Originaltitel: Hanging Up
USA 1999
Meg Ryan
Diane Keaton
Lisa Kudrow
Regie: Diane Keaton
Verleih: Columbia Tristar
Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, ist es seine Tochter Eve, die sich um ihn kümmert. Anstatt ihr zu helfen, überhäufen ihre beiden überdrehten Schwestern die gestresste Eve zusätzlich mit Problemen. Der ständige Telefonterror bringt Eve an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Erst als ihr Vater im Sterben liegt, findet bei einem stürmischen Abendessen die längst fällige Aussprache der drei Schwestern statt.

It's ladies' night: Das Superstar-Kollektiv Meg Ryan, Diane Keaton und Lisa Kudrow beackert als sehr unterschiedliches Schwesterntrio, deren Vater im Sterben liegt und die nun gezwungen sind, sich mit ihren unterschwelligen Rivalitäten auseinanderzusetzen, den gleichen Tragikomödienboden wie die Woman-Power-Filme "Seite an Seite" oder "Der Club der Teufelinnen". Inszeniert wurde die bittersüße Familiendramedy von Keaton ("Entfesselte Helden") selbst nach einem Buch von Delia Ephron, deren Schwester Nora "Schlaflos in Seattle" Ephron das Drehbuch mitverfasste und als Produzentin fungierte.
Wie in einer typischen Ephronschen cineastischen Zuckerkonfektion werden auch hier Herzschmerz und Heiterkeit vermengt, um ein leicht verdauliches Häppchen mit Harmoniebotschaft unter das Frauenpublikum zu bringen. Zudem findet sich mit Meg Ryan ("E-Mail für Dich") ein bevorzugter Ephron-Star in der Hauptrolle, die auch hier ihren patentierten Girlie-Charme vorteilhaft einzubringen versteht. Sie porträtiert Eve, die ihren desorientierten Vater Lou (Walter Matthau als grantelnd-anzüglicher Patriach) ins Krankenhaus bringt. Eve ist verheiratet, hat einen Sohn und einen Job als Partyplanerin und ist völlig überlastet. Sie fühlt sich von ihren beiden Schwestern Georgia (Keaton), eine erfolgreiche Magazinherausgeberin, und Maddy (Kudrow), einer mittelmäßigen Seifenopernschauspielerin, im Stich gelassen, da sie sich als einzige um ihren schwierigen Vater kümmert. Die erste halbe Stunde des Films verbringen sie mit hektischen Telefongesprächen, die zu nicht allzu viel führen und Eve noch frustierter werden lassen. Rückblenden skizzieren die Beziehung zum Vater: Manche reichen zurück in ihre frühen glücklichen Kindheitstage, während eine Episode zu Weihnachten 1988 seine Traurigkeit über die Trennung von seiner Frau vermittelt. Der Flashback zu Halloween 1993 zeigt Lou dann als lautstarken Alkoholiker, der die Geburtstagsparty von Eves Sohn peinlich unterbricht und von ihrem Mann für immer des Hauses verwiesen wird. Doch in der Gegenwart kann sich Eve noch immer nicht von ihrem Vater lösen und fühlt sich für ihn verantwortlich.
Die drei Grazien zanken sich. Sie weinen. Sie lachen miteinander. Und sie bewerfen sich am Ende nach dem erfolgreichen Aussortieren ihres kollektiven Psychoschrotts beim gemeinsam gekochten Versöhnungsdinner weißem Mehl. Kindliche Unschuld, ahoi! Dabei nehmen Keaton und Kudrow Nebenrollen ein - die Hauptbühne gehört Ryan. Ihr wird die Quintessenz des Melodrams light mitgeteilt: Man muss sich ausklinken können, von den Eltern - und in ihrem Fall ganz deutlich auch vom Mobiltelefon. Unmissverständlich unterstrichen werden die verschiedenen Anliegen von einem Oldies-durchsetzten Soundtrack, wie es auch schon beim mit dem Filmposter zitierten "Der Club der Teufelinnen" der Fall war. Auch hier wird Einblick in ein gehobenes Milieu geboten, was einem stilvollen Produktionsdesign Vorschub leistet. Am amerikanischen Boxoffice können jedenfalls derzeit ordentliche Zahlen geschrieben werden. ara.
| Darsteller: | Meg Ryan | als Eve | |
|---|---|---|---|
| Diane Keaton | als Georgia | ||
| Lisa Kudrow | als Maddy | ||
| Walter Matthau | als Lou | ||
| Adam Arkin | als Joe | ||
| Duke Moosekian | als Omar Kunundar | ||
| Ann Bortolotti | als Ogmed Kunundar | ||
| Cloris Leachman | als Pat | ||
| Maree Cheatham | als Angie | ||
| Myndy Crist | als Dr. Kelly | ||
| Jesse James | als Jesse | ||
| Regie: | Diane Keaton | ||
| Drehbuch: | Delia Ephron | ||
| Nora Ephron | |||
| Produzent: | Laurence Mark | ||
| Nora Ephron | |||
| Koproduzent: | Diana Pokorny | ||
| Ausf. Produzent: | Delia Ephron | ||
| Bill Robinson | |||
| Buchvorlage: | Delia Ephron | ||
| Kamera: | Howard Atherton | ||
| Schnitt: | Julie Monroe | ||
| Musik: | David Hirschfelder | ||
| Produktionsdesign: | Waldemar Kalinowski | ||
| Troy Sizemore | |||
| Kostüme: | Bobbie Read | ||
| Ton: | Charles M. Wilborn | ||
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