Marlon Brando
Robert Duvall
Martin Sheen
Regie: Francis Ford Coppola
Verleih: Studiocanal
"Ich wollte eine Mission, und all meiner Sünden wegen, gaben sie mir eine", erzählt Captain Willard und treibt mit seiner Crew die Flußadern Vietnams hinab, um den gefallenen Militärhelden Colonel Kurtz zu töten. Auf der Reise in die Abgründe der menschlichen Seele begegnen ihm das Chaos, die surrealen Exzesse des Kriegs und ein Monstrum, das von sich selbst erlöst werden will.

22 Jahre nach seiner Premiere findet Francis Ford Coppolas episches Gemälde über den Wahnsinn des Kriegs und die animalische Natur des Menschen ins Kino zurück. Mit 49 zusätzlichen Minuten korrigieren der kalifornische Kinopatriarch und sein Cutter Walter Murch die seinerzeit von den chaotischen Produktionsbedingungen erzwungenen Kompromisse der Erstfassung. Eine einmalige Chance für Cineasten, eine große Liebe wieder am richtigen Ort zu feiern, noch mehr aber für Neueinsteiger, die diese Cinemascopeschönheit bisher gar nicht oder im Fernsehen nur als Tesafilm oder Vollbildsünde kennen gelernt haben.
Die Qualitäten dieses surrealen, ästhetisch wunderschönen Albtraums, die ihm wohl einen Platz unter den zehn besten Filmen aller Zeiten sichern, bleiben auch in der nun 203 Minuten langen Fassung unverändert, sind als Superlativ im Grunde nicht steigerungsfähig. Somit sind die Ergänzungen, die nach Neusichtung des kompletten Materials vorgenommen wurden, nicht zwangsläufig alle eine Verbesserung, immer aber zumindest ein willkommener Bonus. Sie variieren von minimal und unmerklich bis zu auffallend und diskussionswürdig. Der gravierendste Eingriff umfasst die Plantagensequenz, die es dank Eleanor Coppolas Tagebuch und der Dokumentation "Hearts of Darkness" zu legendärem Ruf gebracht hat. Ihre Integration erfolgt nach dem bestürzenden Tod von Larry Fishburnes Jungsoldaten, lässt die Crew von Captain Willard, die nächste große Sequenz im Lager von Marlon Brandos Colonel Kurtz vorwegnehmend, auf französische Plantagenbesitzer treffen, die wie Geister aus dem Nebel auftauchen und, von der Zeit überholt, auch wie lebende Tote wirken. Die Konfrontation von Alt- und Neo-Kolonialisten nutzt Coppola für eine recht plakative Geschichtslektion über die Rolle Amerikas in der Genese des Indochinaproblems, dient aber auch als atmosphärisch perfekte Vorbereitung für die folgende Sequenz, die zu Colonel Kurtz' Armee, den animalischen erwachsenen Kindern des Dschungels führt. Die Playmate-Sequenz, die Willards Crew nun Sex mit zwei Bunnies haben lässt, ist eine weitere Ergänzung zur Erstfassung, funktioniert sowohl als komisches Intermezzo wie auch entlarvender Kommentar, wenn Frauen für Benzin verschachert werden. Ein sehr markanter Eingriff erfolgt schließlich am Abspann, der nun ohne Napalmzerstörung über die Leinwand flimmert und Willards Waffenverzicht nach der Erlösung von Kurtz konsequent weiterführt. Mit unverändertem Staunen begleitet man als Zuschauer diese Reise ins Herz der Finsternis, die nun durch den Zusatztitel "Redux" als das markiert ist, was sie cineastisch erst jetzt darstellt, entwicklungsgeschichtlich aber schon immer war: eine Rückkehr zu den Anfängen. So wartet dieser geheimnisvolle shape shifter, der immer neue Facetten zeigt und auch mit dieser Fassung längst nicht seine ganze Gestalt offenbart, auf eine neue Generation von Zuschauern, die hier provokatives, philosophisches und nicht nur visuell aufregendes Monumentalkino in Perfektion erleben können. kob.
| Darsteller: | Marlon Brando | als Colonel Kurtz | |
|---|---|---|---|
| Robert Duvall | als Colonel Kilgore | ||
| Martin Sheen | als Captain Willard | ||
| Frederic Forrest | als Chef | ||
| Albert Hall | als Chief | ||
| Sam Bottoms | als Lance B. Johnson | ||
| Laurence Fishburne | als Clean | ||
| Christian Marquand | als Hubert de Marais | ||
| Aurore Clément | als Roxanne Sarault | ||
| Dennis Hopper | als Photojournalist | ||
| Harrison Ford | als Colonel Lucas | ||
| G. D. Spradlin | als General | ||
| Jerry Ziesmer | als Zivilist | ||
| Scott Glenn | als Colby | ||
| Cynthia Wood | als Playmate des Jahres | ||
| Colleen Camp | als Playmate | ||
| Linda Carpenter | als Playmate | ||
| Regie: | Francis Ford Coppola | ||
| Drehbuch: | John Milius | ||
| Francis Ford Coppola | |||
| Produzent: | Francis Ford Coppola | ||
| Kim Aubry | |||
| Koproduzent: | Fred Roos | ||
| Gray Frederickson | |||
| Tom Sternberg | |||
| Kamera: | Vittorio Storaro | ||
| Schnitt: | Walter Murch | ||
| Richard Marks | |||
| Musik: | Carmine Coppola | ||
| Francis Ford Coppola | |||
| Produktionsdesign: | Dean Tavoularis | ||
| Angelo Graham | |||
| Ton: | Walter Murch | ||
"Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen" - Mit "Apocalypse Now" ist jetzt passenderweise ein Antikriegsepos zum besten Film der letzten 25 Jahre gewählt worden. Neben Robert Duvalls berühmtem Ausspruch ist in Francis Ford Coppolas Meisterwerk auch einen betrunkener Martin Sheen beim Zertrümmern einer Zimmereinrichtung zu bewundern.
Auf die Plätze kamen Robert de Niros oscarprämierte Boxer-Biografie "Wie ein wilder Stier" und Ingmar Bergmans Vermächtnis, die beklemmende Familientragödie "Fanny und Alexander". Anstelle von "Star Wars" hält "Blade Runner" (Platz 7) die Fahne des Science Fiction hoch - weil George Lucas' erster Film der Sternensaga mit 1977 ein Jahr zu früh gedreht wurde. Doppelheld Harrison Ford wird's gelassen sehen.
Gewählt haben 50 englische Filmkritiker, Journalisten und Fachautoren. Ihr Favorit "Apocalypse Now" ist eine teilweise höchst experimentelle Verfilmung von Joseph Conrads Roman "Heart of Darkness" aus dem Jahr 1902. Aus der Filmfassung von 1979 mussten wegen der Kritik an der US-Außenpolitik seinerzeit viele Szenen herausgeschnitten werden. Diese Aufnahmen konnten Kinofans erst 22 Jahre später in "Apocalypse Now Redux" (2001) sehen: Captain Willards Bootsreise in den Dschungel tritt in der neuen Fassung wesentlich in den Vordergrund, wie auch in Conrads Roman die Reise eines französischen Handlungsreisenden den Kongo hinauf im Mittelpunkt steht.
Das Projekt verschlang damals unerhörte 40 Mio. Dollar: Die Schwierigkeiten bei der Produktion sind legendär: So fegte beispielsweise ein Tornado sämtliche Kulissen hinweg und Robert Duvall (als durchgeknallter Hardliner Kilgore) erlitt einen Herzinfarkt.
Die Top Ten der besten Filme der letzten 25 Jahre:
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