Ergreifendes, surreales Drama und tragikomischer Tanz auf dem Vulkan, das die Tschernobyl-Katastrophe über individuelle Schicksale greifbar macht. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto10/11100431/b150x150.jpg An einem Samstag

Filmdetails

An einem Samstag

Ergreifendes, surreales Drama und tragikomischer Tanz auf dem Vulkan, das die Tschernobyl-Katastrophe über individuelle Schicksale greifbar macht.


An einem Samstag
Start: 21.04.2011

Originaltitel: V Subbotu

Drama

Russland/Deutschland/Ukraine 2011
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Anton Shagin
Svetlana Smirnova-Martsinkievich
Stanislav Rjadinskij

Regie: Alexander Mindadze
Verleih: NFP (Warner)

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Inhalt

Valentin Kabysch ist als einer der Ersten im Atomkraftwerk von Tschernobyl vor Ort, als am 26. April 1986 ein Störfall gemeldet wird. Kabysch wird schnell klar, dass sich eine nukleare Katastrophe ereignet hat. Doch er darf sein Wissen nicht weitergeben und beschließt, aus der Stadt zu fliehen. Valentin will jedoch noch Vera mitnehmen, die Frau, die er liebt, und so macht er sich auf die Suche nach ihr. Dabei begegnet er Menschen, die unwissend ihrer Alltagsroutine nachgehen, die unbeschwert essen, trinken oder Hochzeit feiern.


Kritik

An einem Samstag

Tragikomödie über die Menschen, die nach dem Super-Gau von Tschernobyl ohne jegliche Information ahnungslos in den Tod tanzen.



Im April jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal, für Alexander Mindadze Motivation, einen Spielfilm zu drehen, der sich mit denjenigen beschäftigt, die - von der Parteileitung im Stich gelassen - einen ganz normalen Samstag verbringen. Während sich die unsichtbare und nicht greifbare Gefahr zusammenbraut, gehen die Menschen wie gewohnt einkaufen und spazieren, essen und trinken, Kinder spielen im Freien, ein Paar feiert Hochzeit. Der junge Parteifunktionär Valerij rennt beim Anblick des brennenden Reaktorblocks 4 auf das Gelände und lauscht, wie die Verantwortlichen den Horror klein reden und ihm den Mund verbieten. Nichts wie weg, ist sein erster Gedanke, aber immer wieder halten ihn Schicksal oder Zufall auf: Kleine Störfälle im Schatten des großen Störfalls. Da bricht der Absatz seiner Freundin ab, verpassen sie den Zug, hält der Kauf neuer rumänischer Importschuhe auf, wie auch die Hochzeit des besten Freundes oder Valerijs Einspringen als Drummer bei der alten Band. Im blutroten Schein des zerborstenen Kernkraftwerks kann niemand der tödlichen Dosis Radioaktivität entkommen. Zu unvorstellbar scheint die Wahrheit als dass die Einwohner der verseuchten Stadt Prypjat reagieren, auch wenn die Wolke über ihnen zieht.

Die grausam direkte Handkamera des Rumänen Oleg Mutu ("Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage") ist fast ununterbrochen in Bewegung; wenn sie dem Protagonisten im Nacken sitzt und nachhetzt oder bei Schlägereien mit seinen alten Buddies fast die Balance verliert, gibt es auch für den Zuschauer keine Flucht, auch er ein Gefangener. Dann wieder nähert sie sich unerbittlich den Gesichtern voller Hilflosigkeit und Lebenswille, Ungläubigkeit und Wissen. Eindrucksvoll ist die Szene, in der das Paar hört, wie der Zug abfährt und in seinen Augen Verzweiflung keimt, sie ihre Gefühle nicht in Worte fassen können. Die fast quälende Intensität und anfängliche Spannung lässt nach, weil die Hochzeit zu lange im Fokus bleibt, Tanzen und Singen, Saufen und Handgemenge sich wie in einer Endlosschleife wiederholen. Anton Shagin spielt den Todgeweihten als ambivalentes Bündel Mensch - stürmisch und zurückgezogen, verletzbar und gewalttätig. Wenn am Ende das Boot mit den jungen Leuten an der gespenstisch in den Himmel ragenden Ruine auf ruhigem See vorbeischippert, ist das ein grandioses Bild, aber auch ein erbarmungsloses. mk.

An einem Samstag

Darsteller:  Anton Shagin   als Valeri Kabysch
  Svetlana Smirnova-Martsinkievich   als Vera
  Stanislav Rjadinskij   als Gitarrist
  Wasilij Gusow   als Klavierspieler
  Aleksej Demidow   als Bassist
  Vjacheslav Petkun   als Karabas
  Sergej Gromow   als Petro
  Uljana Fomitschewa   als Lara
  Alexej Schljamin   als Parteisekretär
  Aleksej Galuschko   als Malovichko
  Georgij Volynskij   als Gorelik
  Dmitrij Makeev   als Jogger
  Irina Karpenko   als Verkäuferin
 
Regie:  Alexander Mindadze  
Drehbuch:  Alexander Mindadze  
Produzent:  Alexander Rodnyansky  
  Sergej Melkumow  
  Dr. Matthias Esche  
  Philipp A. Kreuzer  
  Alexander Mindadze  
  Dimitry Efremow  
  Oleg Kochan  
Ausf. Produzent:  Philipp A. Kreuzer  
Kamera:  Oleg Mutu  
Schnitt:  Dascha Danilowa  
  Iwan Lebedew  
Musik:  Mihail Kowalew  
Produktionsdesign:  Denis Bauer  
Kostüme:  Irina Grazdankina  
  Ekaterina Himitschewa  
Ton:  Jörg Theil  
  Tilo Feinermann  
Casting:  Elena Potlowa  

Berlinale setzt auf deutsche Produktionen

Auch wenn's mitunter schwer zu verstehen ist: Berlin spricht Deutsch!

Großansicht Der Titel ist Programm: "Almanya - Willkommen in Deutschland" wurde in den Berlinale-Wettbewerb eingeladen (Foto: Concorde)

Der Titel ist Programm: "Almanya - Willkommen in Deutschland" wurde in den Berlinale-Wettbewerb eingeladen (Foto: Concorde)

Die Berlinale (10. bis 20. Februar) hat nun die verbliebenen Titel des 22 Filme umfassenden Wettbewerbsprogramms bekannt gegeben, von denen 16 als Weltpremieren gezeigt werden. Erstmals werden auch 3D-Filme gezeigt, neben Wim Wenders' "Pina" kommen zwei weitere künstlerische 3D-Filme zur Aufführung: der Animationsfilm "Les contes de la nuit" von Michel Ocelot als Weltpremiere sowie als Sondervorführung außer Konkurrenz Werner Herzogs 3D-Dokumentarfilm "Cave of Forgotten Dreams".

"Almanya - Willkommen in Deutschland" (außer Konkurrenz) ist das Spielfilmdebüt von Yasemin Samdereli, eine Einwandererkomödie, die die Roxy Film GmbH produziert hat. Ein Held der sogenannten "Berliner Schule" ist Ulrich Köhler, er stellt seinen neuen Film "Die Schlafkrankheit" (Produzent: Komplizen Film auf der Berlinale vor. Wolfgang Murnberger ist mit seinem neuen Film "Mein bester Feind" (Aichholzer Filmproduktion) als Weltpremiere außer Konkurrenz dabei, eine im durch die Nazis besetzten Wien angesiedelte Tragikomödie mit Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich.

Um den Goldenen Bären konkurriert der ungarische Filmemacher Béla Tarr mit "A Torinói ló", der in Koproduktion mit Vega Film AG in Zürich und der Berliner zero fiction film entstanden ist. Frisch aus Sundance kommt J.C. Chandors Debütfilm "Margin Call", in der Kevin Spacey, Jeremy Irons und Stanley Tucci mit der Finanzkrise ringen. Joshua Marston("Maria voll der Gnade") zeigt seinen zweiten Spielfilm "The Forgiveness Of Blood".

Bilder zu "Almanya - Willkommen in Deutschland"

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Aus Argentinien kommt "Un Mundo Misterioso" von Rodrigo Moreno, an dem Rohfilm als deutscher Koproduzent beteiligt ist. Auch das mexikanische Spielfilmdebüt "El premio" von Paula Markovitch, die das Drehbuch zu "Lake Tahoe" schrieb, entstand mit deutscher Beteiligung. In Studio Babelsberg gedreht und mit dem Berliner Studio als Koproduzent realisiert wurde der Thriller "Unknown Identity" von Jaume Collet-Serra mit Liam Neeson und Diane Kruger, der außer Konkurrenz läuft. Bavaria Pictures ist bei Alexander Mindadzes "Innocent Saturday" an Bord, einer russisch-deutsch-ukrainischen Koproduktion.

"Jodaeiye Nader az Simin" von Asghar Farhadi ("Darbareye Elly") aus dem Iran, "Saranghanda, Saranghaji Anneunda" (Kommt Regen, kommt Sonnenschein) von Lee Yoon-ki aus Südkorea, sowie "Les femmes du 6ème étage" von Philippe Le Guay (mit Sandrine Kiberlain und Carmen Maura) aus Frankreich (außer Konkurrenz) runden den Wettbewerb ab.

Als Sondervorvorführung zeigt die Berlinale "Offside" von Jafar Panahi- eine Solidaritätsbekundung für den verurteilten iranischen Regisseur. Als Abschlussfilm der 61. Berlinale wird am 19. Februar im Anschluss an die Preisverleihungsgala der Gewinnerfilm des Goldenen Bären gezeigt.

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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