Originaltitel: Brother Bear
USA 2003
Regie: Aaron Blaise, ...
Verleih: Buena Vista
Irgendwo im Nordwesten Amerikas vor zehntausend Jahren tötet Kenai, jüngster dreier Brüder, aus Rache für den Tod seines ältesten Bruders Sitka einen mächtigen Grizzly - woraufhin ihn ein Fluch selbst in einen Bären verwandelt. Um seine alte Gestalt zurück zu erhalten, muss Kenai nun seinen Friedenswillen beweisen, indem er den Hass auf die Bären überwindet und gemeinsam mit dem jungen Grizzly Coda jenen Ort findet, "an dem die Lichter die Erde berühren". Dabei immer auf ihrer Fährte: Denai, mittlerer der drei Brüder, der nun Kenai für den Mörder von Sitka hält.
Naturmystik und Toleranzbotschaft satt im neuen, gewohnt souverän in hinreißende Szenen gebannten Animationsabenteuer aus der Disney-Factory. Mit Songs von Phil Collins und Tina Turner.
Perfekte Animation, eine magische Verwandlung und ein fantasievolles Abenteuer mit Humor, Spannung und viel Herz.
Schon in den alten Sagen und Märchen verwandeln sich auf geheimnisvolle Weise Menschen in Tiere. Von den nordamerikanischen Mythen ließen sich auch Produzent Williams und Regisseur Blaise inspirieren.
Sie versetzten ihren Helden in die Welt vor 10.000 Jahren, im unberührten amerikanischen Nordwesten. Indianerjunge Kenai, der Jüngste von drei Brüdern, fiebert schon lange dem Tag entgegen, an dem er endlich sein Totem erhält - ein Symbol, das die großen Geister für ihn ausgesucht haben und das ihn durchs Leben begleiten soll.
Im Tal der Lachse werden Koda und Kenai freundschaftlich im Kreis der Bären aufgenommen (Foto: Buena Vista)
Um so größer ist die Enttäuschung, als ihm Schamanin Tanana das Totem des Bären, ein Symbol für die Liebe, überreicht. Schließlich hatte er sich so sehr das Zeichen des Adlers oder das Wolf-Symbol für Weisheit, das sein Bruder Denahi trägt, gewünscht.
Als er kurz darauf entdeckt, dass ein Bär seinen Fang frischer Fische gestohlen hat, ist er außer sich vor Wut. Er nimmt die Fährte auf und gerät in einen verzweifelten Kampf mit dem Bären. Sein Bruder Sitka, der sich todesmutig dazwischen wirft, muss den Einsatz mit seinem Leben bezahlen. Nun kann Kenai nichts mehr aufhalten, den Tod seines Bruders zu rächen.
Doch kaum hat er das Tier zur Strecke gebracht, passiert das Unglaubliche: Plötzlich greifen die Naturgeister an und verwandeln Kenai selbst in einen Bären. Um wieder Mensch zu werden, muss er den langen Weg zum "Berg, wo das Licht die Erde berührt", zurücklegen.
Unterstützt von zwei liebenswerten, aber leicht verwirrten Elchen und dem schwatzhaften Bärenjungen Koda, der seine Mutter sucht, muss er sich durch Gletscherhöhlen, die gefrorene Tundra und trügerische Schluchten kämpfen. Bis es kurz vor dem Ziel um Leben und Tod geht.
Disneys 44. abendfüllender Zeichentrickfilm erzählt auf unterhaltsame und spannende Weise von Bruderliebe, der Verwandlung von Mensch zu Tier und appelliert an ein positives Miteinander und Toleranz. Mit den Stimmen brillanter Schauspieler wie Daniel Brühl, Moritz Bleibtreu und Gedeon Burkhard, gespickt mit Gags und untermalt von sechs brandneuen Phil Collins Songs, kommen Jung und Alt voll auf ihre Kosten.
| Sprecher: | Joaquin Phoenix | als Kenai | |
|---|---|---|---|
| Jeremy Suarez | als Koda | ||
| Jason Raize | als Denahi | ||
| Rick Moranis | als Rutt | ||
| Dave Thomas | als Tuke | ||
| D.B. Sweeney | als Sitka | ||
| Joan Copeland | als Tanana | ||
| Michael Clarke Duncan | als Tug | ||
| Harold Gould | als Old Denahi | ||
| Paul Christie | als Ram #1 | ||
| Danny Mastrogiorgo | als Ram #2 | ||
| Estelle Harris | als Old Lady Bear | ||
| Regie: | Aaron Blaise | ||
| Bob Walker | |||
| Drehbuch: | Tab Murphy | ||
| Lorne Cameron | |||
| David Hoselton | |||
| Steve Bencich | |||
| Ron J. Friedman | |||
| Produzent: | Chuck Williams | ||
| Schnitt: | Tim Mertens | ||
| Musik: | Mark Mancina | ||
| Phil Collins | |||
| Produktionsdesign: | Robh Ruppel | ||
| Casting: | Mary Hidalgo | ||
| Matthew Jon Beck | |||
Seit "Good Bye, Lenin!" gilt Daniel Brühl als Deutschlands größter Nachwuchsstar und kann sich die Rollen aussuchen. Trotzdem nimmt er sich nach wie vor Zeit für feine Projekte als Synchronsprecher: Mit dem sympathischen Disney-Zeichentrick "Bärenbrüder" kehrt Brühl zu den Anfängen seiner Karriere zurück.
» Ist "Bärenbrüder" Ihre erste Arbeit als Synchronsprecher?
DANIEL BRÜHL: Das war in meiner Jugend ein Nebenjob, mit dem sich gut Geld verdienen ließ. Daher ist mir die Technik vertraut. Es war natürlich viel Trash dabei, aber auch eine Reihe schöner Sachen.
» In welchen Filmen kann man denn Ihre Stimme hören?
Als Kind habe ich "Schrei in der Stille" synchronisiert. Danach "Beautiful Thing". Lustigerweise habe ich auch Jackie Chan synchronisiert in seinen drei ersten Filmen. Die waren ziemlicher Käse und obendrein lausig übersetzt. Als Jackie Chan dann richtig hip wurde, hat man sich überlegt, das neu zu synchronisieren. Er ist der prominenteste Darsteller, den ich bislang synchronisiert habe.
Der kleine Freund Koda erklärt Kenai, wie Menschen und Bären zueinander stehen (Foto: Buena Vista)
» Wie wird man Sprecher bei einem Disney-Film?
Meine Agentur hat ein Band mit verschiedenen Filmszenen eingeschickt - darunter waren solche, in denen ich jähzornig war, wie eine aus "Das weisse Rauschen" und sympathischere aus "Good Bye, Lenin!". Dieser Kontrast passte gut zu Kenai, der sich ja vom ungestümen Knaben zum bärigen Sympathieträger wandelt.
» Haben Sie sich vor der Studioarbeit mit Bären und Indianern auseinandergesetzt?
Ich war nicht im Zoo und habe auch nicht extra Karl May gelesen. Aber vor der Arbeit an "Bärenbrüder" hatte ich natürlich Gelegenheit, den Film ganz anzuschauen, die Figur kennenzulernen und mich mit ihr anzufreunden. Die amerikanische Vorlage ist aus Sprechersicht sehr gut - es war relativ leicht, sich daran zu orientieren. Ich dachte auch erst, dass ich meine Stimme verändern müsste, wenn ich mich vom Indianer in den Bären verwandele, aber dem war gar nicht so.
» Ist es als Schauspieler, der ja viel mit Gesten arbeitet, schwierig, allein mit der Stimme auskommen zu müssen?
Das ist tatsächlich nicht leicht. Ich war aber erstaunt, wieviel der Regisseur heraushören kann und auf welche Nuancen er achtet. Selbst bei einfachen Lauten oder ganz kurzen Sätzen hat er eine bestimmte Haltung gefordert, die ich beim Sprechen einnehmen sollte. Ich dachte: 'Wie soll sich das denn jetzt widerspiegeln in diesen paar Worten, wenn ich nur die Stimme zu Verfügung habe?'. In einigen Beispielen habe ich aber dann gemerkt, dass man das tatsächlich heraushören kann, dass man sich auf diese Weise annähern und auch verbessern kann.
» Sie haben also vor dem Mikrofon einen kapitalen Bären gegeben?
So muss man sich das tatsächlich vorstellen. Ich spielte bei der Arbeit die Bewegungen nach, die die Figur im Film macht - das wirkt dann für den Betrachter sehr komisch. Man geht tatsächlich körperlich voll mit.
» Wie lange hat ihre Arbeit an "Bärenbrüder" gedauert?
Das ging erstaunlich schnell: In nur drei Tagen. Zuerst habe ich noch gemeinsam mit Gedeon Burkhard gearbeitet, der den ältesten der Brüder spricht. Die anderen beiden Tage habe ich alleine durchgerockt - es waren aber dennoch fast 600 Takes.
» In "Bärenbrüder" ist das Totem ein zentrales Thema. Ist der Bär ein Totem, das Ihnen gut gefällt?
Ja - ich mag diese zwei Seiten, die so ein Bär hat - das kommt im Film ja wunderbar rüber - auch auf den Menschen übertragen. Auf der einen Seite wirkt er wahnsinnig süß und dann ist da aber auch diese Gewalt und diese Kraft. Ich würde sehr gerne mal nach Kanada fahren und Bären in freier Wildbahn sehen - aus sicherer Entfernung natürlich. Es ist ein sehr eindrucksvolles Tier.
» Die Zeit der gezeichneten Trickfilme neigt sich ihrem Ende - "Bärenbrüder" ist der vorletzte Film seiner Art aus dem Hause Disney. Wie denken sie darüber?
Das ist sehr schade. Ich finde es bedauerlich, dass sich auch in diesem Zweig der Computer so durchgesetzt hat - dadurch geht die Wärme des Handgemachten verloren, die gezeichnete Trickfilme einfach haben. Ich habe aber einige Filme entdeckt, wie "Chihiros Reise ins Zauberland" - übrigens durchaus auch ein Film für Erwachsene - die mich sehr begeistert haben. Es gibt also noch Studios, die auf Handarbeit setzen. Vielleicht besinnt man sich eines Tages auch bei Disney wieder darauf.
» Die Figur des Kenai fügt sich nahtlos in ihre bisherige Rollenauswahl ein, die man durchwegs mit "Entwicklungsrollen" beschreiben könnte. Werden Sie so besetzt, weil sie ein junger Schauspieler sind oder suchen sie sich das gezielt aus?
Bei mir ist das klar altersbedingt und ich glaube auch, dass ich schon in dieser Schublade "junger Sympathieträger" stecke - womit ich aber überhaupt kein Problem habe. Es gibt zum einen erheblich unangenehmere Schubladen und außerdem sind damit meist Hauptrollen verbunden. Mit Entwicklungsrollen stellt man auch einen Kontakt zum Zuschauer her und nimmt ihn mit auf die Reise dieser Figur. In der Situation "junger Mann auf der Schwelle zum Erwachsenwerden" habe ich mich vor gar nicht langer Zeit noch selbst befunden. Irgendwann werde ich zu alt dafür sein und zu jung sein für die reifen Rollen und dann muss ich gucken, wie ich diese Phase überbrücke.
Ein starkes Team: Denahi (Bleibtreu), Sitka (Burkhard) und Kenai (Brühl) (Foto: Buena Vista)
» Sie wirken sehr gelassen. Haben die vielen Preise und das plötzliche Berühmtsein nach "Good bye, Lenin!" keine Spuren hinterlassen?
Es ist schon alles sehr schnell und explosionsartig passiert und manche Menschen gehen jetzt anders auf mich zu. Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Aber glücklicherweise hat mein Elternhaus mich so geerdet, dass ich keine Angst habe, abzuheben. Manchmal habe ich ein bisschen das Gefühl, dass alles zuviel wird. Man kann sich aber auch zurücknehmen und sich seine Pausen selbst setzen. Ich lerne gerade, auch mal nein zu sagen und die Reißleine zu ziehen. Die Bodenhaftung werde ich bestimmt nicht verlieren, dazu weiß ich auch zu gut, wie gefährlich und kurzlebig Ruhm sein kann. Je bescheidener man ist, umso weniger schnell kann man auf die Fresse fliegen.
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