Martina Gedeck
Sergio Castellitto
Maxime Foerste
Regie: Sandra Nettelbeck
Verleih: ottfilm (UIP)
Das vergleichsweise eintönige Privatleben der ebenso talentierten wie manischen Restaurantköchin Martha (Martina Gedeck) erfährt eine romantische Wendung, als ihre Chefin - zunächst zu ihrem nackten Entsetzen - einen zweiten Koch (Sergio Castellitto) einstellt.
Liebe geht durch den Magen in dieser heiter-melancholischen Beziehungskomödie von Kinodebütantin Sandra Nettelbeck.
Eine Komödie, die Lust macht auf das Essen, auf die Liebe, auf das Leben. Leidenschaftlich kocht sich Martina Gedeck durch eine appetitanregende Bilderwelt und erlebt, dass die alte Lebensweisheit immer noch gilt: Liebe geht durch den Magen.
Martha (Martina Gedeck) liebt das Leben und vor allem das Kochen. Doch so kreativ sie in der Küche ist, so hilflos ist sie in Liebesdingen. Männer, die gerne mit ihr schlafen würden, bekocht sie lieber. Außerdem hat sie für amouröse Abenteuer auch gar keine Zeit: Als Chefköchin arbeitet sie sechs Tage in der Woche am Herd des französischen Restaurants "Lido".
Dort hat sie nicht nur die Schürze sondern auch die Hosen an. Wenn einem Gast etwa der Garzustand seines "Foie Gras" nicht passt, gibt's im noblen Speisetempel eine Standpauke von der Köchin.
Chefin Frida (Sibylle Canonica) ist allerdings vom übergroßen Selbstbewusstsein ihrer Köchin alles andere als begeistert und droht regelmäßig mit Entlassung. Das beeindruckt Martha jedoch wenig, denn sie weiß, dass ihre Kreationen wahre Kunstwerke sind. Zurückgezogen lebt sie in ihrer eigenen Welt voller feiner Gewürze und duftender Kräuter.
Als Ersatzmutter planlos
Doch dann tritt urplötzlich Marthas kleine Nichte Lina (Maxime Foerste) in ihr Leben: Marthas Schwester ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Martha muss ihrer Nichte die tragische Nachricht vom Tod der Mutter überbringen. Lina leidet sehr, will vor Kummer nichts essen und von Martha nichts wissen.
Martha bemüht sich verzweifelt um ihre kleine Nichte, doch mit ihren Kochkünsten kommt sie diesmal nicht weit. Schließlich versucht sie Linas in Italien vermuteten Vater aufzuspüren.
Mit dem Kochlöffel als Zauberstab
Die Besitzerin des "Lido" stellt inzwischen kurzerhand einen zweiten Chefkoch ein - den lebensfrohen Italiener Mario (Sergio Castellitto). Mit seinem unbezwingbaren Charme und seinem feinen Händchen für meditterrane Leckereien begeistert Mario schon bald das gesamte Restaurant.
Martha wittert Konkurrenz und schikaniert Mario nach Kräften. Bald muss sie aber erkennen, dass ihr der charmante Italiener nicht nur in Sachen Pastaspezialitäten etwas voraus hat. Mario schafft, was Martha absolut unmöglich war: Es gelingt ihm, Linas verlorengegangenen Appetit wieder zu wecken.
Sinnenfreude in der Küche
Fortan turnt Lina in der Küche des Lido umher, eingekeilt zwischen den Kochbestecken von Martha und Mario. Und plötzlich entdeckt die küchenfixierte Martha, dass Mario nicht nur ein verdammt guter Koch ist. Ganz allmählich erobern sowohl Lina als auch Mario mehr und mehr Marthas Herz.
Aber dann steht eines Tages Linas Vater vor der Tür - Martha muss eine Entscheidung treffen...
Die Kunst zu lieben
Regisseurin und Autorin Sandra Nettelbeck erzählt eine Geschichte von Leidenschaften: Davon, wie sie blind machen können, und wie sie den Blick für das wahre Leben öffnen können. "Gut zu kochen zu können ist Kunst - genießen zu können ist Liebe", charakterisiert sie den Film.
So bewegt sich "Bella Martha" virtuos zwischen der Melancholie persönlichen Scheiterns und der unbeschwerten Leichtigkeit des Seins. Martina Gedeck, bekannt aus "Rossini" zeigt das im Wortsinne kochende Temperament ihrer Figur - ebenso überzeugend spielt sie in leisen Tönen ihre Verunsicherung in der Liebe und als Mutter.
Bon Appétit
Sergio Castellitto, der schon in Luc Bessons Kultfilm "Im Rausch der Tiefe - The Big Blue" zu sehen war, brilliert als lebensfroher Charmeur, wie es in dieser Art wohl nur ein Italiener kann. Er sprach seine Rolle auch bei den Dreharbeiten in seiner Muttersprache.
Was am Ende der melancholischen Komödie bleibt, ist der Zauber großer Sinnenfreude - und die Lust, mal wieder so richtig fein essen zu gehen.
Catherine kann kochen - zumindest im Kino, wo sie das "Rezept zum Verlieben" ausprobiert. Privat macht die Zeta-Jones um Töpfe und Herdplatten jedoch eher einen Bogen, wie sie im Interview verrät.
Als Meisterköchin Kate Armstrong spielt Zeta-Jones die Rolle, in der Martina Gedeck im deutschen Original "Bella Martha" glänzte (Foto: Warner)
» Warum diese Rolle, wenn Ihnen das Kochen gar nicht so liegt?
CATHERINE ZETA-JONES: Es ist ja nicht so, dass ich gar nicht kochen kann. Standardgerichte wie Rühreier und Roastbeef gelingen mir ganz gut. Michael steht sogar auf mein Roastbeef, weil es ein traditionelles englisches Gericht ist. Ansonsten dient mir unsere Küche mehr als Abkürzung, um von einem Raum in den nächsten zu gelangen.
» Bei Ihrem neuen Film konnten Sie Ihre Kochkünste also nicht weiter vertiefen?
Doch, ich habe bei "Rezept zum Verlieben" viel dazugelernt, könnte jetzt vielleicht sogar ein Kochbuch schreiben. Aber die große Leidenschaft ist dadurch nicht ausgebrochen. Das war auch nicht der Grund, diese Rolle anzunehmen. Ich wollte endlich mal eine Frau spielen, die sensibel und verletzlich ist. Die meisten Zuschauer kennen mich durch Filme wie "Chicago" und "Traffic" nur als knallharte Lady.
Der neue Koch macht vieles anders - da ist ein Revierkampf um die Vorherrschaft über die Töpfe unvermeidlich (Foto: Warner)
» Die mit Ihnen persönlich gar nichts zu tun hat?
Das würde ich nicht sagen, aber ich kann auch sehr besinnlich und bekümmert sein. Als ich das Drehbuch las, sprach mich diese Kate sofort an. Ich fand mich in ihr wieder und hätte alles gegeben, um sie spielen zu dürfen.
» Ihnen ist aber schon bewusst, dass "Rezept zum Verlieben" das US-Remake des deutschen Erfolgsfilm "Bella Martha" ist ...
Das erfuhr ich erst später, und lange Zeit habe ich mich dagegen gesträubt, mir das Original anzusehen, um mich nicht beeinflussen zu lassen. Eines Abends habe ich mir die DVD dann doch eingelegt und war völlig aus dem Häuschen. Besonders Martina Gedeck gefiel mir. Sie ist eine wunderbare Schauspielerin.
Schön und stolz, echt und erotisch, attraktiv und arbeitswütig, wandelbar und wunderbar, ein Chamäleon und furioses Vollweib. Martina...
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