Jeff Bridges
Tim Robbins
Joan Cusack
Regie: Mark Pellington
Verleih: UIP
Am College warnt Geschichtsdozent Faraday vor rechtsextremen Staatsfeinden. Zuhause, in einer Vorortidylle Washingtons, glaubt er solche Elemente in seinen Nachbarn entdeckt zu haben. Obwohl diese das Bild friedlich-spießigen Durchschnitts vermitteln, beginnt Faraday in deren Vergangenheit zu wühlen und bringt damit sich und seine Familie in Lebensgefahr.

Schon in Ed Zwicks "Ausnahmezustand" war die Erschütterung des inneren Friedens Amerikas im Grunde hausgemacht, nur scheinbar importiert. Im Thriller "Arlington Road" kommt die Bedrohung unzweifelhaft von innen, entlädt sich der Frust regierungsenttäuschter guter Amerikaner in Terrorakten, die ein Collegedozent, zwischen berechtigtem Mißtrauen und Paranoia treibend, zu verhindern versucht. Konventionell entfaltete, zur Überzeichnung neigende Kinounterhaltung, die aber Spannung zu erzeugen versteht und mit seltener Kompromißlosigkeit endet.
Nach einem das zentrale Thema Derangement illustrierenden Vorspann kommt "Arlington Road" mit seinen ersten Bildern gleich auf den Punkt - auf die Beerdigung der Utopie amerikanischer Vorstadtidylle. Ein blutender Junge stolpert durch den im Titel erfaßten Vorort von Washington, der nicht nur dem berühmten Heldenfriedhof, sondern auch subversiven Elementen eine Heimat bietet. Das glaubt zumindest Geschichtsdozent Faraday (überemotional und damit manchmal anstrengend: Jeff Bridges), der den verletzten Jungen ins Krankenhaus bringt. Dessen Eltern, die Langs (Tim Robbins, Joan Cusack), die in unmittelbarer Nähe zu Faradays Haus eingezogen sind, wirken freundlich und vertrauenswürdig, bis Oliver Lang immer größeren Einfluß auf Faradays Sohn gewinnt, und der Dozent nicht zuletzt aus verdrängter Eifersucht Unregelmäßigkeiten in der Biografie seines Nachbarn zu recherchieren beginnt. Die Gemeinsamkeit beider Väter ist augenscheinlich die Enttäuschung über ein Amerika, in dem sich niemand mehr sicher fühlen kann, genauer betrachtet aber eine Paranoia in verschiedenen Entwicklungsstadien. Fühlt sich doch Lang von der Regierung, Faraday aber, der vor kurzem seine Frau, eine FBI-Agentin, bei einem aus der Kontrolle geratenen Einsatz gegen potentielle Staatsfeinde verlor, von rechten Fanatikern und Terroristen verfolgt. Zweifel an des Lehrers Theorie, daß sein Nachbar ein gefährlicher Bombenleger sein könnte, hegt Faradays Freundin, nicht aber der Film. Von Beginn an zeichnet Regisseur Mark Pellington die nette Nachbarsfamilie mit einem Zug von Dämonie (die älteste Tochter ist besonders "creepy"), so daß Faradays Feldzug gegen sie für den Zuschauer stets begründet scheint. Der nicht gerade subtile Höhepunkt ist dabei ein ausgelassenes Verschwörer-Barbecue im Nachbarhaus, bei dem sich Faraday (wie einst Mia Farrow in "Rosemary's Baby") von dunklen Mächten umzingelt fühlt. Ernsthafte Charakterporträts von menschlichen Zeitbomben bietet "Arlington Road" somit nicht, wohl aber einen Thriller im Geiste von Alan J. Pakulas "Gewagtes Spiel", der weniger von seiner Glaubwürdigkeit als seiner Spannung lebt. Und im Finale seine Berechenbarkeit auf den Kopf stellt. kob.
| Darsteller: | Jeff Bridges | als Michael Faraday | |
|---|---|---|---|
| Tim Robbins | als Oliver Lang | ||
| Joan Cusack | als Cheryl Lang | ||
| Hope Davis | als Brooke Wolfe | ||
| Robert Gossett | als Whit Carver | ||
| Mason Gamble | als Brady Lang | ||
| Spencer Treat Clark | als Grant Faraday | ||
| Stanley Anderson | als Dr. Archer Scobee | ||
| Mary Ashleigh Green | als Daphne Lang | ||
| Loyd Catlett | als Lieutenant | ||
| Jenni Tooley | als Lieutenant | ||
| Sid Hillman | als Lieutenant | ||
| Darryl Cox | als Troopmaster | ||
| Regie: | Mark Pellington | ||
| Drehbuch: | Ehren Kruger | ||
| Produzent: | Tom Gorai | ||
| Peter Samuelson | |||
| Marc Samuelson | |||
| Ausf. Produzent: | Tom Rosenberg | ||
| Sigurjon Sighvatsson | |||
| Ted Tannenbaum | |||
| Kamera: | Bobby Bukowski | ||
| Schnitt: | Conrad Buff IV | ||
| Musik: | Angelo Badalamenti | ||
| Produktionsdesign: | Thérèse DePrez | ||
| Kostüme: | Jennifer Barrett Pellington | ||
Klone stehen in Hollywood derzeit anscheinend hoch im Kurs.
Nachdem Regisseur George Lucas den zweiten Teil seiner Star Wars-Saga ("Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger") diesem Thema widmete, beschäftigt sich auch Michael Winterbottom in seinem neuen Film "Code 46" mit Retortenmenschen.
Tim Robbins ("Arlington Road") wird in dem Thriller die Hauptrolle übernehmen. Winterbottom ("Das Reich und die Herrlichkeit") stellt dem Leinwandstar Samantha Morton zur Seite. Sie spielt eine geklonte Frau, die mit ihrem Freund (Robbins) eine harmonische Beziehung führt. Doch dann findet die Polizei heraus, dass sie ein Klon der Mutter ihres Lebensgefährten ist. Den beiden bleibt nur noch die Flucht.
Die Dreharbeiten beginnen Anfang Januar in London.
Jeff Bridges, Sohn des Schauspielers Lloyd Bridges, absolvierte als Achtjähriger mit seinem Vater erste TV-Auftritte, bevor er sich dem...
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