Jennifer Lopez
Ice Cube
Jon Voight
Regie: Luis Llosa
Verleih: Columbia Tristar
Eine Expedition bricht in das Amazonas-Gebiet auf, um einen unbekannten Indianerstamm ausfindig zu machen. Stattdessen gerät die bunt zusammengewürfelte Truppe an einen taffen Schlangenjäger und seine überaus gefährliche Beute: Eine monstermäßige Anaconda, die einmal aufgescheucht, ihr Unwesen treibt und die Crew-Mitglieder im Würgegriff dezimiert.

Nach Schwärmen blutrünstiger Piranhas und Rudeln verfressener Krokodile treibt nun eine 13 Meter lange animatronische Anaconda in B-Movie-Gewässern ihr Unwesen. Als Fluß des Grauens muß einmal mehr der Amazonas herhalten, in dem ein die komplette Demographie abdeckendes Schauspielerensemble unter der Regie des früheren Roger-Corman-Protegés Luis Llosa ("The Specialist") um ihr Leben hechtet.
Der Titelstar wirkt nicht gerade allzu schreckeinflößend, denn nicht eine Sekunde hat man den Eindruck, tatsächlich ein riesiges Reptil zu beobachten. Deutlich ist das Untier entweder als rasend schnelle, cartoonartige Computergrafik oder Gummiattrappe zu erkennen. Ein bißchen macht das aber auch den betont trashigen Reiz dieser x-ten Variation des "Der weiße Hai"-Themas aus, die sich genußvoll in allen erdenklichen Filmklischees suhlt und damit für ein augenzwinkernd-blendendes Popcorn-Vergnügen sorgt. Insofern ist es auch nicht wichtig, ob "Anaconda" realitätsnah und glaubwürdig ist. Dieser quietschvergnügte Trip durch das seit Jahren auf Videopremieren beschränkte Land des Camp-Horrors sieht sich einzig als Kinoerlebnis.
Wer mit dem Titelhelden unzufrieden ist, der kann sich auf den eigentlichen Star des Monsterthrillers freuen, den nur einmal im besten Moment mit der Wimper zuckenden Jon Voight ("Mission: Impossible"), der es keinesfalls eilig hat, beim Sterben der Erste zu sein. Als der schlangenfangende Ex-Priester Paul Sarone hat er sein persönliches Kapitän-Ahab-Trauma aufzuarbeiten. Dafür zwingt er der gesamten Expeditionscrew, bestehend aus dem Anthropologen Steve Cale (Eric Stoltz, der nach einem Aufeinandertreffen mit Wespen bettlägrig von der Bildfläche verschwindet), der jungen Dokumentarfilmerin Terri (Jennifer Lopez, derzeit im Biopic "Selena"), ihrem "Kameramann aus der Hood" Danny (Rapstar Ice Cube, dessen erste Dialogzeile einer seiner Songtitel ist und der sich hier in wesentlich besserer Form als in "Dangerous Ground" präsentiert), dem Tontechniker-Pärchen Gary und Denise (Owen Wilson aus "Bottle Rocket" und MTV-Girl Kari Wuhrer) und dem golfspielenden Akademiker Westridge (Jonathan Hyde) auf der Suche nach einem legendären Indianerstamm seinen Willen auf. Sarones erklärtes Ziel ist es, die abscheuliche Anaconda lebend zu fangen. Und dabei hat er keine Skrupel, andere als lebende Köder zu benutzen. Doch er hat nicht mit dem ausgeprägten Überlebenswillen von Terri und Danny gerechnet ...
Komplett mit falschem Alarm, unheilvollen Vorzeichen, abgemurkstem Klein- und Großgetier, schwüler Regenwaldatmosphäre, beängstigender Unterwasseraufnahmen und dem obligatorischen Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip zieht Llosa alle Register typischer Horror-Exploitation-Flicks. Dank seiner starken Darstellerriege, allen voran Voight, gelingt es dem Monster-Mischmasch trotz des sehr bewußt kein Klischee auslassendem Drehbuchs von Hans Bauer, Jim Cash und Jack Epps Jr. einen erstaunlich hohen Unterhaltungswert herauszuwinden. ara.
| Darsteller: | Jennifer Lopez | als Terri Flotes | |
|---|---|---|---|
| Ice Cube | als Danny Rich | ||
| Jon Voight | als Paul Sarone | ||
| Eric Stoltz | als Dr. Steven Cale | ||
| Jonathan Hyde | als Warren Westridge | ||
| Owen Wilson | als Gary Dixon | ||
| Kari Wuhrer | als Denise Kalber | ||
| Vincent Castellanos | als Mateo | ||
| Danny Trejo | als Poacher | ||
| Regie: | Luis Llosa | ||
| Drehbuch: | John Mandel | ||
| Mark Haskell Smith | |||
| Jack Epps jr. | |||
| Jim Cash | |||
| Produzent: | Verna Harrah | ||
| Carole Little | |||
| Leonard Rabinowitz | |||
| Koproduzent: | Beau E.L. Marks | ||
| Andy Fickman | |||
| Ausf. Produzent: | Susan Ruskin | ||
| Buchvorlage: | Hans Bauer | ||
| Kamera: | Bill Butler | ||
| Schnitt: | Michael R. Miller | ||
| Musik: | Randy Edelman | ||
| Produktionsdesign: | Kirk M. Petruccelli | ||
| Kostüme: | Kathy Monderine | ||
| Ton: | Douglas B. Arnold | ||
Als strahlender Held im schwarzen Superauto, der auch in knallroter Badehose am Baywatch-Strand eine gute Figur machte, schrieb David Hasselhoff einst Serien-Geschichte...
Zuletzt gab "The Hoff", wie ihn Fans liebevoll nennen, jedoch eine gar traurige Figur ab: Bilder eines sabberndern Säufers, der seiner Tochter auf dem Boden eines Hotelzimmers kauernd leere Versprechungen entgegenlallte, gingen um die Welt. Das Video stammte aus der schmutzigen Scheidungsschlacht, die sich Hasselhoff mit Pamela Bach vor Gericht lieferte und machte via Internet die Runde.
Doch nun überrascht der alternde Serienheld zur Abwechslung wieder mit Schlagzeilen als Schauspieler - mit einer Hauptrolle in gleich zwei Filmen. Hasselhoff spielt im Fortsetzungsdoppelpack zu "Anaconda" einen Söldner, der im Auftrag eines Milliardärs eine Riesenschlange einfangen soll, weil diese ein Heilmittel gegen eine tödliche Krankheit liefern könnte.
Im ersten Film der Würgeschlangen-Reihe tummelten sich 1997 noch Stars wie Jennifer Lopez, Owen Wilson und Ice Cube. Allerdings waren die Kritiken schon damals vernichtend, weswegen für die Fortsetzung "Anacondas - Die Jagd nach der Blut-Orchidee" nur noch Namenlose durch den Dschungel robbten.
Teil drei und vier werden nun übrigens auf einen Schlag gedreht, ganz nach dem Vorbild von "Matrix" und "Der Herr der Ringe". Aus dem Fantasy-Epos ist sogar ein Schauspieler an Bord: John Rhys-Davies, der als griesgrämiger Zwerg Gimli mit den Gefährten zum Schutze Frodos das Schwert schwang, spielt in "Anaconda 3: The Offspring" eine Portion Schlangenfutter. Gefilmt wird demnächst in Rumänien. Ob das glitschige Double-Feature dann auch im Kino zu sehen sein wird, ist aber noch fraglich, möglicherweise landet es auch gleich im DVD-Regal. Aber selbst das ist für "The Hoff" immer noch besser, als die Ausnüchterungszelle.
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