Kostümfilm von Francois Ozon über Aufstieg und Fall einer Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen in Großbritannien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. http://images.kino.de/flbilder/max07/mbiz07/mbiz23/z0723505/b150x150.jpg Angel - Ein Leben wie im Traum

Filmdetails

Angel - Ein Leben wie im Traum

Kostümfilm von Francois Ozon über Aufstieg und Fall einer Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen in Großbritannien zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


Angel - Ein Leben wie im Traum
Start: 09.08.2007

Originaltitel: Angel

Drama

Frankreich/Großbritannien/Belgien 2007
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Romola Garai
Lucy Russell
Michael Fassbender

Regie: François Ozon
Verleih: Concorde

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Romantik
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Inhalt

Das 20. Jahrhundert ist jung, ebenso die talentierte Schriftstellerin Angel (Romola Garai). Mit Leidenschaft bahnt sie sich ihren Weg aus ärmlichen Verhältnissen, obwohl nicht mal ihre Mutter (Jacqueline Tong) an sie glaubt. Aber dann entdeckt sie der Verleger Theo (Sam Neill), der mit ihrem fantasievollen Werk einen Bestseller landet. Angels Traum von Erfolg und Ruhm erfüllt sich: Sie bezieht einen Landsitz, die Oberschicht vergöttert sie, ihr stehen Tür und Tor offen. Bis sie sich in den erfolglosen Esmé (Michael Fassbender) verliebt.

Der zweite Ausflug ins internationale - englischsprachige - Filmgeschäft des französischen Regiestars François Ozon ist ein prächtiges Kostümmelodram in bester Douglas-Sirk-Tradition. Ozon nimmt ein Gefühlsvollbad, kennt aber auch feinsinnige Psychologisierungen.


Kritik

Kostümfilm von Francois Ozon über Aufstieg und Fall einer Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen in Großbritannien.

Großansicht Angel hat Erfolg als Schriftstellerin (Foto: Concorde)

Angel hat Erfolg als Schriftstellerin (Foto: Concorde)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelingt es der aus einfachsten Verhältnissen stammenden Angel Deverell (Romola Garai), als Schriftstellerin Fuß zu fassen. Dank ihrer außergewöhnlichen Vorstellungskraft werden ihre Bücher zu Ereignissen, die auch in der Oberschicht der britischen Gesellschaft auf Begeisterung stoßen. Mit einem Mal stehen Angel Tür und Tor offen. Doch das Glück währt nicht lange.

Nachdem er zuletzt zweimal in Cannes ("Swimming Pool" im Wettbewerb, "Die Zeit, die bleibt" in Un Certain Régard) und einmal in Venedig ("5x2") vertreten war, kehrte Francois Ozon mit seinem zweiten englischsprachigen Film nach Berlin zurück, wo er zum dritten Mal (nach "Tropfen auf heiße Steine" und "8 Frauen") im Wettbewerb vertreten war.

Großansicht Theo bringt Angel nach ganz oben (Foto: Concorde)

Theo bringt Angel nach ganz oben (Foto: Concorde)

Sein erster Kostümfilm

Der Abschlussfilm der Berlinale ist ein prächtiger Kostümfilm - Ozons erster - aber sein Gespür für feine Psychologisierung ist auch hier allgegenwärtig.

Angel - Ein Leben wie im Traum

Darsteller:  Romola Garai   als Angel
  Lucy Russell   als Nora
  Michael Fassbender   als Esmé
  Sam Neill   als Theo
  Charlotte Rampling   als Hermione
  Jacqueline Tong   als Angels Mutter
  Janine Duvitski   als Tante Lottie
  Christopher Benjamin   als Lord Norley
  Jemma Powell   als Angelica
  Simon Woods   als Junger Journalist
  Alison Pargeter   als Edwina
  Seymour Matthews   als Der Doktor
  Tom Georgeson   als Marvell
  Una Stubbs   als Die Lehrerin
  Rosanna Lavelle   als Lady Irania
 
Regie:  François Ozon  
Drehbuch:  Martin Crimp  
  François Ozon  
Produzent:  Olivier Delbosc  
  Marc Missonnier  
Ausf. Produzent:  Tanya Seghatchian  
Buchvorlage:  Elizabeth Taylor  
Kamera:  Denis Lenoir  
Musik:  Philippe Rombi  
Produktionsdesign:  Katia Wyszkop  
Kostüme:  Pascaline Chavanne  
Maske:  Gill Robillard  
Ton:  Pierre Mertens  
Casting:  Karen Lindsay-Stewart  

"Hollywood interessiert mich nicht"

Mit "Angel - Ein Leben wie im Traum" drehte François Ozon seinen ersten englischsprachigen Film und sein bisher aufwändigstes Projekt.

Großansicht Der opulente Kostümfilm "Angel" erzählt vom Aufstieg und Fall einer englischen Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen (Foto: Concorde)

Der opulente Kostümfilm "Angel" erzählt vom Aufstieg und Fall einer englischen Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen (Foto: Concorde)

Darf man "Angel" eine Soap nennen?

FRANCOIS OZON: Wenn Sie den Begriff positiv meinen, gern. Der Film erzählt die Erfolgsstory einer Frau, die ihren Kopf durchsetzt und sich eine eigene Welt fern der Realität aufbaut. Im Gegensatz zu Elizabeth Taylors Roman, den ich fünf bis sechs Mal gelesen habe, zeichne ich die Figur sympathisch, mache sie nicht lächerlich. Angel, angelehnt an die Schriftstellerin Marie Correlli, sollte anfänglich nicht unbedingt eine Schönheit sein. Beim Casting entschied ich mich dann für eine sexy Ausstrahlung, so wie Vivien Leigh als Scarlett O'Hara in "Vom Winde verweht" mit ihren sehr zwiespältigen Gefühlen.

Ich spiele mit dem Genre Melodram und lasse lustvoll kein Klischee aus, bediene mich der Ironie. Die Figur ist aber auch sehr modern. Sie lügt in Bezug auf ihre Herkunft und strebt nach Erfolg. Heute will doch auch jeder berühmt sein, stürmen ganz normale Leute in Reality Shows und suhlen sich in zehn Minuten Aufmerksamkeit, auch wenn der Absturz folgt. Wir lügen alle, dass sich die Balken biegen - sei es über Alter, Beziehungen oder Geld. In jeder Zeit und jedem Jahrhundert schaffen Menschen sich ihre eigene Fantasiewelt.

Großansicht Bei der Arbeit: Francois Ozon am Set zu "Angel - Ein Leben wie ein Traum" (Foto: Concorde)

Bei der Arbeit: Francois Ozon am Set zu "Angel - Ein Leben wie ein Traum" (Foto: Concorde)

Die ist bei Ihnen sehr stylish inszeniert.

Wie alle meine Filme. Ich liebe es, in Farben, Kostümen und opulenter Ausstattung zu schwelgen und musste nicht historiengetreu sein. Diesmal habe ich mich an den Vierziger- und Fünfzigerjahren und starken Frauen wie Joan Crawford orientiert. Mit diesen traumhaften Filmen bin ich groß geworden.

Ich hätte auch auf eine Nähe zu Todd Haynes getippt.

Ich mag ihn und seine Bilderwelten, aber wollte nicht so etwas wie "Dem Himmel so fern" machen. Mir schwebte mehr Douglas Sirk vor mit seinen Themen und der modernen Sicht auf das Melodram. Deshalb jongliere ich mit verschiedenen Ebenen und setze auf die Intelligenz der Zuschauer.

Star

Romola Garai

Als Schwester des Titelhelden der Dickens-Adaption "Nicholas Nickleby" (2002) verzauberte sie das Publikum, doch das soll erst der Anfang einer...

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