouajila
Regie: Pierre Salvadori
Verleih: Capelight (Central)
Eine junge Friseuse in der französischen Provinz erhält von ihrem schüchternen Angestellten einen anonymen Liebesbrief und schickt die poetischen Worte an ihre Mutter, die kaum noch aus dem Haus geht, seitdem ihr Gatte sie verlassen hat. Die blüht auf und möchte den Unbekannten unbedingt kennenlernen. Ausgerechnet der Verfasser des lettre d'amour soll bei der Maman den romantischen Verehrer spielen. Dabei hat sich die Chefin selbst in den Mann verliebt, nur will sie es nicht wahr haben. Die Manipulatorin lügt sich um Kopf und Kragen und verliert die Kontrolle über das Spiel.

Romantische Komödie mit Audrey Tautou, die durch einen falschen Liebesbrief für Gefühlsverwirrungen sorgt. Seit "Amelie" ist Audrey Tautous Lächeln ihr Markenzeichen. Genau das verbirgt sie meistens in Pierre Salvadoris Gratwanderung zwischen Komödie und Tragödie, Romantik und Realismus. Ausgangpunkt für amouröse Irrungen und Verwirrung ist ein poetischer Liebesbrief. Ab in den Papierkorb damit sagt sich die ehrgeizige Friseuse Emilie, die mit ihrer Kollegin den schicken Salon in Sète nach vorne bringen will. Da ihre Mutter Trübsal bläst und der Ehemann mit einer Jüngeren eine neue Zukunft aufbaut, schießt ihr eine im Nachhinein nicht ganz glückliche Idee durch den hübschen Kopf: der anonyme Liebesbrief könnte der Frustrierten neue Lebenslust geben. Gesagt getan, die Maman ist über den unbekannten Verehrer entzückt, die Tochter über ihre Wandlung erleichtert. Nur möchte die nicht mehr ganz taufrische Lady zusätzliche romantische Zeilen und den Fremden auch noch kennenlernen. Die Sache spitzt sich zu, die Manipulatorin verliert die Kontrolle über das Spiel, lügt sich um Kopf und Kragen und sucht ausgerechnet Hilfe bei ihrem schüchternen Angestellten, Verfasser des ersten lettre d'amour und heillos in sie verliebt. Dass er nun bei Muttern den Verehrer mimen soll, macht die verfahrene Angelegenheit noch komplizierter. Überraschungen fehlen, vom ersten Augenblick ist klar, dass sich strenge Chefin und scheuer Bediensteter trotz steinigem Weg finden. Sami Bouajila beweist urkomisches Talent, Tautou zeigt sich als perfekte Zicke, Nathalie Baye mäandert souverän zwischen Heulsuse und naive Verführerin mit Herz. Salvadori reizt die Fähigkeiten der drei guten Hauptdarsteller nicht optimal aus und erreicht bei weitem nicht den lockeren Charme seiner Liebeskomödie "Lügen wie gedruckt" in der es Marie Trintignant mit der Wahrheit ebenfalls nicht zu genau nimmt. Etwas weniger banale Wortlastigkeit, weniger Wiederholungen und eine weniger angestrengte Komik hätten die Leichtigkeit und Raffinesse dieser Verwechslungs-Posse noch gesteigert.
mk.
| Darsteller: | Audrey Tautou | als Émilie | |
|---|---|---|---|
| Nathalie Baye | als Maddy | ||
| Sami Bouajila | als Jean | ||
| Stéphanie Lagarde | als Sylvia | ||
| Judith Chemla | als Paulette | ||
| Cécile Boland | als Kundin mit Pony | ||
| Didier Brice | als Mann mit Zeitschrift | ||
| Daniel Duval | |||
| Regie: | Pierre Salvadori | ||
| Drehbuch: | Pierre Salvadori | ||
| Benoît Graffin | |||
| Produzent: | Philippe Martin | ||
| Kamera: | Gilles Henry | ||
| Schnitt: | Isabelle Devinck | ||
| Musik: | Philippe Eidel | ||
| Produktionsdesign: | Yves Fournier | ||
| Kostüme: | Virginie Montel | ||
| Ton: | Michel Casang | ||
| Casting: | Alain Charbit | ||
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