Den Mordfall überlässt Bella diesmal weitgehend ihrem Kollegen, weil sie Zeugen sucht für eine Vergewaltigung, die mit dem Eingreifen von Passanten nicht geschehen wäre. http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz41/z0541101/b150x150.jpg Bella Block: Die Frau des Teppichlegers

Filmdetails

Bella Block: Die Frau des Teppichlegers

Den Mordfall überlässt Bella diesmal weitgehend ihrem Kollegen, weil sie Zeugen sucht für eine Vergewaltigung, die mit dem Eingreifen von Passanten nicht geschehen wäre.


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Kritik

Bella Block: Die Frau des Teppichlegers

Im Frühjahr wurde Beate Langmaack für ihre Drehbücher zu den "Polizeiruf 110"-Filmen aus Mecklenburg-Vorpommern mit einem Adolf Grimme Spezialpreis ausgezeichnet. Die düsteren, gern elegischen Geschichten aus Schwerin sind selten Krimis im landläufigen Sinne. Für diese "Bella Block"-Folge gilt das nicht minder.

Der Fall ist ein zurückhaltendes und dennoch energisches Plädoyer für Zivilcourage, eine einzige Aufforderung, sich einzumischen. Doch der Film zeigt auch, wie schwierig es ist, über seinen Schatten zu springen, wenn man ein Dasein in stiller Verzweiflung führt. Geradezu anrührend ist die darstellerische Leistung von Ulrike Krumbiegel in der Episoden-Titelrolle. Fast ohne Dialog gelingt es ihr, mit wenigen Strichen das Porträt einer Frau zu zeichnen, deren Leben an der Seite des dominanten Gatten mit Ende dreißig bereits vorüber ist; der Rest ist Warten auf den Tod.

Kai Wessel liegen die Drehbücher von Beate Langmaack. Auch diesmal finden er und Kamerafrau Judith Kaufmann die richtigen Bilder für die Geschichte. Dramaturgisch orientiert sich der Film an "Rashomon". Akira Kurosawa zeigt in seinem Klassiker ein Verbrechen (Mord und Vergewaltigung) aus den unterschiedlichen Perspektiven der verschiedenen Beteiligten. Obwohl das Sujet stets das gleiche ist, schildert jeder eine völlig andere Geschichte. Auch Langmaack und Wessel probieren sich erfolgreich an dieser Erzählweise. Wie in einem Lehrstück für Konstruktivismus entsteht so ein ganzer Strauß an Versionen. Die hohe Krimikunst dürfte allerdings nicht jedermanns Geschmack sein; mitunter überlagern sich sogar die Tonebenen. Um so mehr Respekt gebührt dem ZDF: Dieser Film ist keine leichte Kost für den Hunger auf Zeitvertreib am Samstagabend. tpg.

Bella Block: Die Frau des Teppichlegers

Darsteller:  Hannelore Hoger   als Bella Block
  Rudolf Kowalski   als Simon Abendroth
  Devid Striesow   als Jan Martensen
  Anja Antonowicz   als Maria Koslowska
  Ulrike Krumbiegel   als Silke Voss
  Robert Gallinowski   als Guido Voss
  Judith Engel   als Mimi Krusanke
  Hansjürgen Hürrig   als Oberstaatsanwalt Mehlhorn
  Martin Kiefer   als Benno
  Tom Jahn   als Schnarrenberg
  Esther Esche   als Krüner
  Malgorzata Halina Klara   als Elsbieta
  Ruth Glöss   als Frau Rose
 
Regie:  Kai Wessel  
Drehbuch:  Beate Langmaack  
Produzent:  Selma Brenner  
  Norbert Sauer  
Kamera:  Judith Kaufmann  
Schnitt:  Tina Freitag  
Musik:  Ralf Wienrich  
Produktionsdesign:  Gerd Staub  
Kostüme:  Stefanie Bieker  
Ton:  Benjamin Schubert  

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