Bella Block, nicht mehr im Dienst als Kommissarin, will einen Mord verhindern, von dem niemand weiß, ob er jemals verübt werden wird... http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto44/09441219/b150x150.jpg Bella Block: Vorsehung

Filmdetails

Bella Block: Vorsehung

Bella Block, nicht mehr im Dienst als Kommissarin, will einen Mord verhindern, von dem niemand weiß, ob er jemals verübt werden wird...


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Kritik

Bella Block: Vorsehung

Die Filme über die Arbeit der stets etwas spröden Hamburger Kommissarin Bella Block waren oft mehr Kunst als Krimi. Nun ist die Titelheldin auch noch ihre Marke los und somit gar nicht mehr berechtigt, offiziell zu ermitteln. Prompt spielt sie in "Vorsehung" beinahe nur noch eine Nebenrolle, denn im Zentrum der Handlung steht die Architektur eines Verbrechens. Vordergründig passiert praktisch gar nichts. Ihre Spannung bezieht die Geschichte aus der Frage, ob sich ein früherer Mörder nach Verbüßung seiner Strafe tatsächlich, wie es den Anschein hat, erfolgreich wieder in die Gesellschaft eingliedert; oder ob er, wie Bella Block (Hannelore Hoger) vermutet, eine wandelnde Zeitbombe ist.

Das ZDF und Produktionsfirma UFA haben die Regie dieses ersten Films der zweiten "Bella Block"-Zeitrechnung, der die Hauptfigur neu erfinden soll, Max Färberböck übertragen. Damit schließt sich ein Kreis: Färberböck hat vor 16 Jahren auch die ersten Episoden der mit vielen Preisen dekorierten Erfolgsreihe inszeniert. Der äußerst konzentriert arbeitende Regisseur hat seither bloß vier weitere Filme inszeniert ("Aimée & Jaguar", "Jenseits", "September" sowie Anonyma - Eine Frau in Berlin"). Färberböck ist zudem alles andere als ein aufgeregter Erzähler. Auch für "Vorsehung" bevorzugt er lange, ruhige Einstellungen; vor der Kamera tut sich ebenfalls nicht viel. Es ist ein Beobachtungsfilm, fast eine Fallstudie: Das Drehbuch (Färberböck und Fabian Thaesler) seziert sein Studienobjekt regelrecht.

Das kann, wenn man sich darauf einlässt, durchaus faszinieren. Wer unterhaltsame Krimikost erwartet, wird hingegen grenzenlos enttäuscht. Die Darsteller allerdings sind in all ihrer Sparsamkeit sehr wirkungsvoll. Wotan Wilke Möhring spielt Holger Thom, jenen Mann, der vor 17 Jahren ein Ehepaar ermordet hat, zurückgenommen bis an den Rand der Unscheinbarkeit. Block ist überzeugt, der Mörder werde seine Tat wiederholen, denn Thom hat damals die Tochter verschont. Als sie, mittlerweile selbst Mutter, von seiner Haftentlassung erfährt, kehrt das Trauma mit voller Wucht zurück. In Tanja Schleiffs Verkörperung wirkt die Frau gerade neben ihrem zornigen Mann (Pierre Besson) fast katatonisch. Die konsequente Reduktion sowohl der Schauspieler wie auch der Inszenierung ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Daran ändert auch Michael Wieswegs kunstvolle Bildgestaltung nichts: Immer wieder verstellen Wände den Blick, so dass der Bildschirm oft auf jenes Drittel reduziert ist, in dem die Protagonisten einsam vor sich hin agieren.

Fast schon konventionell mutet dagegen die zweite Ebene der Geschichte an: Bella Block aktiviert ihre alten Kontakte, um jenseits aller bürokratischen Vorgaben an Informationen zu kommen, was naturgemäß zu allerlei Ärger mit ihrem früheren Mitarbeiter Martensen führt. Devid Striesows Rolle ist deutlich geschrumpft, was schade ist. Andererseits hat Färberböck selbst kleinste Sprechrollen vorzüglich besetzt. Ein äußerst anspruchsvoller Krimi, dessen Reiz gewissermaßen zwischen den Bildern liegt. tpg.

Bella Block: Vorsehung

Darsteller:  Hannelore Hoger   als Bella Block
  Devid Striesow   als Jan Martensen
  Tanja Schleiff   als Helen Niemann
  Pierre Besson   als Henrik Niemann
  Wotan Wilke Möhring   als Holger Thom
  Katharina Schüttler   als Dana Bittrich
  Jörg Pose   als Dr. Martin Kirsch
  Martin Brambach   als Kai Meves
  Wilfried Hochholdinger   als Hans Jürgen Schimack
  Norbert Schwientek   als Gottfried Wurm
  Sönke Möhring   als Versicherungsberater
  Achim Buch   als Zivilpolizist
  Christoph Tomanek   als Dr. Wille
  Ulrich von Bock   als Bellas Nachbar
  Wilfried Dziallas   als Schleusenwart
  Ulrich Kuhlmann   als Prof. Weinrich
 
Regie:  Max Färberböck  
Drehbuch:  Max Färberböck  
  Fabian Thaesler  
Produzent:  Norbert Sauer  
Kamera:  Michael Wiesweg  
Musik:  Christine Aufderhaar  
Produktionsdesign:  Claus-Jürgen Pfeiffer  
Kostüme:  Bettina Helmi  
Ton:  Benjamin Schubert  
Casting:  Simone Bär  
  Patrick Dreikauss  

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Hannelore Hoger

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Devid Striesow

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