
Im Frühjahr wurde Beate Langmaack für ihre Drehbücher zu den "Polizeiruf 110"-Filmen aus Mecklenburg-Vorpommern mit einem Adolf Grimme Spezialpreis ausgezeichnet. Die düsteren, gern elegischen Geschichten aus Schwerin sind selten Krimis im landläufigen Sinne. Für diese "Bella Block"-Folge gilt das nicht minder.
Der Fall ist ein zurückhaltendes und dennoch energisches Plädoyer für Zivilcourage, eine einzige Aufforderung, sich einzumischen. Doch der Film zeigt auch, wie schwierig es ist, über seinen Schatten zu springen, wenn man ein Dasein in stiller Verzweiflung führt. Geradezu anrührend ist die darstellerische Leistung von Ulrike Krumbiegel in der Episoden-Titelrolle. Fast ohne Dialog gelingt es ihr, mit wenigen Strichen das Porträt einer Frau zu zeichnen, deren Leben an der Seite des dominanten Gatten mit Ende dreißig bereits vorüber ist; der Rest ist Warten auf den Tod.
Kai Wessel liegen die Drehbücher von Beate Langmaack. Auch diesmal finden er und Kamerafrau Judith Kaufmann die richtigen Bilder für die Geschichte. Dramaturgisch orientiert sich der Film an "Rashomon". Akira Kurosawa zeigt in seinem Klassiker ein Verbrechen (Mord und Vergewaltigung) aus den unterschiedlichen Perspektiven der verschiedenen Beteiligten. Obwohl das Sujet stets das gleiche ist, schildert jeder eine völlig andere Geschichte. Auch Langmaack und Wessel probieren sich erfolgreich an dieser Erzählweise. Wie in einem Lehrstück für Konstruktivismus entsteht so ein ganzer Strauß an Versionen. Die hohe Krimikunst dürfte allerdings nicht jedermanns Geschmack sein; mitunter überlagern sich sogar die Tonebenen. Um so mehr Respekt gebührt dem ZDF: Dieser Film ist keine leichte Kost für den Hunger auf Zeitvertreib am Samstagabend. tpg.
| Darsteller: | Hannelore Hoger | als Bella Block | |
|---|---|---|---|
| Rudolf Kowalski | als Simon Abendroth | ||
| Devid Striesow | als Jan Martensen | ||
| Anja Antonowicz | als Maria Koslowska | ||
| Ulrike Krumbiegel | als Silke Voss | ||
| Robert Gallinowski | als Guido Voss | ||
| Judith Engel | als Mimi Krusanke | ||
| Hansjürgen Hürrig | als Oberstaatsanwalt Mehlhorn | ||
| Martin Kiefer | als Benno | ||
| Tom Jahn | als Schnarrenberg | ||
| Esther Esche | als Krüner | ||
| Malgorzata Halina Klara | als Elsbieta | ||
| Ruth Glöss | als Frau Rose | ||
| Regie: | Kai Wessel | ||
| Drehbuch: | Beate Langmaack | ||
| Produzent: | Selma Brenner | ||
| Norbert Sauer | |||
| Kamera: | Judith Kaufmann | ||
| Schnitt: | Tina Freitag | ||
| Musik: | Ralf Wienrich | ||
| Produktionsdesign: | Gerd Staub | ||
| Kostüme: | Stefanie Bieker | ||
| Ton: | Benjamin Schubert | ||
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