| Regie: | James Cameron | ||
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Da hat der Ringmeister wohl etwas falsch verstanden…
Gollums Selbstgespräche im "Hobbit" werden dank doppelter Bildfrequenz noch beeindruckender als in "Der Herr der Ringe" (Foto: Warner)
Natürlich wünschen sich die "Herr der Ringe"-Fans, dass Regisseur Peter Jackson sich mit den beiden Filme zur Vorgeschichte "The Hobbit" nach den ewig langen Verzögerungen wegen Finanzproblemen, Regiewechsels und Streiks möglichst beeilt. Dass Jackson nun gleich in doppeltem Tempo dreht, dürfte aber doch überraschend kommen.
Natürlich geht es Peter Jackson dabei aber gar nicht darum, schneller mit den Dreharbeiten fertig zu werden. Denn die höhere Geschwindigkeit der Kameras bringt vor allem eines: gestochen scharfe Bilder - vor allem, wenn wie bei den "Hobbit"-Filmen in 3D gedreht wird.
"Alles sieht viel lebendiger aus", berichtet Peter Jackson von den ersten Testaufnahmen. "Besonders in 3D ist das viel entspannender fürs Auge. Wenn man zwei Stunden lang Test-Sequenzen anschaut, ist das in 3D sonst enorm anstrengend. Selbst die Filmpuristen in unserem Team wollen jetzt nur noch mit 48 Bildern pro Sekunde gucken!"
Kinofilme werden seit den späten 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit 24 Bildern pro Sekunde gemacht. Der Grund: Das menschliche Sehzentrum verbindet ab dieser Frequenz die wechselnden Einzelbilder zu einer vermeintlich fließenden Bewegung. Eine niedrigere Frequenz von zum Beispiel 18 Bildern führt zu einem "Daumenkinoeffekt". Bei höherer Frequenz wirken die Bewegungen dagegen noch flüssiger.
Dass die Bildfrequenz trotzdem lange nicht über 24 Bilder gesteigert wurde - außer vereinzelt bei Bewegungskinos (z.B. Showscan) in Vergnügungsparks - hatte Kostengründe: Der Meterpreis eines fürs Kino üblichen Filmstreifens ist extrem hoch. Doppelt so viele Bilder pro Sekunde bedeuten die doppelte Länge an Filmmaterial. Durch die aufwändigen Entwicklungsverfahren vervielfacht sich der Teuerungseffekt. Doch mit dem Siegeszug des digitalen Kinos fällt dieses Problem weg. Denn nun geht es nur noch um Speicherplatz - und der ist deutlich billiger.
Fraglich ist allerdings, ob bis zum Kinostart von "The Hobbit" Ende 2012 überhaupt genügend Kinos die Filme auch zeigen können. Denn wenn ein Film mit 48 Bildern pro Sekunde aufgenommen wird, muss er auch mit 48 Bildern pro Sekunde abgespielt werden. Ansonsten würde Mittelerde komplett in Zeitlupe agieren. Für die Kinos bedeutet das teures Nachrüsten.
Peter Jackson beruhigt jedoch die Fans: "Wir glauben fest daran, dass bis dahin genügend Kinos mit dieser Bildrate Filme zeigen können. Unser Filmstudio Warner wird sich sehr dafür stark machen. Glaubt mir, wenn wir den Film mit 48 Bildern pro Sekunde herausbringen, solltet ihr ihn auch in einem solchen Kino anschauen. Er wird großartig aussehen. Ich setze mich jetzt ins Auto und fahre nach Beutelsend, bis dann!"
Jacksons Einschätzung ist durchaus realistisch. Denn auch James Cameron will seine beiden "Avatar"-Fortsetzungen in einer höheren Bildrate filmen, er plant sogar 60 Bilder pro Sekunde. Die beiden wichtigsten Filmprojekte der nächsten Jahre sind definitiv ein guter Grund für die Kinos, ihr Equipment entsprechend aufzurüsten um den Fans die Blockbuster in Top-Qualität anbieten zu können.
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