Sinnliches Melodram über eine Künstlerin, die gegen die Konventionen ihrer Zeit ein selbstbestimmtes Leben führte. http://images.kino.de/flbilder/max98/bf98/bf18/b9818003/b150x150.jpg Artemisia

Filmdetails

Artemisia

Sinnliches Melodram über eine Künstlerin, die gegen die Konventionen ihrer Zeit ein selbstbestimmtes Leben führte.


Artemisia
Start: 28.05.1998

Historienfilm / Drama

Frankreich/Deutschland/Italien 1997
Laufzeit: 102 Min.

Michel Serrault
Valentina Cervi
Miki Manojlovic

Regie: Agnès Merlet
Verleih: Helkon

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Inhalt

Artemisia, die Tochter eines bekannten Malers, hat sich der Malerei verschrieben. Heimlich arbeitet sie an männlichen Aktstudien und möchte der Enge des väterlichen Ateliers entfliehen. Maler Agostino Tassi nimmt sie widerwillig als Schülerin an. Bald verbindet Meister und Schülerin nicht nur die Liebe zur Kunst, sondern auch ein leidenschaftliches Liebesverhältnis. Der entsetzte Vater zeigt Tassi wegen Vergewaltigung an ...


Kritik

Artemisia

In den 70er Jahren kürten amerikanische Feministinnen Artemisia Gentileschi zur Symbolfigur. Ganz anders nähert sich Agnès Merlet der Malerin aus dem 17. Jahrhundert. Sie erzählt eine Geschichte von Leidenschaft und Enttäuschung, von der Initiation einer jungen Frau in die Kunst und in die Liebe. Verblüffend die Leistung der erst 20jährigen Hauptdarstellerin Valentina Cervi.

Vor dem gesellschaftlichen Hintergrund Anfang des 17. Jahrhunderts entwirft Agnès Merlet (1995 "Felix" in der Kategorie Junger Film für "Le Fils du Requin") ein sinnliches Melodram über die italienische Künstlerin Artemisia Gentileschi, die entgegen der Konventionen ihrer Zeit ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Die Tochter des bekannten Malers Orazio Gentileschi (Michel Serrault) hat sich mit Leib und Seele der Malerei verschrieben, heimlich arbeitet sie an männlichen Aktstudien und möchte der Enge des väterlichen Ateliers entfliehen und Neues lernen. Der Maler Agostino Tassi (viril: Miki Manojlovic), Kollege und Konkurrent des Vaters, nimmt sie nur widerwillig als Schülerin an. Der erst 17jährigen eröffnet sich eine andere Welt, sie lernt perspektivisches Malen in freier Natur bei natürlichem Licht, der freigeistige Tassi steht ihr sogar Modell. Meister und Schülerin verbindet bald nicht nur die Liebe zur Kunst, sondern auch ein leidenschaftliches Liebesverhältnis. Der entsetzte Vater, der auf eine "Entschädigungshochzeit" hofft, zeigt (den schon verheirateten) Tassi wegen Vergewaltigung an, es kommt zu einem skandalträchtigen Prozeß, der Artemisias Ruf zerstört und die junge Frau zutiefst demütigt und verletzt.

In opulenten Bildern und effektvoller Dramaturgie zeichnet Merlet das Porträt einer Frau mit außergewöhnlichem Selbstverständnis, die für ihre Freiheit einen hohen Preis zahlt. Dabei läßt sie - wohl aufgrund der nur fragmentarisch vorhandenen Prozeßakten - offen, ob nun tatsächlich eine Vergewaltigung stattgefunden hat. Das Schicksal von Artemisia Gentileschi, die als erste weibliche Malerin der Kunstgeschichte gilt und unter dem Einfluß Caravaggios bedeutende Werke schuf (u.a. das aufsehenerregende Gemälde "Judith enthauptet Holofernes") bietet Stoff für ein Liebesdrama, das sich mit den Heldinnen der Brontë-Schwestern messen kann. Neben dem Aufruhr der Gefühle steht aber auch ein intensiver Blick in die Entwicklung der Malkunst und eine Epoche des Umbruchs, in der die Thesen Galileis das gefestigte Weltbild ins Wanken brachten. Die Figur der Artemisia versinnbildlicht individuelle Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen und Kompromißlosigkeit gegenüber bürgerlicher Moral und Tabus und hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. mk.

Artemisia

Darsteller:  Michel Serrault   als Orazio Gentileschi
  Valentina Cervi   als Artemisia Gentileschi
  Miki Manojlovic   als Agostino Tassi
  Luca Zingaretti   als Cosimo Quorli
  Brigitte Catillon   als Tuzia
  Frédéric Pierrot   als Roberto
  Maurice Garrel  
  Emmanuelle Devos  
  Yann Trégouët  
  Jacques Nolot  
  Silvia De Santis  
  Renato Carpentieri  
 
Regie:  Agnès Merlet  
Drehbuch:  Agnès Merlet  
  Christine Miller  
  Patrick Amos  
Produzent:  Patrice Haddad  
Koproduzent:  Christoph Hahnheiser  
  Leo Pescarolo  
Ausf. Produzent:  Lilian Saly  
  Patricia Allard  
  Daniel Wuhrmann  
  Conchita Airoldi  
  Dino Di Dionisio  
Kamera:  Benoît Delhomme  
Schnitt:  Guy Lecorne  
Musik:  Krishna Levy  

Star

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