Originaltitel: Beavis and Butt-Head Do America
USA 1996
Regie: Mike Judge
Verleih: Paramount
Nachdem Beavis und Butt-Head der Fernseher gestohlen wurde, werden die hilflos herumirrenden Teenager von einem Redneck aufgegabelt, der sie versehentlich für die frisch angeheuerten Killer seiner Frau hält. Ohne allzuviel von ihrem Auftrag zu verstehen, willigen die Jungs ein und ziehen auf eine turbulente Odyssee quer durch die Vereinigten Staaten, die sie bis in die erlauchten Hallen des Weissen Hauses führt.

Huh, huh-huh, heh, heh-heh! Fast jedem MTV-Zuschauer dürften diese gutturalen Kommunikationslaute als der primäre Verständigungscode der debilen Dumpfbacken des Kult-Cartoons bekannt sein. Schöpfer Mike Judge, der beide Charaktere im Original auch spricht, hielt der Slacker-Generation mit den hormongesteuerten Hohlköpfen, deren TV-Wirkungskreis in erster Linie das in seiner Impertinenz unübertroffene Kritisieren von Musikclips ist, einen grandios geschmacklosen Vergrößerungsspiegel vor die am Bildschirm plattgedrückten Nasen. Der Rest ist aktuelle Popkulturgeschichte.
Für die Filmversion verpflanzte Judge seine beiden analfixierten Antihelden von ihrer speckigen Wohnzimmercouch auf einen chaotischen Trip quer durch die Vereinigten Staaten, nachdem ihr Fernseher geklaut wurde und sie versehentlich von einem rauhbeinigen Redneck für Profikiller gehalten werden. Sie sollen seiner kurvenreichen Ex-Frau das Licht ausblasen, was die beiden jedoch auf die ihnen typische Art in einen sexuellen Kontext setzen und gründlich mißverstehen. Ihre Reise führt sie zunächst im Flugzeug nach Las Vegas, anschließend in Bussen mit Rentnern und Nonnen bis nach Washington. Unterwegs stiften sie Chaos und Unheil, indem sie den Kontrollraum des Hoover-Damms und einen Beichtstuhl übernehmen. Dicht auf den Fersen sind ihnen überdies das FBI mit einem Bodysearch-obsessiven Agenten, da Beavis unwissentlich eine gentechnische Waffe in der Hose eingenäht trägt. Im Weißen Haus kommt es zum großen Showdown. Die Übersetzung der TV-Serie auf die große Leinwand birgt trotz straffer 89minütiger Laufzeit, in der sich fast vier komplette TV-Episoden unterbringen ließen, Längen in sich. Das Wiederholen etlicher Gags könnte selbst eingefleischten Fans unangenehm auffallen. Manche andere Szenen wiederum sind ein fantastischer Over-the-top-Spaß. Die Animation ist markenzeichengerecht krude ausgefallen, lediglich Beavis' dämonische Peyote-Halluzinationen ragen in ihrem farbenfrohen Einfallsreichtum hervor. Ein besonderes Schmankerl ist die Titelsequenz, in der die pubertierenden Banalbuben zur "Shaft"-Melodie als Seventies-Helden auf "Starsky und Hutch", James Bond und "Drei Engel für Charlie" machen. Der buntgemischte Soundtrack wartet neben einem Engelbert-Humperdinck-Softiesong mit harten Rockern von den Red Hot Chili Peppers bis zu White Zombie auf und dürfte genau damit nach der Fasson der Fans sein. ara.
| Regie: | Mike Judge | ||
|---|---|---|---|
| Drehbuch: | Mike Judge | ||
| Joe Stillman | |||
| Produzent: | Abby Terkuhle | ||
| Michael Blakey | |||
| Koproduzent: | John Andrews | ||
| Ausf. Produzent: | David Gale | ||
| Van Toffler | |||
| Kamera: | Mike Judge | ||
| David J. Miller | |||
| Schnitt: | Terry Kelley | ||
| Gunter Glinka | |||
| Neil Lawrence | |||
| Musik: | John C. Frizzell | ||
| Animation: | Yvette Kaplan | ||
| Casting: | Barry Moss | ||
Hö - hö - höhöhö!
Beavis und Butt-Head pöbeln vor "Jackass 3D" im Kino - ebenfalls in 3D! (Foto: MTV Animation)
Die stotternd-notgeile Lache von Butt-Head klingt vielen Fans noch im Ohr, obwohl sie auf dessen Heimatsender MTV seit Jahren nicht mehr zu hören ist. Doch seit einiger Zeit arbeitet Mike Judge, Erfinder von Beavis & Butt-Head, an einer Wiederauferstehung des kultigen Pöbel-Duos mit den AC/DC- und Metallica-T-Shirts.
Ursprünglich war nur eine neue TV-Serie geplant, doch nun lässt Mike Judge die Fans jubilieren: Beavis & Butt-Head kommen sogar ins Kino, und das auch noch in 3D!
Ok, leider ist es zwar nur ein Kurzfilm, der in den USA vor dem thematisch passenden "Jackass 3D" laufen wird, aber immerhin. Die beiden Rockfans hatten sich 1997 schon einmal in "Beavis & Butt-Head machen's in Amerika" auf die große Leinwand getraut. Falls der Kurzfilm und die TV-Serie gut laufen, ist sicher auch ein neuer Kinofilm nicht ausgeschlossen.
Im Fernsehen sollen Beavis & Butt-Head übrigens anders als im Kino-Kurzfilm dann wieder klassisch zweidimensional die Showstars der Gegenwart runterputzen. Zwar sind die beiden Riesenschädel, deren Namen frei übersetzt "Vollidiot & Arschkopf" bedeuten, sicher auch in der dritten Dimension ein beeindruckendes Erlebnis. Wie die Macher allerdings ihr erklärtes Ziel erreichen wollen, dass die Figuren trotz 3D "exakt genauso aussehen wie damals", ist schwer vorstellbar.
Von den Kollegen im Hauptprogramm wären Beavis & Butt-Head sicher begeistert: "Jackass"-Darsteller Bam Margera hat verraten, dass er sich für einige Szenen im neuen Kinofilm an seine Kumpels herangeschlichen hat, um ihnen überraschend ins Gesicht zu pinkeln - und das Ganze mit einer in seinem Penis eingebauten Minikamera zu filmen! "Ich war sicher, sie würden diese Szenen herausschneiden", sagt Margera. "Aber sie waren einfach zu witzig, um sie nicht zu zeigen."
Originalkommentar Beavis: "This is so cool". Originalkommentar Butt-Head: "Yeah! Awesome! Hö - hö - höhöhö!"
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