Val Kilmer
Tommy Lee Jones
Jim Carrey
Regie: Joel Schumacher
Verleih: Warner
Batman ist zurück. Und diesmal hat es Gotham Citys Rächer im Fledermauskostüm mit zwei Superverbrechern zu tun. Da ist einmal Harvey "Two-Face" Dent, die wandelde Verkörperung der Schizophrenie. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der "Riddler", ein genialer aber durchgeknallter Wissenschaftler, der Batman immer wieder tödliche Rätsel aufgibt.

Obwohl Tim Burton mit "Batman" und "Batmans Rückkehr" kommerziell sehr erfolgreich war, wollte Warner Bros. nicht ein weiteres Mal auf die bizarren, düster-sinistren Off-Beat- Fantasien des Ausnahmeregisseurs vertrauen. Für die Verwirklichung des neuen Mainstream- Konzepts von "Batman Forever" holte das Studio Joel Schumacher an Bord, dessen Filmpalette stilistisch wie thematisch breit gefächert ist. Der Regisseur von "Der Klient", "Flatliners" und "Falling Down" hat die wenig neidenswerte Herausforderung bemerkenswert gut gemeistert. Seine "Batman"-Version ist tatsächlich für das breite Publikum angelegt. Das ist legitim. Denn seit Bob Kane den "Dark Knight" 1939 erfunden hat, war er immer ein Objekt für Variationen und Interpretationen. Die psychologischen Merkmale von Schumachers Batman sind der von Burton allerdings sehr ähnlich. Er wird immer noch bestimmt durch seine Einsamkeit, seinen aggressiven Gerechtigkeitssinn und seine maskenhafte Dualität. Neu ist vor allem der Darsteller: Nicht mehr Michael Keaton sondern Val Kilmer ("The Doors") sorgt diesmal in Gotham für Recht und Ordnung. Neu sind das Dekor und die Accessoires: das Fledermaus- Outfit, das Batmobil, sogar die Bat-Höhle - alles ist modischer und dynamischer gestylt. Neu ist, daß Batman diesmal gleich zwei gleichwertige Gegenspieler hat: die Cartoon-Ausgabe von "Dr. Jekyll und Mr. Hyde", Two-Face (Tommy Lee Jones), und den Riddler (Jim Carrey), einen genialen, aber völlig durchgeknallten Wissenschaftler. Neu ist auch, daß (endlich) Robin (Chris O'Donnell) eingeführt wird und zum Finale an Batmans Seite kämpfen darf. Als erotischer Sidekick fungiert diesmal die Kriminalpsychologin Dr. Meridian Chase (Nicole Kidman). Die Einführung dieser Figuren nimmt viel Zeit in Anspruch, ohne daß sich dabei eine Handlungsstruktur herauskristallisieren würde, was dem Film allerdings eher zu Gute kommt: Denn genau diese virtuos montierten Auftritte eskalieren schnell zu einer visuellen Achterbahnfahrt mit phänomenaler Sogwirkung. Farben, Sound, Perspektiven, Bildschnitt, alles fügt sich nach dem Motto "Mehr ist mehr" zu einer furiosen Comic-Pop-Oper zusammen. Neben den Stars - von denen Jim Carrey der große Abräumer ist und selbst Batman auf die Plätze verweist - ist der raffinierte Look die eigentliche Attraktion des Films. Produktionsdesignerin Barbara Ling ("Falling Down") hat dafür über 60 Sets gestaltet. Ihr Gotham City ist eine exzentrische Mischung aus Art Deco, russischem Konstruktivismus und europäischem Postmodernismus. Gedreht wurde außerdem an Originalschauplätzen in New York und Los Angeles. Und so kann es sein, daß in einer Szene das Batmobil die Wall Street hinunterdonnert, um auf Wolkenkratzer-Niveau über eine computergesteuerte Brücke zurückzukehren. Schumacher ist es perfekt gelungen, Realfilmsequenzen und Tricktechnik miteinander zu verschmelzen. John Dykstra ("Krieg der Sterne") steuerte dafür über 200 Spezialeffekte bei. "Batman Forever" ist ein lupenreines High-Tech-Fantasy-Märchen des MTV-Zeitalters geworden. Trotz aller Stilisierung vergißt Schumacher aber nicht, der Batman-Mythologie gerecht zu werden, so daß die Comic-Fans voll auf ihre Kosten kommen. Die Chancen stehen gut, daß "Batman Forever" durch seinen zeitgemäßen Zuschnitt und nicht zuletzt auch wegen Superstar Jim Carrey hierzulande der erfolgreichste "Batman"-Film werden könnte. ull.
| Darsteller: | Val Kilmer | ||
|---|---|---|---|
| Tommy Lee Jones | |||
| Jim Carrey | |||
| Nicole Kidman | |||
| Chris O'Donnell | |||
| Michael Gough | |||
| Pat Hingle | |||
| Drew Barrymore | |||
| Debi Mazar | |||
| Ed Begley Jr. | |||
| Regie: | Joel Schumacher | ||
| Drehbuch: | Lee Batchler | ||
| Janet Scott Batchler | |||
| Akiva Goldsman | |||
| Produzent: | Tim Burton | ||
| Peter MacGregor-Scott | |||
| Ausf. Produzent: | Benjamin Melniker | ||
| Michael E. Uslan | |||
| Kamera: | Stephen Goldblatt | ||
| Schnitt: | Mark Stevens | ||
| Dennis Virkler | |||
| Musik: | Elliot Goldenthal | ||
Russell Crowe hat es nicht so mit Event-Filmen. Deshalb wird es für den Australier auch immer schwieriger, adäquate Arbeitsstoffe zu finden.
Über mangelnde Rollenangebote kann sich Russell Crowe sicher nicht beschweren. Der Gladiator hat eher Probleme, eine für ihn interessante Rolle zu erhaschen.
Gar nicht so einfach, wenn man weiß, dass Crowe eine tiefe Abscheu gegenüber Comicverfilmungen wie Superman, Batman oder Spider-Man hegt.
Da dieses Filmgenre jedoch seit einigen Jahren Hollywoods Kassen kräftig klingeln lässt, stürzen sich die Filmstudios natürlich bevorzugt auf Superheldenstoff. Ganz zum Leidwesen Russell Crowe.
Der Star aus "Robin Hood" sagt klipp und klar, was sein Dilemma ist: "Mann, es ist, als würde man die Nadel im Heuhaufen suchen. Das Geschäft profiliert sich mit Event-Filmen, was oft Comicadaptionen oder Superhelden sind. Das ist einfach nicht mein Ding!"
Russell hat seine eigene Methode entwickelt, wie er die Rollenmisere unbeschadet übersteht: "Man muss einfach geduldig sein." Ganz getreu dem tschechischen Sprichwort "Geduld bringt Rosen". Ein weiser Mann aus Down Under.
Der blonde Hüne mit dem frechen Fairbanks-Lachen und dem Schmollmund fiel bereits in seiner ersten Filmrolle in "Top Secret" als Pop-Star und Agent...
Der erbarmungslose US-Marshall Gerard, der den mordverdächtigen Arzt Dr. Richard Kimble (Harrison Ford) in der Spielfilmversion der TV-...
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