Verfilmung der Memoiren von Lynn Barber nach einem Drehbuch von Nick Hornby über eine Sechzehnjährige, die einem älteren Mann verfällt und sich von ihm das Dolce Vita zeigen lässt. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto51/09510114/b150x150.jpg An Education

Filmdetails

An Education

Verfilmung der Memoiren von Lynn Barber nach einem Drehbuch von Nick Hornby über eine Sechzehnjährige, die einem älteren Mann verfällt und sich von ihm das Dolce Vita zeigen lässt.


An Education
Start: 18.02.2010

Drama

Großbritannien 2009
Laufzeit: 100 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Carey Mulligan
Peter Sarsgaard
Dominic Cooper

Regie: Lone Scherfig
Verleih: Sony Pictures

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Inhalt

Die 16-jährige Jenny wächst 1961 in einem Mittelklassehaushalt im Londoner Twickenham auf. Für ihren strengen Vater ist eine solide Schaulausbildung das wichtigste, das Cellospiel ist noch das äußerste an Freizeitbeschäftigung, das er gestattet. Doch Jenny will mehr vom Leben. Als sie den deutlich älteren Lebemann David kennenlernt und von ihm zunächst in die Society und später, an ihrem 17. Geburtstag in Paris, auch in die Liebe eingeführt wird, werden ihre Träume wahr. Doch dann wird das aufgeweckte Mädchen von der Realität eingeholt.


Kritik

An Education

Lone Scherfigs Geschichte über das Erwachsenwerden einer 16-Jährigen im London der Prä-Swinging-Sixties ist ein Showcase für die wunderbare Carey Mulligan.

An education - der Titel des Films umreißt in seiner Doppeldeutigkeit bereits das Spannungsfeld, um das es geht in Lone Scherfigs mittlerweile fünfter Kinoarbeit, ihrem ersten Film seit "Wilbur Wants to Kill Himself" aus dem Jahr 2002. Um eine Lehre nämlich, einerseits im Sinne von Ausbildung, die die 16-jährige Jenny, eine talentierte Schülerin, auf jeden Fall machen soll, wenn es nach ihrem strengen Vater aus dem muffigen Londoner Mittelklassemilieu des Jahres 1961 geht. Andererseits um eine wichtige Lebenserfahrung, die sich aus der Zufallsbekanntschaft mit dem scheinbar sorglosen Lebemann David ergibt: Er eröffnet Jenny eine völlig neue Welt mit unendlich vielen Möglichkeiten, eine Welt mit unangepasster Jazzmusik, moderner Mode, teuren Hotelzimmern und progressiver Lebenssicht, mit Paris und der Aussicht auf sexuelle Erfüllung, eine Welt., von der sie geträumt hat, die ihr durch ihren Schulabschluss näher kommen sollte und sich nun unvermittelt auftut. Zwischen den beiden Polen - Leben für die Schule, Schule des Lebens -schwankt das Mädchen fortan und muss seinen eigenen Weg finden zwischen ernsthafter Pflichtvergessenheit und unbeschwertem Genuss, zwischen Sein und Schein.

Schon die Szene, in der Jenny ihren Galan kennenlernt, weist diese Geschichte eines Erwachsenwerdens als etwas Besonderes aus: Sie mit ihrem schweren Cello patschnass im strömenden Regen, auf den Bus wartend, der nicht kommt, er in seinem schnittigen Sportcoupé, elegant und redegewandt, der sich bereit erklärt, wenn schon nicht ihr, dann doch wenigstens dem armen Cello in seinem Wagen Sicherheit vor den Wassermassen anbieten zu dürfen - während sie nebenher mitläuft. Da schwingt eine Wahrhaftigkeit, origineller Witz, große Liebe für die Figuren mit, die die Handschrift von "High Fidelity"- und "About a Boy"-Autor Nick Hornby verrät, der nach den Memoiren der britischen Journalistin Lynn Barber sein erstes Drehbuch verfasst hat. Ganze Arbeit hat er geleistet, weil es ihm in seinem Buch auch gelingt, einen Wendepunkt in der Geschichte Englands präzise einzufangen und nachvollziehbar zu machen: der kurze, entscheidende Moment vor dem Beginn der Popkultur, als sich das Empire noch mit stiff upper lip und großer Kraft dem Wandel entgegenstemmt, der von den Beatles ein Jahr später eingeleitet wird. In "An Education" lässt sich die Ära des "Yeah, yeah, yeah" nur erahnen, manifestiert in der Figur von Jenny, deren Neugier und Lust auf Leben die Mauern schließlich zum Einfall bringen muss.

Lone Scherfig nutzt die Steilvorlage. Stilistisch ist der Film Welten entfernt von ihrem ersten Erfolg, dem Dogma-Werk "Italienisch für Anfänger", bewahrt hat sie sich aber ihr untrügliches Gespür für Figuren, Stimmung, Raum und Zeit. Sie ist eine wunderbare Schauspieler-Regisseurin, der offenkundig bewusst ist, dass ihre Hauptdarstellerin ein Rohjuwel ist, eine Wucht, eine Entdeckung: Wie die gerade einmal 24-jährige Carey Mulligan ihren heiklen Part eines hellwachen, aber beeindruckbaren Mädchens meistert, das von ihrem Playboy ausgenutzt wird, aber doch zu keinem Moment Opfer ist, ist mit "die neue Audrey Hepburn", wie es mehrfach zu lesen war, ungenügend beschrieben. Gerade weil diese Jenny ein Original ist, ohne Beispiel, darf man zu Superlativen greifen: Mulligan steht nicht nur in quasi jeder Szene im Mittelpunkt und muss sich obendrein noch gegen Vollprofis wie Peter Sarsgaard, Alfred Molina, Olivia Williams und - in einem kurzen Gastauftritt - Emma Thompson behaupten. Sie macht es, mit Eleganz, Würde, Leichtigkeit und Charme. "An Education" einen gewissen Hang zur Konventionalität zu verzeihen, fällt da nicht schwer. ts.

An Education

Darsteller:  Carey Mulligan   als Jenny
  Peter Sarsgaard   als David
  Dominic Cooper   als Danny
  Rosamund Pike   als Helen
  Alfred Molina   als Jack
  Cara Seymour   als Majorie
  Matthew Beard   als Graham
  Emma Thompson   als Schuldirektorin
  Sally Hawkins   als Sarah
  Amanda Fairbank-Hynes   als Hattie
  Olivia Williams   als Miss Stubbs
  Ellie Kendrick   als Tina
  Luis Soto   als Rachman
  Kate Duchêne   als Latin Teacher
  William Melling   als kleiner Junge
  Connor Catchpole   als kleiner Junge
  Nic Sampson   als Auctioneer
  James Norton   als Student
  Bel Parker   als kleines Mädchen
  Beth Rowley   als Nightclub Sängerin
 
Regie:  Lone Scherfig  
Drehbuch:  Nick Hornby  
Produzent:  Finola Dwyer  
  Amanda Posey  
Ausf. Produzent:  Douglas Hansen  
  Wendy Japhet  
  James D. Stern  
  David M. Thompson  
  Jamie Laurenson  
  Nick Hornby  
Kamera:  John de Borman  
Schnitt:  Barney Pilling  
Musik:  Paul Englishby  
Produktionsdesign:  Andrew McAlpine  
Kostüme:  Odile Dicks-Mireaux  
Casting:  Lucy Bevan  

Daniel Craig als Mikael Blomkvist in "Millenium"-Remake

Hollywoods Superstars reißen sich um diese Rolle...

Großansicht Daniel Craig soll in den US-Remakes der Millenium-Trilogie den Part als Mikeal Blomkvist übernehmen. (Foto: Kurt Krieger / NFP (Warner))

Daniel Craig soll in den US-Remakes der Millenium-Trilogie den Part als Mikeal Blomkvist übernehmen. (Foto: Kurt Krieger / NFP (Warner))

Erst war Johnny Depp im Gespräch, dann Brad Pitt. Nun aber darf wohl 007-Mime Daniel Craig im US-Remake der Millenium-Trilogie die Hauptrolle des findigen Ermittlers Mikael Blomkvist spielen. Daniel Craigs Unterschrift für die amerikanische Version der weltweit enorm beliebten schwedischen Krimireihe unter der Leitung von Top-Regisseur David Fincher ist angeblich nur noch Formsache.

Zwar sind auch die schwedischen Verfilmungen der Bücher von Stieg Larsson im Kino weltweit recht erfolgreich: In Deutschland ist der Film zum dritten Roman "Vergebung" soeben gestartet, Teil eins sahen unter dem Titel "Verblendung" immerhin 700.000 deutsche Krimifans. Amerikanische Kinogänger sind aber synchronisierte Filme nicht gewöhnt und daher höchst irritiert, wenn sich die Lippen der Schauspieler anders bewegen als die gehörte Sprache klingt. Außerdem zieht ein Superstar wie Daniel Craig dann doch mehr Fans an als die schwedischen Darsteller Michael Nyqvist und Noomi Rapace - so großartig diese ihre Figuren auch schauspielerisch interpretieren.

Daniel Craig hat viel Zeit wegen Finanznöten bei James Bond

Rapaces Part als Lisbeth Salander soll in David Finchers Version übrigens Carey Mulligan übernehmen. Sie war unter anderem in "Stolz und Vorurteil" zu sehen und für ihren Part als naiver verliebter Teenager in "An Education" sogar für einen Oscar nominiert. Demnächst kommt sie neben Michael Douglas und Shia LaBeouf in der "Wall Street"-Fortsetzung "Geld schläft nicht" ins Kino. Das Drehbuch schreibt Veteran Steven Zaillian, der unter anderem "Schindlers Liste", "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "Gangs of New York" skriptete.

Held der Krimireihe ist der beinharte investigative Journalist Mikael Blomqvist, den in der US-Version dann Daniel Craig spielt. Er wird im ersten Teil beauftragt, den Fall einer vor 40 Jahren verschwundenen Lieblingsnichte eines alten Mannes zu klären. Mithilfe der psychisch labilen Hackerin Lisbeth Salander stößt er bald auf einen ekelhaften Wust aus Nazi-Machenschaften, sexuellem Missbrauch und Inzest. Kultstatus hat dabei vor allem die Figur von Lisbeth, deren eigene düstere Vergangenheit von allzu ähnlichen Erfahrungen geprägt ist. Der amerikanische Film wird wie die US-Buchfassung nach Lisbeth Salander "The Girl With The Dragon Tattoo" heißen.

Daniel Craig hat übrigens nur deshalb Zeit für den Part als Mikael Blomqvist, weil das Bond-Studio MGM in großen finanziellen Nöten steckt und das lange geplante nächste 007-Abenteuer daher vorerst nicht in Sicht ist ...

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Carey Mulligan

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