München, 1942: Die ehemalige Haushälterin einer jüdischen Familie gibt deren Tochter als ihr eigenes Kind aus, um sie vor der Deportation zu retten. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz46/z0346034/b150x150.jpg Annas Heimkehr

Filmdetails

Annas Heimkehr

München, 1942: Die ehemalige Haushälterin einer jüdischen Familie gibt deren Tochter als ihr eigenes Kind aus, um sie vor der Deportation zu retten.


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Kritik

Annas Heimkehr

Die Geschichte ist nicht authentisch, aber sie könnte sich genau so zugetragen haben: Kindermädchen Anna rettet die achtjährige Tochter ihrer jüdischen Herrschaften vor der Deportation und damit dem sicheren Tod. Sie kehrt nach Jahren in ihr bayerisches Heimatdorf zurück und gibt die kleine Franzi als eigenes Kind aus. Daheim trifft sie auf ihren einstigen Verlobten Kurt, der sie immer noch liebt und Franz für seine Tochter hält, und auf Gregor, der früher Kellner war, jetzt als SS-Sturmbannführer endlich selber Kommandos geben darf und gleichfalls ein Auge auf Anna geworfen hat. Ihr Bruder Toni hat es dank seines Parteibuchs sogar zum Bürgermeister gebracht. Natürlich wird die scheinbare Idylle durch die Rückkehrerin gehörig durcheinander gebracht, zumal jeder zu ahnen scheint, dass irgendetwas mit Franzi nicht stimmt.

Xaver Schwarzenberger erzählt das Drama (Drehbuch: Herbert Knopp) vom vermeintlich unehelichen Kind mit vielen Anleihen beim kritischen Heimatfilm und durchweg namhaften Schauspielern. Selbst eine eher unbedeutende Rolle wie die der Schwägerin Annas wurde mit Julia Stemberger besetzt. Den SS-Schergen spielt Karl Marcovics, den Bürgermeister Herbert Knaup. Bei der Titelrolle aber hat Schwarzenberger einen groben Fehlgriff getan: Veronica Ferres wirkt nicht nur wegen ihres unüberhörbar unechten Akzents völlig unauthentisch. Den vielen Missverständnissen, dieser Dame wichtige Rollen anzuvertrauen, ist mit "Annas Heimkehr" ein geradezu groteskes hinzugefügt worden. Manche Großaufnahme, in der Ferres dramatisch dreinzublicken hat (oder glaubte, dies tun zu müssen), gerät gar unfreiwillig komisch.

Ohnehin bleibt Schwarzenbergers Film trotz allen Aufwands ein braves Vergangenheitsstück, das man in ähnlicher Form schon vielfach gesehen hat. Es gelingt ihm weder, die Geschichte richtig packend zu erzählen, noch, den einseitigen Figuren Zwischentöne abzugewinnen: Die Figuren sind entweder heldenhaft (Anna, ihr Verlobter), Mitläufer (der Bürgermeister) oder einfach nur böse (der SS-Mann). Nicht mal auf den Pfarrer ist Verlass: Der verstößt gegen das Beichtgeheimnis und verrät Anna. Einzig interessant ist die Entwicklung, die Franzi (Julia Krombach) durchmacht: Während Anna sich bemüht, dem Mädchen die jüdische Kultur zu bewahren, muss sich Franzi äußerlich anpassen und mit Hingabe Nazi-Lieder schmettern.

So sehr es Frau Ferres anzurechnen ist, dass sie auf die gewohnte Gage verzichtet hat, damit dieser Film realisiert werden kann: Der Konflikt der kleinen Franzi ist viel reizvoller als das Versteckspiel der großen Anna. tpg.

Annas Heimkehr

Darsteller:  Veronica Ferres   als Anna Schweighofer
  Julia Krombach   als Franziska Goldberg (Kind)
  Herbert Knaup   als Toni Schweighofer
  Julia Stemberger   als Helene Schweighofer
  Karl Markovics   als Gregor Brunner
  Jens Harzer   als Kurt Ramsauer
  Erni Mangold   als Josefa Schweighofer
  Thommy Schwimmer   als Otto Schweighofer
  Andrea Eckert   als Frau Goldberg
  Götz Spielmann   als Herr Goldberg
  Michael Schernthaner   als Pfarrer
  Veronika Fitz   als Klara Ramsauer
  Lisa Brokmann   als Traudel
  Luise Deschauer   als Lehrerin
  Peter Mitterrutzner   als Barthel
  Robert Spitz   als Alois
  Werner Rom   als Joseph
  Jeff Motherhead   als Lieutnant
  James Matthews-Pyecka   als Sergeant
  Bryan Addinall   als Davenport
  Anja Knauer   als Franziska Goldberg (erwachsen)
  Karin Eichner   als Bauersfrau im Bus
  Ulla Geiger   als Frau Lidner
  Edmund Endrich   als Dorfpolizist
  Pit Arnold   als Militärpolizist
  Axel Steinmüller   als Feldwebel
  Michael Foerster   als SS-Obersturmführer
  Arno Ritter   als Beamter
  Beate Pfeiffer   als junge Verkäuferin
 
Regie:  Xaver Schwarzenberger  
Drehbuch:  Dr. Herbert Knopp  
Produzent:  Susanne Wagner  
Kamera:  Xaver Schwarzenberger  
Schnitt:  Helga Borsche  
Produktionsdesign:  Günther Gutermann  
Kostüme:  Heidi Melinc  
Ton:  Roman Schwartz  

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