Bittersüße Coming-of-Age-Geschichte um Freundinnen in der bayerischen Provinz. http://images.kino.de/flbilder/max07/mbiz07/mbiz25/z0725520/b150x150.jpg Beste Zeit

Filmdetails

Beste Zeit

Bittersüße Coming-of-Age-Geschichte um Freundinnen in der bayerischen Provinz.


Beste Zeit
Start: 26.07.2007

Komödie

Deutschland 2007
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Rosalie Thomass
Anna Maria Sturm
Ferdinand Schmidt-Modrow

Regie: Marcus H. Rosenmüller
Verleih: Constantin

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Inhalt

Kurz vor ihrem 17. Geburtstag träumt Kati (Anna Maria Sturm) mit ihrer Freundin Jo (Rosalie Thomass) am liebsten unter dem Dachauer Provinz-Sternenhimmel von der Zukunft. Sie fiebert ihrer Zusage für einen Schüleraustausch mit den USA entgegen, hin- und hergerissen zwischen Fernweh, Heimat und ihrer vermeintlichen großen Liebe Mike (Florian Brückner). Ihr entgeht dabei völlig, dass Rocky (Ferdinand Schmidt-Modrow), ihr Kumpel seit Kindertagen, heimlich in sie verliebt ist. Jo dagegen ist mit weniger zufrieden: Fahrtwind, Freiheit, ein fester Freund.

Der als "bester Nachwuchsregisseur 2007" ausgezeichnete Shootingstar Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt ist länger tot") zaubert wieder eine wunderbare Sommerfilmidylle, die leichtfüßig von Heimat, Freiheit, Sehnsüchten und großen Gefühlen erzählt.


Kritik

Mit seinem dritten Film trifft Regie-Shootingstar Marcus H. Rosenmüller nach "Wer früher stirbt ist länger tot" und "Schwere Jungs" erneut voll ins Schwarze.

Großansicht Freundinnen durch Dick und Dünn: Kati und Jo sind lebenshungrig und wollen alles (Foto: Constantin)

Freundinnen durch Dick und Dünn: Kati und Jo sind lebenshungrig und wollen alles (Foto: Constantin)

Viel los ist nicht im Dachauer Land. Während Kati (Anna Maria Sturm) mit ihrer Freundin Jo (Rosalie Thomass) um die Häuser zieht, denkt sie immer nur an den coolen Mike (Florian Brückner). Aber die Schwüre der "großen Liebe" halten sich in Grenzen, der blonde Boy hat immer was zu tun - mal bereitet er ein Fußballspiel vor, muss mit seinen Kumpels nach München fahren oder heim zur Mama Mittagessen.

Das steckt Kati alles locker weg, der Himmel hängt eben voller Geigen, auch wenn sie mal über die Fettröllchen an der Hüfte klagt. Nachts klauen die Mädels einfach den Wagen der Eltern und feiern um Mitternacht Katis 17. Geburtstag unterm Sternenhimmel. Hallo, wir kommen - was kostet die Welt, die "beste Zeit" kann beginnen. 1000 Träume wünscht Jo dem Geburtstagskind - Fahrtwind im Haar, ein Bier in der Hand und den Mond als Wegweiser.

Großansicht Der Mike ist auf den ersten Blick schon ein cooler Typ (Foto: Constantin)

Der Mike ist auf den ersten Blick schon ein cooler Typ (Foto: Constantin)

Nicht jeder Kerl ist auch ein Held

Aber so einfach ist das Leben nicht. In die Disco kommt das Duo nicht rein, Super-Stress mit dem autoritären Vater, Ärger mit der geduldigen Mutter und mit Mike, das ist auch ein Schlag ins Wasser. Wenn sie ihn wirklich mal braucht, lässt er sie hängen. Nur der hilfsbereite Rocky (Ferdinand Schmidt-Modrow), ein Freund aus Kindertagen, hilft ihr, wenn's brennt.

Und dann flattert die Einladung zum Schüleraustausch nach Amerika auf den Tisch. Kati ist hin- und hergerissen zwischen Lust auf die Ferne und Heimattreue. Sommerkino von seiner schönsten Seite.

Beste Zeit

Darsteller:  Rosalie Thomass   als Jo
  Anna Maria Sturm   als Kati
  Ferdinand Schmidt-Modrow   als Rocky
  Florian Brückner   als Mike
  Stefan Murr   als Lugge
  Volker Bruch   als Toni
  Andreas Giebel   als Katis Vater
  Johanna Bittenbinder   als Katis Mutter
  Peter Mitterrutzner   als Katis Opa
  Bettina Redlich   als Jos Mutter
  Heinz-Josef Braun   als Jos Vater
  David Zimmerschied   als Steve
  Stefan Betz   als Theo
 
Regie:  Marcus H. Rosenmüller  
Drehbuch:  Karin Michalke  
Produzent:  Nils Dünker  
  Joke Kromschröder  
Kamera:  Helmut Pirnat  
Schnitt:  Anne Loewer  
Musik:  Gerd Baumann  
Produktionsdesign:  Johannes Sternagel  
Kostüme:  Walter Schwarzmeier  
Maske:  Verena Weißert  
Ton:  Michael Vetter  
Casting:  Franziska Aigner  

Man muss sein "Hirnkastl" einschalten

Auf dem Münchner Filmfest stellt Marcus H. Rosenmüller seinen neusten Film "Beste Zeit" vor, eine muntere Geschichte um zwei Freundinnen in der bayerischen Provinz. Gleich zu Beginn des Interviews auf der sonnigen Terrasse der Filmlounge bietet er das Du an und stürzt sich anschließend voller Elan auf die Fragen.

Großansicht Jo und Kati sinnieren nächtelang über Fernweh und Freiheit (Foto: Constantin)

Jo und Kati sinnieren nächtelang über Fernweh und Freiheit (Foto: Constantin)

» Wie hast Du Dich auf die Dreharbeiten zu "Beste Zeit" vorbereitet?

MARCUS H. ROSENMÜLLER: Schon beim Lesen des Drehbuchs wusste ich, wie der Film aussehen soll. Während ich mich bei "Schwere Jungs" über die 60er Jahre informieren musste, war das hier kein Problem. 1995, das Jahr in dem "Beste Zeit" spielt, war ich ungefähr in dem Alter der beiden Hauptfiguren Kati und Jo. Die Orte, die Karin Michalke in dem Drehbuch beschreibt, gibt es in Wirklichkeit. Wir haben einen beträchtlichen Teil dieser Orte für den Dreh verwendet. Einige der Einheimischen waren als Statisten dabei und Eddie Salvenmoser, der eine Brandrede zum Fußball hält, ist selbst Trainer.

Das Wichtigste für die Vorbereitung war eigentlich, die passenden Schauspieler zu finden. Die große Entdeckung war Anna Maria Sturm, die hier zum ersten Mal vor der Kamera steht. Sie hat was von Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter, kann ein richtiger Vulkan sein, aber auch mal ganz ruhig.

Großansicht Kati auf der verzweifelten Suche nach ihrer Lieblingsjeans, oder was noch davon übrig ist (Foto: Constantin)

Kati auf der verzweifelten Suche nach ihrer Lieblingsjeans, oder was noch davon übrig ist (Foto: Constantin)

» Inwiefern hat das Bayerische am Set eine Rolle gespielt?

Ich will, dass die Filme ehrlich 'rüberkommen und alles stimmig ist. Die Geschichte spielt im Dachauer Land und da geht es einfach nicht, dass im Dorf jeder Hochdeutsch spricht. Ich wollte das Bayerisch auf keinen Fall eindeutschen. Jeder kapiert, worum es in dem Film geht, auch wenn er nicht jedes Wort versteht. "Hodern" zum Beispiel ist ein Putzlappen und wenn es "an olten Hodern" heißt und die Kati auf der Suche nach ihrer Lieblingsjeans ist, erschließt sich, was gemeint ist.

» Bist Du denn auf bayerische Filme abonniert?

Das nicht. Es geht mir nicht um die Bewahrung von Traditionen, ich will nicht der Bayernfilmer sein. Wenn ich ein gutes Drehbuch in die Hände bekomme und ich mir die Inszenierung zutraue, dann mache ich das, ob Dialekt oder nicht. Ich habe auch kein Problem damit, mal einen Film auf Hochdeutsch zu drehen - nur beim Hochdeutsch sprechen habe ich gewisse Probleme, das muss ich zugeben.

Wichtig ist, ob der Dialekt der Geschichte dient, ob sie dadurch realistischer 'rüberkommt und mehr Gefühl hat. Mit dem Bayerischen wollte ich "Beste Zeit" eine gewisse Ehrlichkeit geben. Schön ist, wenn man sich in Zeiten der Globalisierung, in der alles gleicher und größer wird, mit dem Regionalen identifizieren kann. Das gefällt mir besonders an Filmen wie "Lang lebe Ned Devine!", in dem ein Lottogewinn ein irisches Dorf auf den Kopf stellt.

Star

Rosalie Thomass

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