Peter Jackson
Craig Smith
Pete O'Herne
Regie: Peter Jackson
Verleih: Astro
Außerirdische auf Nahrungssuche stellen fest, dass Menschenfleisch exakt ihren Bedürfnissen entspricht und eröffnen einen extraterrestrischen Schnellimbiß irgendwo in der neuseeländischen Provinz. Ein Geheimdienstkommando im Auftrag ihrer Majestät, der Königin des Commonwealth, bereitet dem blutigen Spuk daraufhin ein ebensolches Ende.

Bevor demnächst der 150 Millionen Dollar teure "Herr der Ringe" an den Start geht, kann es nicht schaden, den Blick auf die Anfänge der Karriere des Regisseurs Peter Jackson zu lenken. Dort lauert im verborgenen ein Sf-Horrorkleinod, welches bisher aus guten Gründen von einer Veröffentlichung im Lande der Schere verschont blieb. Jetzt, im neuen Jahrtausend und mit dem potentiellen Fantasy-Ereignis des Jahrzehnts in Sichtweite, ist die Zeit reif für den schlechten Geschmack.
Vor einem guten Jahrzehnt, als das Horrorgenre zumindest Fachfremdlingen für mausetot galt und Hollywood sich anschickte, auf die hedonistischen, unkritischen Hits der Achtziger die noch seichteren Konsumklamotten der Frühneunziger folgen zu lassen, sprangen einige bis dato unbekannte Filmemacher von der südlichen Erdhalbkugel in die Bresche und versorgten das anspruchsvolle Genrepublikum in Europa mit exotischen Genüssen bisher unbekannter Art. Aus Hongkong fanden die frühen Gangsterfilm-Meisterwerke von John Woo und Ringo Lam den Weg auf die Szene-Festivals, aus Japan folgten Manga bzw. die Techno-Alpträume des "Tetsuo"-Regisseurs Shinya Tsukamoto, und zum allseits favorisierten Liebling der Horrorfans geriet der neuseeländische Kunststudent Peter Jackson mit seinem auf abenteuerlichste Weise selbst produzierten, ebenso kruden wie hochgradig unterhaltsamen Splatter-Slapstickmeilenstein "Bad Taste".
Der Inhalt dieses nach "Plan 9 From Outer Space" mutmaßlich zweitbilligsten Alien-Invasionsfilms aller Zeiten ist in zwei Sätzen leicht zusammengefaßt: Außerirdische auf Nahrungssuche stellen fest, dass Menschenfleisch exakt ihren Bedürfnissen entspricht und eröffnen einen extraterrestrischen Schnellimbiss irgendwo in der neuseeländischen Provinz. Ein Geheimdienstkommando im Auftrag ihrer Majestät, der Königin des Commonwealth, bereitet dem blutigen Spuk daraufhin ein ebensolches Ende. Es platzen die Köpfe, spritzen die Innereien und fliegen die Gliedmaßen, dass es eine Art hat, und wer in den frühen Neunzigern das Glück hatte, eine der seltenen "Bad Taste"-Kinoaufführungen live zu erleben, kam sich vor wie in eine Fußball-Fankurve versetzt. Auf den Gängen drängelten sich jubelnde Menschen, Freundinnen saßen auf den Schößen der Freunde, damit mehr Platz im Kino war, kurz, jeden Brandinspektor hätte augenblicklich der Schlag getroffen.
Es steht nicht zu erwarten, dass sich dergleichen bei der nunmehr anstehenden, offiziellen Deutschlandpremiere des Filmes wiederholt, doch in Zeiten, in denen die berühmten K-Worte jedem Hundehaufen über zehn Zentimeter Höhe zugedacht werden, ist es schon ganz erfreulich, ein ausnahmsweise echtes Exemplar der Gattung Kult/Klassiker in angemessener Form gewürdigt zu sehen. ab.
| Darsteller: | Peter Jackson | als Derek/Robert | |
|---|---|---|---|
| Craig Smith | als Giles | ||
| Pete O'Herne | als Barry | ||
| Mike Minett | als Frank | ||
| Terry Potter | als Ozzy | ||
| Doug Wren | als Anführer der Aliens | ||
| Dean Lawrie | |||
| Regie: | Peter Jackson | ||
| Drehbuch: | Peter Jackson | ||
| Tony Hiles | |||
| Ken Hammon | |||
| Produzent: | Peter Jackson | ||
| Kamera: | Peter Jackson | ||
| Schnitt: | Peter Jackson | ||
| Jamie Selkirk | |||
| Musik: | Michelle Scullion | ||
| Ton: | Gethin Creagh | ||
Tom Cruise mit Remake des H.G. Wells Klassikers "Krieg der Welten" für Paramount.
New York, 30. Oktober 1938: Im Radiosender CBS erklingt die atemlose Stimme eines Reporters, um ihn herum panische Schreie: "Mein Gott, es kommt immer näher, ein riesiges rundes Ding, es ist nur noch ein paar Meilen weg, es speit in alle Richtungen Feuer..."
Dann unterbricht der Nachrichtensprecher: "Ladies und Gentlemen, wegen unvorhersehbarer Umstände, die sich leider unserer Kontrolle entziehen, sehen wir uns außerstande, diesen Live-Bericht fortzusetzen."
Die Folge: Massenhysterie, tausende Menschen riefen bei Polizei und Feuerwehr an, Kinos brachen ihre Vorstellungen ab - und das will wirklich etwas heißen!
Dabei war der Grund nur - ein Hörspiel. Und zwar das des damals 23-jährigen Orson Welles nach dem Roman "The War of the Worlds" von H. G. Wells.
Die Geschichte muss heute jeder Publizistik-, Kommunikationswissenschafts- und Germanistikstudent auswendig lernen - und das Hörspiel ist seither der Stoff, aus dem die Hollywood-Katastrophenträume sind:
Von Byron Haskin 1953 mit seiner 1:1 Umsetzung über Emmerichs "Independence Day" bis zu Tim Burtons geistreicher Satire auf das postmoderne Untergangsgenre ("Mars Attacks!"): Widerliche Außerirdische, die mit übermächtiger Technik die Welt in Schutt und Asche legen haben für so manchen Blockbbuster Pate gestanden. Selbst "Herr der Ringe"-Starregisseur Peter Jackson hat sich einst als neuseeländischer Splatter-König für "Bad Taste" kräftig bei H.G. Wells bedient.
Und da Genrekönig Emmerich die Kinosäle mit einer neuen Katastrophenvision zu überschwemmen droht (kino.de: "Treibhaus Day"), beschloss Filmbeau Tom Cruise kurzerhand, ebenfalls auf den Popcorn-Schreckenszug aufzuspringen.
Cruise hält es allerdings mit dem Original und produziert ein getreues Remake von "Kampf der Welten" - ähnlich wie Simon Wells, Ur-Enkel von H.G. Wells, der kürzlich sein Remake der "Time Machine" von 1960 verfilmte.
Die Story: Grauenvoll hässliche dreibeinige Marsianer zerstören mit überlegener Technik und gewissenloser Konsequenz die Erde und alles, was auf ihr wandelt - bis sie von einer einfachen Bakterieninfektion dahingerafft werden. Ihre Nahrung: Infusionen mit frischem Menschenblut (vgl: der Menschenfleisch-Schnellimbiss in "Bad Taste").
Der vanillefarbene Himmel des Tom Cruise wird sich demnächst also bedrohlich vedunkeln. Die Aussichten fürs Boxoffice sind allerdings bestens.
An Halloween 1961 geboren, war der Neuseeländer Peter Jackson für eine Karriere im Bereich des phantastischen Films prädestiniert. Als er...
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