Eindringliches Regiedebüt von Karl Markovics über einen 19-jährigen Freigänger auf der Suche nach familiärer Identität. http://images.kino.de/flbilder/max11/mbiz11/mbiz28/z1128002/b150x150.jpg Atmen

Filmdetails

Atmen

Eindringliches Regiedebüt von Karl Markovics über einen 19-jährigen Freigänger auf der Suche nach familiärer Identität.


Atmen
Start: 08.12.2011

Drama

Österreich 2011
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Thomas Schubert
Karin Lischka
Gerhard Liebmann

Regie: Karl Markovics
Verleih: ThimFilm (24 Bilder)

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Inhalt

Ein 19-Jähriger sitzt im Gefängnis eine Jugendstrafe wegen Totschlags ab. Die Chancen für eine Entlassung auf Bewährung stehen schlecht, weil er auf keine Familie zurückgreifen kann und als gesellschaftlicher Außenseiter wenig Kontakte zu den Mitgefangenen pflegt. Als er einen Freigängerjob im städtischen Beerdigungsinstitut erhält, beginnt die Suche nach seinen familiären Wurzeln.


Kritik

Atmen

Eindringliches Regiedebüt von Karl Markovics über einen 19jährigen Freigänger auf psychologisch intensiver Suche nach familiärer Identität.

Als die "bisher schönste Arbeitserfahrung" seines Lebens bezeichnet der österreichische Schauspieler Karl Markovic die Realisierung seines Erstlingswerks. Im Mittelpunkt steht ein wegen Totschlags verurteilter in sich zurückgezogener junger Mann. Die Chancen für den 19Jährigen, nach der Hälfte der Haft auf Bewährung freizukommen, reduzieren sich mangels Rückhalt von Familie und Freunden, sowie seiner gesellschaftlichen Unangepasstheit. Nach einigen missglückten Anläufen darf er als Freigänger im städtischen Bestattungsunternehmen von Wien arbeiten. Eine Tote mit seinem Familiennamen hält er für seine Mutter. Ein Irrtum, der ihn dazu bringt, mehr über seine Herkunft herauszubekommen. Er macht sogar seine leibliche Mutter ausfindig, die ihn einst aus Überforderung dem Jugendamt übergab. Es ist die Arbeit mit den Toten, die ihn ins Leben katapultiert.

Über dem Ganzen liegt eine Sprachlosigkeit mit langen Passagen ohne ein Wort, was den folgenden Sätzen dann oft eine überhöhte Bedeutung gibt. Markovics minimiert die Dialoge, transportiert die widersprüchlichen Gefühle zumeist über Gesten und Blicke, benutzt Parallelgeschichten und Metaphern wie das Schwimmbad, in dem der Protagonist untergeht bis tief auf den Boden, dort verharrt und wieder zurückkommt, an der Oberfläche schwimmt und nach Luft schnappt. "Atmen" rät ihm sein Sportlehrer und natürlich liegt die Assoziation als Symbol der Freiheit nahe, aber es dauert lange, bis die geschundene Kreatur wirklich durchatmen kann, ein erster Schritt in Selbstbefreiung und Selbstfindung. Neben dem überzeugenden Thomas Schubert zwischen Kind, Jugendlichem und frühem Erwachsenen gewinnt das Drama an Kraft durch die Kamera von Martin Gschlacht, der die Situationen in großer Klarheit und Direktheit kinematografisch verdichtet. Er fängt eine emotionslose Welt in kalten Farben ein. Im Gedächtnis bleibt die Szene von Mutter und Sohn bei der existenziellen Aussprache - wie ausgespuckt - vor einer dreckiggelben Fliesenwand in der U-Bahn. Ein beeindruckendes Debüt. mk.

Atmen

Darsteller:  Thomas Schubert   als Roman Kogler
  Karin Lischka   als Margit Kogler
  Gerhard Liebmann   als Walter Fakler
  Georg Friedrich   als Rudolf Kienast
  Stefan Matousch   als Gerhard Schorn
  Georg Veitl   als Jürgen Hefor
  Klaus Rott   als Leopold Wesnik
  Luna Mijovic   als Mona
  Reinhold G. Moritz   als Josef Kallinger
  Martin Oberhauser   als Gefänfniswärter #3
  Magdalena Kronschläger   als junge Frau
  David Oberkogler   als Polizist #1
  Michael Duregger   als Polizist #2
  Peter Raffalt   als Richter
  Stephanie Taussig   als Schwiegertochter
  Gabriela Schmoll   als Haushaltshilfe
  Elena Dörfler   als Roberta
  Werner Wultsch   als Mann im Jogginganzug
  Robert Putzinger   als Zugbediensteter
 
Regie:  Karl Markovics  
Drehbuch:  Karl Markovics  
Produzent:  Dieter Pochlatko  
  Nikolaus Wisiak M.A.  
Kamera:  Martin Gschlacht  
Schnitt:  Alarich Lenz  
Musik:  Herbert Tucmandl  
Produktionsdesign:  Isidor Wimmer  
Kostüme:  Caterina Czepek  
Maske:  Monika Fischer-Vorauer  
Ton:  William Franck  
Casting:  Nicole Schmied  

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