Thomas Schubert
Karin Lischka
Gerhard Liebmann
Regie: Karl Markovics
Verleih: ThimFilm (24 Bilder)
Ein 19-Jähriger sitzt im Gefängnis eine Jugendstrafe wegen Totschlags ab. Die Chancen für eine Entlassung auf Bewährung stehen schlecht, weil er auf keine Familie zurückgreifen kann und als gesellschaftlicher Außenseiter wenig Kontakte zu den Mitgefangenen pflegt. Als er einen Freigängerjob im städtischen Beerdigungsinstitut erhält, beginnt die Suche nach seinen familiären Wurzeln.

Eindringliches Regiedebüt von Karl Markovics über einen 19jährigen Freigänger auf psychologisch intensiver Suche nach familiärer Identität.
Als die "bisher schönste Arbeitserfahrung" seines Lebens bezeichnet der österreichische Schauspieler Karl Markovic die Realisierung seines Erstlingswerks. Im Mittelpunkt steht ein wegen Totschlags verurteilter in sich zurückgezogener junger Mann. Die Chancen für den 19Jährigen, nach der Hälfte der Haft auf Bewährung freizukommen, reduzieren sich mangels Rückhalt von Familie und Freunden, sowie seiner gesellschaftlichen Unangepasstheit. Nach einigen missglückten Anläufen darf er als Freigänger im städtischen Bestattungsunternehmen von Wien arbeiten. Eine Tote mit seinem Familiennamen hält er für seine Mutter. Ein Irrtum, der ihn dazu bringt, mehr über seine Herkunft herauszubekommen. Er macht sogar seine leibliche Mutter ausfindig, die ihn einst aus Überforderung dem Jugendamt übergab. Es ist die Arbeit mit den Toten, die ihn ins Leben katapultiert.
Über dem Ganzen liegt eine Sprachlosigkeit mit langen Passagen ohne ein Wort, was den folgenden Sätzen dann oft eine überhöhte Bedeutung gibt. Markovics minimiert die Dialoge, transportiert die widersprüchlichen Gefühle zumeist über Gesten und Blicke, benutzt Parallelgeschichten und Metaphern wie das Schwimmbad, in dem der Protagonist untergeht bis tief auf den Boden, dort verharrt und wieder zurückkommt, an der Oberfläche schwimmt und nach Luft schnappt. "Atmen" rät ihm sein Sportlehrer und natürlich liegt die Assoziation als Symbol der Freiheit nahe, aber es dauert lange, bis die geschundene Kreatur wirklich durchatmen kann, ein erster Schritt in Selbstbefreiung und Selbstfindung. Neben dem überzeugenden Thomas Schubert zwischen Kind, Jugendlichem und frühem Erwachsenen gewinnt das Drama an Kraft durch die Kamera von Martin Gschlacht, der die Situationen in großer Klarheit und Direktheit kinematografisch verdichtet. Er fängt eine emotionslose Welt in kalten Farben ein. Im Gedächtnis bleibt die Szene von Mutter und Sohn bei der existenziellen Aussprache - wie ausgespuckt - vor einer dreckiggelben Fliesenwand in der U-Bahn. Ein beeindruckendes Debüt. mk.
| Darsteller: | Thomas Schubert | als Roman Kogler | |
|---|---|---|---|
| Karin Lischka | als Margit Kogler | ||
| Gerhard Liebmann | als Walter Fakler | ||
| Georg Friedrich | als Rudolf Kienast | ||
| Stefan Matousch | als Gerhard Schorn | ||
| Georg Veitl | als Jürgen Hefor | ||
| Klaus Rott | als Leopold Wesnik | ||
| Luna Mijovic | als Mona | ||
| Reinhold G. Moritz | als Josef Kallinger | ||
| Martin Oberhauser | als Gefänfniswärter #3 | ||
| Magdalena Kronschläger | als junge Frau | ||
| David Oberkogler | als Polizist #1 | ||
| Michael Duregger | als Polizist #2 | ||
| Peter Raffalt | als Richter | ||
| Stephanie Taussig | als Schwiegertochter | ||
| Gabriela Schmoll | als Haushaltshilfe | ||
| Elena Dörfler | als Roberta | ||
| Werner Wultsch | als Mann im Jogginganzug | ||
| Robert Putzinger | als Zugbediensteter | ||
| Regie: | Karl Markovics | ||
| Drehbuch: | Karl Markovics | ||
| Produzent: | Dieter Pochlatko | ||
| Nikolaus Wisiak M.A. | |||
| Kamera: | Martin Gschlacht | ||
| Schnitt: | Alarich Lenz | ||
| Musik: | Herbert Tucmandl | ||
| Produktionsdesign: | Isidor Wimmer | ||
| Kostüme: | Caterina Czepek | ||
| Maske: | Monika Fischer-Vorauer | ||
| Ton: | William Franck | ||
| Casting: | Nicole Schmied | ||
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