Sophie Marceau
Sean Bean
Alfred Molina
Regie: Bernard Rose
Verleih: Highlight (Central)
Im imperialen Rußland begegnet Kavallerieoffizier Vronsky der schönen Anna am Bahnhof: Liebe auf den ersten Blick und der Beginn einer tragischen Beziehung, denn sie ist verheiratet. Gegen alle Konventionen versuchen sie ihre Liebe aufrecht zu erhalten, doch Anna verkraftet den Druck und die Trennung von ihrem Sohn nur schwer ...

Ein Zug wird kommen - auch für diese 25 Mio. Dollar schwere, üppig ausgestattete "Anna Karenina", die ihre beträchtlichen Schauwerte etwas unter Wert verkauft und in der zentralen Liebesgeschichte echtes Feuer vermissen läßt. Mitverantwortlich dafür ist der kantige, hier uncharismatische Sean Bean ("Goldeneye"), der als romantischer Liebhaber auf Sparflamme brennt und Partnerin Sophie Marceau in die Alleinverantwortung weist, mit ihrem gerade in Deutschland guten Namen für Zuschauer zu sorgen.
Verglichen mit ihren Vorgängerinnen ist die charmante, hier ungewohnt keusche Französin, die zuletzt in "Braveheart" gegenüber Mel Gibsons schottischen Helden nicht mit ihren Reizen geizte, fünf Jahre älter als Vivien Leigh, aber im exakt gleichen Alter wie Greta Garbo, als diese 1935 Leo N. Tolstois Klassiker drehte. Doch zwischen Spatz und Schwan klafft eine Ausstrahlungskluft, die in der Neuverfilmung des im 19.Jahrhundert schon vertrauten Bernard Rose ("Ludwig van B. - Meine unsterbliche Geliebte") Vorteile wie Nachteile aufzeigt. Marceaus Anna wirkt jünger, wodurch das Gefühl der Gefangenheit in der Ehe mit ihrem korrekten, aber verstaubten Mann (der bislang humanste Karenin: James Fox) intensiviert wird. Dafür aber fehlen ihr Garbos Melancholie und Verlorenheit, wodurch der Wirkungsgrad gerade des letzten Aktes entscheidend reduziert wird. Thematisch geht diese sich zu Beginn Zeit nehmende, aber später stark gerafft wirkende Version auch andere Wege als ihre Vorgänger. Die Beziehung der jungen Kitty (ideal: Mia Kirshner) zum Erzähler (Alfred Molina als Alter Ego Tolstois) ist stärker akzentuiert. Denn sie ist schließlich auch in der Vorlage der wichtige positive Abdruck zur negativen Folie der tragischen Affäre Annas mit dem Grafen Wronskij (Sean Bean). Zwei anfangs unmögliche Beziehungen, die pessimistisch und optimistisch aufgelöst werden. Erstmals konnte auch an Originalschauplätzen in St. Petersburg und Umgebung gedreht werden, wo die Vergangenheit mit Liebe rekonstruiert wurde. Während Regisseur Rose die Dekadenz entlarvende Pracht im Inneren der Schlösser und Residenzen in zwei spektakulären Kamerafahrten immerhin noch streift, sind wundervolle Außenaufnahmen von Bauten, aber auch Natur (der wahre Spiegel russischer Seele!) oft verschenkt, weil diese Bilder viel zu kurz stehen bleiben. Eine sichtbar ansteckende Krankheit des modernen Kinos. Während natürliche Ansichten zu wenig sprechen dürfen, wirken die nachgestellten - eine Feldszene etwa auf den Spuren Eisensteins - sehr pittoresk und folkloristisch russisch. Trotzdem bleibt gerade die plastische und farblich harmonische Optik (Kamera: Daryn Okada) die Hauptattraktion dieses handwerklich soliden Films, der aus visuellen und tonalen Gründen (Musikschwerpunkt: russische Romantik) auf große Leinwände gehört, obwohl die gezeigte Leidenschaft dieser Ur-amour fou eigentlich nach kleinen Häusern ruft. kob.
| Darsteller: | Sophie Marceau | als Anna Karenina | |
|---|---|---|---|
| Sean Bean | als Graf Wronski | ||
| Alfred Molina | als Lewin | ||
| Mia Kirshner | als Kitty | ||
| James Fox | als Karenin | ||
| Fiona Shaw | als Lydia | ||
| Danny Huston | als Stiwa | ||
| Saskia Wickham | |||
| Phyllida Law | |||
| David Schofield | |||
| Jennifer Hall | |||
| Kseniya Rappoport | |||
| Anna Calder-Marshall | |||
| Justine Waddell | |||
| Stefan Gryff | |||
| Zoya Buryak | |||
| Hamish Falconer | |||
| Regie: | Bernard Rose | ||
| Drehbuch: | Bernard Rose | ||
| Produzent: | Bruce Davey | ||
| Ausf. Produzent: | Stephen McEveety | ||
| Buchvorlage: | Leo Tolstoi | ||
| Kamera: | Daryn Okada | ||
| Schnitt: | Victor Du Bois | ||
| Produktionsdesign: | John Myhre | ||
Nicole Kidman hat gut Lachen, wenn sie das Kalenderjahr 2002 Revue passieren lässt. Die Trennung von Ex-Mann Tom Cruise hat sie ohne Probleme verkraftet und auch beruflich war sexy Nicole überaus erfolgreich:
Nicht in ihrem eigentlichen Beruf als Schauspielerin, dafür aber - was die wenigsten erwartet hätten - als Sängerin. Nicole Kidmans Duett "Something Stupid", das sie gemeinsam mit Pop-Superstar Robbie Williams aufgenommen hatte, stürmte weltweit an die Spitze der Charts.
Was die Schauspielerei betrifft, war es 2002 eher ruhig um die Australierin. Außer "Birthday Girl" war sie in keinem weiteren Film zu sehen.
Im Jahr 2003 soll sich das aber wieder ändern. Kidman arbeitet mit Hochdruck an neuen, vielversprechenden Projekten. Zuerst wird sie für Lars von Trier in dessen neuem Film "Dogville" vor der Kamera stehen. Sind die Dreharbeiten beendet, begibt sie sich unter die Fittiche von Regisseur Jonathan Glazer ("Sexy Beast"). Unter dessen Kommando übernimmt sie die Hauptrolle in "Birth".
Der Film handelt von einem zehnjährigen Jungen, der sich in eine ältere Frau alias Nicole Kidman verliebt. Er ist davon überzeugt, die Reinkarnation ihres verstorbenen Ehegatten zu sein. Das findet ihr volljähriger Verlobter allerdings gar nicht lustig.
Neben Kidman haben noch andere prominente Leinwandgrößen ihre Zusage gegeben: Lauren Bacall ("Misery") wird Kidmans Mutter mimen. Danny Huston ("Anna Karenina") spielt den Verlobten von Nicole.
Die erste Klappe fällt Anfang nächsten Jahres im "Big Apple".
Teenie-Star und romantische Prinzessin, die sich in Skandalfilmen auszog, international gefragte Schauspielerin, die in historischen...
Schon vor seinem Part als Boromir in "Der Herr der Ringe" stürmte Sean Bean mit zwei frühen Filmen ins nationale britische Bewusstsein: als schwules...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.