Originaltitel: Angel
Frankreich/Großbritannien/Belgien 2007
Romola Garai
Lucy Russell
Michael Fassbender
Regie: François Ozon
Verleih: Concorde
Das 20. Jahrhundert ist jung, ebenso die talentierte Schriftstellerin Angel (Romola Garai). Mit Leidenschaft bahnt sie sich ihren Weg aus ärmlichen Verhältnissen, obwohl nicht mal ihre Mutter (Jacqueline Tong) an sie glaubt. Aber dann entdeckt sie der Verleger Theo (Sam Neill), der mit ihrem fantasievollen Werk einen Bestseller landet. Angels Traum von Erfolg und Ruhm erfüllt sich: Sie bezieht einen Landsitz, die Oberschicht vergöttert sie, ihr stehen Tür und Tor offen. Bis sie sich in den erfolglosen Esmé (Michael Fassbender) verliebt.
Der zweite Ausflug ins internationale - englischsprachige - Filmgeschäft des französischen Regiestars François Ozon ist ein prächtiges Kostümmelodram in bester Douglas-Sirk-Tradition. Ozon nimmt ein Gefühlsvollbad, kennt aber auch feinsinnige Psychologisierungen.
Kostümfilm von Francois Ozon über Aufstieg und Fall einer Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen in Großbritannien.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelingt es der aus einfachsten Verhältnissen stammenden Angel Deverell (Romola Garai), als Schriftstellerin Fuß zu fassen. Dank ihrer außergewöhnlichen Vorstellungskraft werden ihre Bücher zu Ereignissen, die auch in der Oberschicht der britischen Gesellschaft auf Begeisterung stoßen. Mit einem Mal stehen Angel Tür und Tor offen. Doch das Glück währt nicht lange.
Nachdem er zuletzt zweimal in Cannes ("Swimming Pool" im Wettbewerb, "Die Zeit, die bleibt" in Un Certain Régard) und einmal in Venedig ("5x2") vertreten war, kehrte Francois Ozon mit seinem zweiten englischsprachigen Film nach Berlin zurück, wo er zum dritten Mal (nach "Tropfen auf heiße Steine" und "8 Frauen") im Wettbewerb vertreten war.
Der Abschlussfilm der Berlinale ist ein prächtiger Kostümfilm - Ozons erster - aber sein Gespür für feine Psychologisierung ist auch hier allgegenwärtig.
| Darsteller: | Romola Garai | als Angel | |
|---|---|---|---|
| Lucy Russell | als Nora | ||
| Michael Fassbender | als Esmé | ||
| Sam Neill | als Theo | ||
| Charlotte Rampling | als Hermione | ||
| Jacqueline Tong | als Angels Mutter | ||
| Janine Duvitski | als Tante Lottie | ||
| Christopher Benjamin | als Lord Norley | ||
| Jemma Powell | als Angelica | ||
| Simon Woods | als Junger Journalist | ||
| Alison Pargeter | als Edwina | ||
| Seymour Matthews | als Der Doktor | ||
| Tom Georgeson | als Marvell | ||
| Una Stubbs | als Die Lehrerin | ||
| Rosanna Lavelle | als Lady Irania | ||
| Regie: | François Ozon | ||
| Drehbuch: | Martin Crimp | ||
| François Ozon | |||
| Produzent: | Olivier Delbosc | ||
| Marc Missonnier | |||
| Ausf. Produzent: | Tanya Seghatchian | ||
| Buchvorlage: | Elizabeth Taylor | ||
| Kamera: | Denis Lenoir | ||
| Musik: | Philippe Rombi | ||
| Produktionsdesign: | Katia Wyszkop | ||
| Kostüme: | Pascaline Chavanne | ||
| Maske: | Gill Robillard | ||
| Ton: | Pierre Mertens | ||
| Casting: | Karen Lindsay-Stewart | ||
Mit "Angel - Ein Leben wie im Traum" drehte François Ozon seinen ersten englischsprachigen Film und sein bisher aufwändigstes Projekt.
Der opulente Kostümfilm "Angel" erzählt vom Aufstieg und Fall einer englischen Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen (Foto: Concorde)
Darf man "Angel" eine Soap nennen?
FRANCOIS OZON: Wenn Sie den Begriff positiv meinen, gern. Der Film erzählt die Erfolgsstory einer Frau, die ihren Kopf durchsetzt und sich eine eigene Welt fern der Realität aufbaut. Im Gegensatz zu Elizabeth Taylors Roman, den ich fünf bis sechs Mal gelesen habe, zeichne ich die Figur sympathisch, mache sie nicht lächerlich. Angel, angelehnt an die Schriftstellerin Marie Correlli, sollte anfänglich nicht unbedingt eine Schönheit sein. Beim Casting entschied ich mich dann für eine sexy Ausstrahlung, so wie Vivien Leigh als Scarlett O'Hara in "Vom Winde verweht" mit ihren sehr zwiespältigen Gefühlen.
Ich spiele mit dem Genre Melodram und lasse lustvoll kein Klischee aus, bediene mich der Ironie. Die Figur ist aber auch sehr modern. Sie lügt in Bezug auf ihre Herkunft und strebt nach Erfolg. Heute will doch auch jeder berühmt sein, stürmen ganz normale Leute in Reality Shows und suhlen sich in zehn Minuten Aufmerksamkeit, auch wenn der Absturz folgt. Wir lügen alle, dass sich die Balken biegen - sei es über Alter, Beziehungen oder Geld. In jeder Zeit und jedem Jahrhundert schaffen Menschen sich ihre eigene Fantasiewelt.
Bei der Arbeit: Francois Ozon am Set zu "Angel - Ein Leben wie ein Traum" (Foto: Concorde)
Die ist bei Ihnen sehr stylish inszeniert.
Wie alle meine Filme. Ich liebe es, in Farben, Kostümen und opulenter Ausstattung zu schwelgen und musste nicht historiengetreu sein. Diesmal habe ich mich an den Vierziger- und Fünfzigerjahren und starken Frauen wie Joan Crawford orientiert. Mit diesen traumhaften Filmen bin ich groß geworden.
Ich hätte auch auf eine Nähe zu Todd Haynes getippt.
Ich mag ihn und seine Bilderwelten, aber wollte nicht so etwas wie "Dem Himmel so fern" machen. Mir schwebte mehr Douglas Sirk vor mit seinen Themen und der modernen Sicht auf das Melodram. Deshalb jongliere ich mit verschiedenen Ebenen und setze auf die Intelligenz der Zuschauer.
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