Tom Hanks
Bill Paxton
Kevin Bacon
Regie: Ron Howard
Verleih: Universal
Bei der 13. Apollo-Mission werden die drei Astronauten Jim Lovell, Fred Haise, und Jack Swigert mit einem Leck im Gastank konfrontiert, das für ein rapides Absinken der Temperatur verantwortlich ist, und deswegen akute Lebensgefahr bedeutet. Mit einem abenteuerlichen Kraftakt wird die Rückkehr der drei verlorenen Männer im All in die Wege geleitet.

"Apollo 13" ist ein Gänsehaut-Film. Ein mit Hunderten von Filmtheaterbetreibern aus ganz Europa gefülltes, aber dennoch vollkommen ruhiges Kino (bei der CEI in Amsterdam), spricht für sich selbst. Ron Howards Mondmissionsabenteuer ist ein klassischer word-of-mouth-Film. Mancher Europäer mag befürchten, daß die Hollywood-Version dieser Sternstunde US- amerikanischer Machbarkeitsphilosophie zu fahnenschwingend-patriotisch daherkommt. Hinzu kommt, daß der bekannte und vielfach dokumentierte Verlauf und Ausgang des spannenden Apollo-Flugs vom April 1970 den Verdacht nahelegt, daß dem Film die dramatische Wucht fehlt. Beide berechtigten Vermutungen entkräftet "Apollo 13" schnell und ausdauernd. Dramaturgisch dicht, technisch versiert, visuell bestechend und narrativ überzeugend entführt die quasi-dokumentarische, aber rundum Hollywood-behandelte Geschichte der finest hour der NASA in ein Abenteuer, das sich bald vollkommen unabhängig von Realität oder Fiktion abspielt. Nur die Musik von James Horner ist vereinzelt zu heftig und fällt deshalb stellenweise unangenehm auf in dem sonst erstaunlich unaufdringlich inszenierten Protokoll des Apollo- Unglücks. Die Bilder von Neil Armstrongs historischen ersten Schritten auf dem Mond aktivieren gleich zum Einstieg die Faszination dessen, worum die Apollo-Helden enthusiastisch kämpfen werden: Etwas ganz besonderes zu tun, was nur wenige Menschen je erreichen. Der Mondflug wird zum Sinnbild aller Träume, ob klein oder groß. Jeder Zuschauer, der sich je ein Ziel gesetzt hat, das zu erreichen mit Anstrengung verbunden ist oder war, ist zur Identifikation herausgefordert. Die Motivation und die Energie, die ein honoriger Traum freisetzt, fängt "Apollo 13" in seinem Verlauf so gekonnt ein, daß jeder Schritt der Crew (dezent und gerade deshalb mitreißend dargestellt von Tom Hanks, Kevin Bacon und Bill Paxton) und der Mannschaft in Houston (angeführt von Ed Harris und Gary Sinise, die ebenfalls äußerst effektiv vornehme schauspielerische Zurückhaltung üben) auch ein Schritt in Richtung der Realisierung des Traums jedes einzelnen Zuschauers wird. Am positivsten an "Apollo 13" ist, daß das Scheitern des Mondfluges und insbesondere die unmöglich scheinende Rettung der drei Raumfahrer als die eigentliche Leistung geschildert werden, der Weg also zum Ziel wird. Der Film demonstriert so positives Denken im Extrem: Scheitern als Erfolg darzustellen, ist die Stärke sowohl der Geschichte als auch seiner Protagonisten. Diesen Vorgang mit- und durchzuleben, ist die Hauptfaszination an Ron Howards bis jetzt überzeugendster Regieleistung. Daß Tom Hanks als Apollo-Kapitän Jim Lovell die Hauptidentifikationsfigur stellt, ist dem gut kalkulierten Vorgang extrem zuträglich. Hanks' Darstellung des Mond-Anbeters Lovell, dessen große Chance kommt und geht (der Titel des zugrundeliegenden Buches vom realen Jim Lovell, "Lost Moon", beschreibt dies treffend), ist einer der Hauptpfeiler von "Apollo 13". Wie gefaßt Lovell die erzwungene Umkehr kurz vor seinem Lebensziel erträgt, ist großartiges Emotionskino - wie er und seine Crew es zurück auf die Erde schaffen, ist ebenso packendes Spannungskino. Dieser Film hat das Zeug, sogar mehr einzuspielen, als möglicherweise in den Universal- und UIP-Estimates steht. Er ist ein klassischer Kandidat für lange Beine, den das harte Hit-and- Run-Kinogeschäft unserer Tage hoffentlich nicht bremst, bevor er sein ganzes, enormes Zuschauerpotential entfaltet hat. dd.
| Darsteller: | Tom Hanks | ||
|---|---|---|---|
| Bill Paxton | |||
| Kevin Bacon | |||
| Gary Sinise | |||
| Ed Harris | |||
| Kathleen Quinlan | |||
| David Andrews | |||
| Xander Berkeley | |||
| Christian Clemenson | |||
| Brett Cullen | |||
| Loren Dean | |||
| Clint Howard | |||
| Ben Marley | |||
| Marc McClure | |||
| Tracy Reiner | |||
| Chris Ellis | |||
| Regie: | Ron Howard | ||
| Drehbuch: | William Broyles jr. | ||
| Al Reinert | |||
| Produzent: | Brian Grazer | ||
| Ausf. Produzent: | Todd Hallowell | ||
| Buchvorlage: | Jim Lovell | ||
| Jeffrey Kluger | |||
| Kamera: | Dean Cundey | ||
| Schnitt: | Mike Hill | ||
| Dan Hanley | |||
| Musik: | James Horner | ||
| Ton: | Richard Dior | ||
| Steve Pederson | |||
| Scott Millan | |||
| David MacMillan | |||
Das Thema "Transgender" scheint in Hollywood durch "Transamerica" einen Schub bekommen zu haben!
Denn nachdem ihre Rolle zwischen den Geschlechtern die ansonsten als Desperate Housewive bekannte Felicity Huffman beinahe zum Oscar getragen hätte, scheint der diffizile Themenbereich "Transsexualität" auch für Mainstream-Schauspieler und -Produzenten wieder interessant - zumindest wenn es sich dabei nicht direkt um einen "Problemfilm" handelt.
Sport-Engel und Kill Bill-Star Lucy Liu jedenfalls übernimmt nun die Hauptrolle in "Beautiful Asian Bride". In dieser Komödie wird ein Mann fälschlicherweise als Mörder angeklagt und tarnt sich deswegen als Frau, genauer gesagt als Mailorder-Braut. Er will also den wahren Mörder undercover als "Sie" überführen. Kein Wunder, dass bei den Reizen von Lucy Liu die heiratswilligen Kunden Schlange stehen und ihr "kleines" Geheimnis dabei ordentlich für Verwirrung sorgt.
Obwohl der Plot an sich nun auch nicht dramatischer klingt als frühere Travestie-Filme wie "Tootsie" oder "Mrs. Doubtfire", geistert das Projekt bereits seit einigen Jahren durch Hollywood. Offensichtlich schreckten jedoch die Studios vor dem Setting "Mann als sexy Frau" zurück.
Der Erfolg von "Transamerica" hat dies jetzt wohl geändert: Denn Lucy Liu scheint Feuer und Flamme zu sein für das Projekt. Sie spielt nämlich nicht nur die Hauptrolle, sondern koproduziert "Beautiful Asian Bride" auch noch.
Ihr zur Seite steht Erfolgsproduzent Brian Grazer. Und der beweist seit Jahren mit Boxoffice-Knüllern wie "Apollo 13", "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn", "Flightplan - Ohne jede Spur" und dem in diesem Sommer anlaufenden "The Da Vinci Code" ein sicheres Näschen für Trends.
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