Wunderschönes, melancholisches, bisweilen auch amüsantes Drama um eine 45-Jährige, die nach dem Tod ihres Mannes die Trauer überwindet. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz01/z0201501/b150x150.jpg Annas Sommer

Filmdetails

Annas Sommer

Wunderschönes, melancholisches, bisweilen auch amüsantes Drama um eine 45-Jährige, die nach dem Tod ihres Mannes die Trauer überwindet.


Annas Sommer
Start: 10.01.2002

Drama

Deutschland/Griechenland/Spanien 2001
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Ángela Molina
Herbert Knaup
Dimitris Katalifos

Regie: Jeanine Meerapfel
Verleih: Basis

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Anna Kastelano kehrt nach dem Tod ihres Mannes zum Haus ihrer Familie auf einer griechischen Insel zurück. Sie forscht in der Familiengeschichte, entdeckt Fotos und Briefe, und versucht den Charakter der beiden Annas, die das Leben ihres Vaters bestimmt haben, zu entziffern. Außerdem beginnt sie eine Affäre mit einem viel jüngeren Einheimischen.


Kritik

Annas Sommer

Wie man Erinnerung mitnehmen kann ins Leben, Vergangenheit ins hier und heute, das zeigt Jeanine Meerapfel auf eine sehr animierende, leichte, sanft melancholische und auch immer wieder emotional fröhliche Weise. Hauptdarstellerin Angela Molina trägt die nachdenkliche, politisch unaufdringliche, sehr persönliche Geschichte einer reifen Frau, die mit der Vergangenheit ihrer Familie Zwiesprache hält, mit dem Charme und der Diskretion einer gestandenen Profi-Darstellerin.

Einst tanzte Ulla Jacobsson nur einen Sommer, und es ging um Liebe und Freisein. Das war vor genau einem halben Jahrhundert. Und eigentlich geht es Jeanine Meerapfel um nichts anderes, wenn auch in einem sehr viel komplexeren Kontext. Die Regisseurin und Autorin, als Emigrantenkind in Argentinien geboren und aufgewachsen, ist aufgrund ihrer eigenen Biografie an existentiellen Fragen interessiert, die aus gelebten historischen Ereignissen resultieren. So erzählt sie die Geschichte einer Frau, die Erfolg in ihrem Beruf als Fotografin hat und den Sommer auf einer griechischen Insel verbringt. Dort, im Haus, das vor dem zweiten Weltkrieg ihren Eltern gehörte und das sie jetzt zu verkaufen gedenkt, wird sie von Erinnerungen eingeholt. Keiner ihrer Familie ist mehr am Leben - väterlicherseits waren sie Griechen, Juden, die Großmutter kam in Theresienstadt um, Annas Mutter war Spanierin. Während Anna heute mit einer gewissen heiteren Gelassenheit die sonnendurchflutete Insellandschaft genießt, die leckersten Wassertiere direkt aus dem Meer verspeist oder auf köstlichste Weise in der Küche zubereitet - Rezepte werden im Dialog mit einer Freundin für den Kinozuschauer mitgeliefert - , fallen ihr immer wieder Erinnerungen ein, bilden sich Gedankenansätze, die weiter gehen, Fragen aufwerfen - vom banalen bürokratischen Papierkrieg bis zu sensibleren Geheimnissen. Der Film schafft es, nie diese zumeist bedrohlich belehrende Achtung-Rückblende-Stimmung aufkommen zu lassen. Diese emotionalen Einschnitte, die den Fluss einer Geschichte aufhalten und oft zerstören, existieren hier nicht. Alle episodischen Szenen, ob Vergangenheit oder Gegenwart, fügen sich wunderbar lebendig ineinander, funktionieren in dieser imaginären Zeitgleichheit der Erinnerungen. Das gibt dem Film einen erzählerischen Reichtum und eine vielfältige Spannung, wie sie in einer so persönlichen, oft fast schon intimen Geschichte wie der von Anna selten ist. Anna lernt in diesem Sommer, mit ihren Erinnerungen umzugehen, auch mit dem ein Jahr zurück liegenden Tod ihres geliebten Mannes. Aus dem, was vergangen ist, nimmt sie jedoch nicht nur Trauer, sondern auch Lebenskraft mit. Angelina Molina spielt das auf eine ebenso dezente wie ansteckende Weise, ganz nach innen und deshalb so präzise, überzeugend. An Jeanine Meerapfels bei allem Ernst heiterem Sommerfilm wird ganz sicher ein großes Arthouse-Publikum Gefallen finden - und Appetit bekommen. fh.

Annas Sommer

Darsteller:  Ángela Molina   als Anna Kastelano
  Herbert Knaup   als Max Feldmann
  Dimitris Katalifos   als Leon Kastelano
  Maria Skoula   als Anna Levi
  Rosana Pastor   als Malena
  Agis Emmanouil   als Nikola
  Themis Bazaka   als Zoi
  Dimitris Kaberidis   als Großvater Jacobo
  Antigone Glikofridi   als Großmutter Anna
  Despo Diamantidou   als Maria
  Christos Stergioglou   als Immobilienmakler
  Helga Bellinghausen   als Annas Freundin
  Vassilis Andreou   als Marco Kastelano
  Maria Galeta   als Anna (Kind)
  Alexandra Koumentakou   als Zoi (Kind)
  José Manuel Franco   als M. Châtelaine
  Stephanie Corneille   als Mme. Châtelaine
  Michalis Mitroussis   als Yannis
  Alexandros Mylonas   als Notar
  Elektra Triandafillidi   als Dimitra
  Prokopia Charitou   als Nikolas Großmutter
  Dimitris Sifonios   als Nikolas Großvater
 
Regie:  Jeanine Meerapfel  
Drehbuch:  Jeanine Meerapfel  
Produzent:  Dagmar Jacobsen  
  Fanis Synadinos  
  José Luis Borau  
Kamera:  Andreas Sinanos  
Schnitt:  Bernd Euscher  
Musik:  Floros Floridis  
Produktionsdesign:  Alexander Scherer  
  Dora Lelouda  
Kostüme:  Ioulia Stavridou  
Ton:  Eva Valiño  

Star

Ángela Molina

* 05.10.1955

Star

Herbert Knaup

Zur imposanten Erscheinung passen die imposanten Rollen des hoch gewachsenen schlanken Mimen, der allein durch sein Auftreten Autorität...

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