Werner Herzogs Remake von "Bad Lieutenant" mit Nicolas Cage als Cop in New Orleans, dem unter Drogen- und Schmerzmitteleinfluss der moralische Kompass abhanden kommt. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto47/09470321/b150x150.jpg Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Filmdetails

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Werner Herzogs Remake von "Bad Lieutenant" mit Nicolas Cage als Cop in New Orleans, dem unter Drogen- und Schmerzmitteleinfluss der moralische Kompass abhanden kommt.


Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen
Start: 25.02.2010

Originaltitel: The Bad Lieutenant - Port of Call: New Orleans

Kriminalfilm / Drama

USA 2009
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Nicolas Cage
Eva Mendes
Val Kilmer

Regie: Werner Herzog
Verleih: Splendid (Fox)

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Inhalt

Während des Hurricanes Katrina rettet Terence McDonagh, Beamter bei der Mordkommission, einem Sträfling das Leben, verletzt sich dabei aber den Rücken. Er wird zwar zum Lieutenant befördert, kann seinen Dienst aber nur noch unter Schmerzmitteln versehen. Bald ist Terence schwerst abhängig von Vicodin und Kokain und sieht Halluzinationen. Dennoch soll er im Fall der Ermordung einer ganzen afrikanischen Familie ermitteln. Während sein ganzes Leben um ihn herum zusammenbricht, kristallisiert sich die Lösung des Falls als seine Chance auf Erlösung heraus.


Kritik

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Werner Herzog schickt einen drogenumnebelten Nicolas Cage im "Big Easy" auf Mörderhatz - mit einem Mix aus Moral-Mär und Mainstream-Thriller als Ergebnis.

Der "Bad Lieutenant" kehrt zurück. In Gestalt von Nicolas Cage diesmal, dessen ewige Trauerkloßmiene mit den Kajal-geschminkten Augen hier zu seiner Rolle passt. Mit Titelheld Harvey Keitel aus Abel Ferraras gleichnamigem Kult-Drama hat Cage als Terence McDonagh außer dem Beruf wenig gemein - Regisseur Werner Herzog besteht sogar darauf, den Schuld-und-Sühne-Klassiker aus dem Jahre 1992 erst gar nicht zu kennen. Der Titel geht vielmehr auf den Wunsch des Produzenten Edward R. Pressman zurück, der die Rechte daran besitzt und ihn kommerziell vielversprechend einschätzt.

Eine finanzielle Überlegung war es auch, in New Orleans zu drehen, wohin man kurzfristig von Detroit umzog, nachdem die Stadt der Produktion größtmögliche und großzügige Unterstützung zusagte. Wobei die von Hurrikan Katrina verwüstete Metropole den idealen Schauplatz für diese Reise in die Abgründe menschlicher Seelen abgibt, spiegelt sie doch den Gemütszustand der Protagonisten - ob nun (relativ) gut oder böse - perfekt wider. Überhaupt ist Symbolik angesagt. Was damit beginnt, dass McDonagh ins Wasser springt, um einen Sträfling vor dem Ertrinken zu retten. Das Rückgrat verletzt er sich dabei und fortan ist er ein gebrochener Mann. Den Dienst kann er nur noch mit Schmerzmitteln versehen, harte Drogen folgen bald. Das sind keine idealen Voraussetzungen für den jüngst beförderten Cop, der einen Mehrfachmord an einer afrikanischen Familie aufklären soll, für Herzog jedoch Möglichkeit, den Thriller als einzigen langen Trip zu inszenieren - seine unvermeidlichen Tiere inklusive. Sind die Wasserschlangen, Kaimane und Leguane auf dem Couchtisch real oder Halluzination? Egal. Der "Bad Lieutenant" geht im "Port of Call" ohnehin auf Nummer sicher: "Schieß noch mal auf den Kerl, seine Seele tanzt noch!" Tief in seiner Seele bleibt er aber aufrecht, trotz Crack-Pfeife, die ihm Glück bringt, trotz Club-Kids, denen er zum Eigengebrauch Drogen abnimmt, trotz Dealern, mit denen er gemeinsame Sache macht. Das "protect and serve", Motto der US-Polizei, nimmt er ernst. Besonders, wenn es um seine Freundin, das Escortgirl Frankie (Idealbesetzung: Eva Mendes), geht. Als die bedroht wird, sieht er rot. Und in diesen Szenen zieht Cage vom Leder. Der somnambule "Ghost Rider" zückt die "8mm" - mit einem (aufgesetzten) Happy End als Folge.

Der nervösen, fast undurchdringlichen Schattenwelt setzen Herzog und sein (Haus-)Kameramann Peter Zeitlinger ("Rescue Dawn") einen dokumentarischen Blick gegenüber. Der Film, durchaus als knallharte Mainstream-Arbeit lesbar, erdet sich immer wieder in der Realität. Im entvölkerten, verwüsteten "Big Easy", dessen Vororte immer noch in Trümmern liegen, während im Hintergrund schon wieder Hochhäuser funkeln, in denen man längst zum "business as usual" übergegangen ist. Kein Wunder, dass man da einen durchgeknallten Ordnungshüter braucht, der kräftig zupackt und in der Kloake ordentlich aufräumt. geh.

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Darsteller:  Nicolas Cage   als Terence McDonagh
  Eva Mendes   als Frankie Donnenfeld
  Val Kilmer   als Stevie Pruit
  Xzibit   als Big Fate
  Fairuza Balk   als Heidi
  Shawn Hatosy   als Armand Benoit
  Jennifer Coolidge   als Genevieve
  Tom Bower   als Pat McDonagh
  Vondie Curtis Hall   als Captain James Brasser
  Brad Dourif   als Ned Schoenholtz
  Denzel Whitaker   als Daryl
  Irma P. Hall   als Binnie Rogers
  Shea Whigham   als Justin
  Michael Shannon   als Mundt
  Joe Nemmers   als Larry Moy
  J.D. Evermore   als Rick Fitzsimon
  Tim Bellow   als G (Gary Jenkins)
  Lucius Baston   als Midget
  Lauren Swinney   als Antoinette
  Nick Gomez   als Evaristo Chavez
 
Regie:  Werner Herzog  
Drehbuch:  William M. Finkelstein  
Produzent:  Edward R. Pressman  
  Stephen Belafonte  
  Nicolas Cage  
  Alan Polsky  
Ausf. Produzent:  Avi Lerner  
  Alessandro Camon  
  Danny Dimbort  
  Trevor Short  
  Boaz Davidson  
  Elliot Rosenblatt  
Buchvorlage:  Victor Argo  
  Paul Calderon  
  Abel Ferrara  
Kamera:  Peter Zeitlinger  
Schnitt:  Joe Bini  
Musik:  Mark Isham  
Produktionsdesign:  Toby Corbett  
Kostüme:  Jill Newell  
Casting:  Johanna Ray  

Nicolas Cage ist pleite

Es war der Manager.

Großansicht Nicolas Cage gibt gern anderen die Schuld (Foto: Kurt Krieger)

Nicolas Cage gibt gern anderen die Schuld (Foto: Kurt Krieger)

Nicolas Cage ist pleite. Das ist die eine Meldung. Die andere lautet: Er kann gar nichts dafür. Schuld am finanziellen Ruin des Stars aus Filmen wie "Knowing" und "Das Vermächtnis des geheimen Buches" ist nämlich Cages Manager Samuel Levin. So sieht es zumindest Nicolas Cage, der jetzt tatsächlich den armen Mann verklagt. Angeblich habe Levin das Geld von Cage schlampig verwaltet und nicht darauf geachtet, brav die Steuererklärung zu machen. So sei es auch dazu gekommen, dass Cage jetzt sechs Millionen Dollar Schulden beim Finanzamt habe und einige Häuser verkaufen müsse.

Mittlerweile kommen jedoch immer mehr Details ans Licht, die vor allem eines vermuten lassen: Nicolas Cage kauft gerne ein - und zwar teuer. So bezahlte der Star im Jahr 2007 für einen prähistorischen Dinosaurier-Schädel auf einer Auktion schlappe 267.000 Dollar - und stach dabei Mitbieter Leonardo DiCaprio aus, der den alten Knochen auch haben wollte. Darüber hinaus besitzt der Schauspieler angeblich zwei Jachten, drei Schlösser, einen Privat-Jet, zwei Inseln auf den Bahamas und jede Menge Häuser. Auch ein Lamborghini für 495.000 Dollar, der einst dem Schah von Persien gehörte, soll bei ihm in der Garage stehen.

Mann ohne Gewissen

Auf der Leinwand sollte Nicolas Cage demnach wohl öfter zu sehen sein - immerhin ist ein feiner Blockbuster doch die beste Altersvorsorge. So ist auch schon "Ghost Rider 2" in Planung, der die Haushaltskasse vielleicht wieder füllt. Bis dahin gibt Cage jedoch erstmal den "Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen". Ab 14. Januar im Kino.

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