Humorvolles Drama über eine im Sterben liegende, einst starke und selbstbewußte Frau. http://images.kino.de/flbilder/max00/mbiz00/mbiz08/z0008696/b150x150.jpg Antonias Welt

Filmdetails

Antonias Welt

Humorvolles Drama über eine im Sterben liegende, einst starke und selbstbewußte Frau.


Antonias Welt
Start: 06.11.1997

Originaltitel: Antonia's Line

Drama / Komödie

Belgien/Großbritannien/Niederlande 1995
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Willeke van Ammelrooy
Els Dottermans
Jan Decleir

Regie: Marleen Gorris
Verleih: MFA

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Inhalt

Vierzig Jahre bewegtes, ereignisreiches Leben der selbstbewußten, von Männern unabhängigen Antonia, deren Hof zu einem Auffangbecken für Außenseiter und schrullige Individuen wird. Am Tag ihres Todes blickt die ausgebrannte Sterbende zurück und läßt die Erinnerungen an Tochter, Enkelin, Ur-Enkelin und deren selbstbestimmte Entwicklung Revue passieren.


Kritik

Antonias Welt

Frauen sind was Wunderbares, lautet das Credo der niederländischen Filmemacherin Marleen Gorris, das in "Antonias Welt" seine Apotheose erfährt. Über fünf Generationen entfaltet sich die meist leichthändig-humorvoll erzählte, erst zum Ende hin etwas melancholische Geschichte einer Familie und ihrer starken unabhängigen weiblichen Säulen. Auch ohne große Namen sollte sich der dieses Jahr mit dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnete Eurohit auch in den deutschen Programmkinos durchsetzen können.

In den USA konnte "Antonias Welt" innerhalb von 23 Wochen bereits ein Einspiel von vier Mio. Dollar verzeichnen. Ein Traumergebnis, das die Sehnsucht eines anspruchsvolleren US-Publikums nach unkonventionelleren Filmstoffen ohne moralische und gesellschaftliche Tabus (die Selbstverständlichkeit des Todes, der ungehemmten Körperlichkeit, der Bestimmung des eigenen Weges und des Rechts auf Leben) verdeutlicht, die in Europa als deutlich weniger exotisch und gewagt gelten. 40 Jahre begleitet Autorin und Regiseurin Gorris, deren bisherige Filme "Die Stille um Christine M." (1981), "Die gekaufte Frau" (1983) und "Die letzte Insel" (1990) sich meist ironisch gefärbt mit männlichem Dominanzverhalten auseinandersetzten, ihre Protagonistin Antonia (selbstbewußter Felsen: Willeke Van Ammelrooy). Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrt die 40jährige samt Tochter Danielle (Els Dottermans) in ihren dörflichen Geburtsort, auf den Hof ihrer Eltern zurück, den sie binnen weniger Jahre zu einer Art Kommune für die Gestrandeten des Lebens (geistig Behinderte, gesellschaftlich Geächtete etc.) ausbaut. Antonias Eigenwilligkeit, Liberalismus und Unabhängigkeit erschüttern die spießige, bislang von Männern beherrschte Dorfwelt, deren Skurrilität von Gorris mitunter etwas überzeichnet wird. Auch quillen Liebe und Humanität in Antonias Kibbuz gelegentlich zu übertrieben aus allen Poren, wirkt auch der Erzählrhythmus zum Ende hin zu überhastet. Die Vorzüge dieses Films, seine starken Frauenfiguren, sein frecher provokativer Ton und seine in wichtigen Fragen ehrliche Lebenssicht werden dadurch aber nur unwesentlich behindert. Man darf gespannt sein, wie Gorris ihr nächstes Projekt, eine Adaption von Virginia Woolfs mit Bewußtseinsströmen überfluteten Roman "Mrs. Dalloway", kinogerecht meistern wird. kob.

Antonias Welt

Darsteller:  Willeke van Ammelrooy  
  Els Dottermans  
  Jan Decleir  
  Marina de Graaf  
  Mil Seghers  
  Jan Steen  
  Veerle van Overloop  
  Elsie de Brauw  
  Thyrza Ravesteijn  
  Dora van der Groen  
 
Regie:  Marleen Gorris  
Drehbuch:  Marleen Gorris  
Produzent:  Hans de Weers  
Kamera:  Willy Stassen  
Musik:  Ilona Sekacz  

Star

Jan Decleir

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