Originaltitel: The Bad Lieutenant - Port of Call: New Orleans
USA 2009
Nicolas Cage
Eva Mendes
Val Kilmer
Regie: Werner Herzog
Verleih: Splendid (Fox)
Während des Hurricanes Katrina rettet Terence McDonagh, Beamter bei der Mordkommission, einem Sträfling das Leben, verletzt sich dabei aber den Rücken. Er wird zwar zum Lieutenant befördert, kann seinen Dienst aber nur noch unter Schmerzmitteln versehen. Bald ist Terence schwerst abhängig von Vicodin und Kokain und sieht Halluzinationen. Dennoch soll er im Fall der Ermordung einer ganzen afrikanischen Familie ermitteln. Während sein ganzes Leben um ihn herum zusammenbricht, kristallisiert sich die Lösung des Falls als seine Chance auf Erlösung heraus.

Werner Herzog schickt einen drogenumnebelten Nicolas Cage im "Big Easy" auf Mörderhatz - mit einem Mix aus Moral-Mär und Mainstream-Thriller als Ergebnis.
Der "Bad Lieutenant" kehrt zurück. In Gestalt von Nicolas Cage diesmal, dessen ewige Trauerkloßmiene mit den Kajal-geschminkten Augen hier zu seiner Rolle passt. Mit Titelheld Harvey Keitel aus Abel Ferraras gleichnamigem Kult-Drama hat Cage als Terence McDonagh außer dem Beruf wenig gemein - Regisseur Werner Herzog besteht sogar darauf, den Schuld-und-Sühne-Klassiker aus dem Jahre 1992 erst gar nicht zu kennen. Der Titel geht vielmehr auf den Wunsch des Produzenten Edward R. Pressman zurück, der die Rechte daran besitzt und ihn kommerziell vielversprechend einschätzt.
Eine finanzielle Überlegung war es auch, in New Orleans zu drehen, wohin man kurzfristig von Detroit umzog, nachdem die Stadt der Produktion größtmögliche und großzügige Unterstützung zusagte. Wobei die von Hurrikan Katrina verwüstete Metropole den idealen Schauplatz für diese Reise in die Abgründe menschlicher Seelen abgibt, spiegelt sie doch den Gemütszustand der Protagonisten - ob nun (relativ) gut oder böse - perfekt wider. Überhaupt ist Symbolik angesagt. Was damit beginnt, dass McDonagh ins Wasser springt, um einen Sträfling vor dem Ertrinken zu retten. Das Rückgrat verletzt er sich dabei und fortan ist er ein gebrochener Mann. Den Dienst kann er nur noch mit Schmerzmitteln versehen, harte Drogen folgen bald. Das sind keine idealen Voraussetzungen für den jüngst beförderten Cop, der einen Mehrfachmord an einer afrikanischen Familie aufklären soll, für Herzog jedoch Möglichkeit, den Thriller als einzigen langen Trip zu inszenieren - seine unvermeidlichen Tiere inklusive. Sind die Wasserschlangen, Kaimane und Leguane auf dem Couchtisch real oder Halluzination? Egal. Der "Bad Lieutenant" geht im "Port of Call" ohnehin auf Nummer sicher: "Schieß noch mal auf den Kerl, seine Seele tanzt noch!" Tief in seiner Seele bleibt er aber aufrecht, trotz Crack-Pfeife, die ihm Glück bringt, trotz Club-Kids, denen er zum Eigengebrauch Drogen abnimmt, trotz Dealern, mit denen er gemeinsame Sache macht. Das "protect and serve", Motto der US-Polizei, nimmt er ernst. Besonders, wenn es um seine Freundin, das Escortgirl Frankie (Idealbesetzung: Eva Mendes), geht. Als die bedroht wird, sieht er rot. Und in diesen Szenen zieht Cage vom Leder. Der somnambule "Ghost Rider" zückt die "8mm" - mit einem (aufgesetzten) Happy End als Folge.
Der nervösen, fast undurchdringlichen Schattenwelt setzen Herzog und sein (Haus-)Kameramann Peter Zeitlinger ("Rescue Dawn") einen dokumentarischen Blick gegenüber. Der Film, durchaus als knallharte Mainstream-Arbeit lesbar, erdet sich immer wieder in der Realität. Im entvölkerten, verwüsteten "Big Easy", dessen Vororte immer noch in Trümmern liegen, während im Hintergrund schon wieder Hochhäuser funkeln, in denen man längst zum "business as usual" übergegangen ist. Kein Wunder, dass man da einen durchgeknallten Ordnungshüter braucht, der kräftig zupackt und in der Kloake ordentlich aufräumt. geh.
Es war der Manager.
Nicolas Cage ist pleite. Das ist die eine Meldung. Die andere lautet: Er kann gar nichts dafür. Schuld am finanziellen Ruin des Stars aus Filmen wie "Knowing" und "Das Vermächtnis des geheimen Buches" ist nämlich Cages Manager Samuel Levin. So sieht es zumindest Nicolas Cage, der jetzt tatsächlich den armen Mann verklagt. Angeblich habe Levin das Geld von Cage schlampig verwaltet und nicht darauf geachtet, brav die Steuererklärung zu machen. So sei es auch dazu gekommen, dass Cage jetzt sechs Millionen Dollar Schulden beim Finanzamt habe und einige Häuser verkaufen müsse.
Mittlerweile kommen jedoch immer mehr Details ans Licht, die vor allem eines vermuten lassen: Nicolas Cage kauft gerne ein - und zwar teuer. So bezahlte der Star im Jahr 2007 für einen prähistorischen Dinosaurier-Schädel auf einer Auktion schlappe 267.000 Dollar - und stach dabei Mitbieter Leonardo DiCaprio aus, der den alten Knochen auch haben wollte. Darüber hinaus besitzt der Schauspieler angeblich zwei Jachten, drei Schlösser, einen Privat-Jet, zwei Inseln auf den Bahamas und jede Menge Häuser. Auch ein Lamborghini für 495.000 Dollar, der einst dem Schah von Persien gehörte, soll bei ihm in der Garage stehen.
Auf der Leinwand sollte Nicolas Cage demnach wohl öfter zu sehen sein - immerhin ist ein feiner Blockbuster doch die beste Altersvorsorge. So ist auch schon "Ghost Rider 2" in Planung, der die Haushaltskasse vielleicht wieder füllt. Bis dahin gibt Cage jedoch erstmal den "Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen". Ab 14. Januar im Kino.
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