Originaltitel: Amores possíveis
Brasilien 2001
Murilo Benício
Carolina Ferraz
Emílio de Melo
Regie: Sandra Werneck
Verleih: Kool
Vor fünfzehn Jahren wartete Carlos (Murilo Benicio) vergeblich in einem Kinofoyer auf ein Rendezvous mit seiner Angebeten, der Studentin Julia (Carolina Ferraz). Drei Varianten zeigen, wie es heute aussehen könnte, wenn damals alles nach Carlos' Plan gegangen wäre. Möglichkeit 1: Carlos heiratet seine Traumfrau und sehnt sich bald nach Abwechslung mit einer anderen Julia. 2.: Nach 15 Ehejahren bekennt sich Carlos endlich zu seiner Homosexualität. 3.: Meister Computer lockt mit Kontaktprogrammen. Im Angebot ist auch Julia.
Irrungen und Wirrungen des Herzens in dieser brasilianischen Antwort auf "Sie liebt ihn - sie liebt ihn nicht".

In ihrem Debütfilm "Das kleine Buch der Liebe" erzählte Sandra Werneck den Zyklus einer Liebe, Anfang, Mitte, Ende. In "Amores Possíveis" beschreitet sie einen komplizierteren, aber dennoch unterhaltenden Weg - dekliniert nicht das übliche Ursache-Wirkung Schema rauf und runter, sondern bietet drei Chancen zur Auswahl, eine mögliche Liebe nach fünfzehn Jahren weiterzuführen. Und jede birgt ihre Chancen und Risiken.
Drei Geschichten aus dem Leben eines Mannes: Als Jugendlicher versetzt ihn bei strömendem Regen eine Julia, sie erscheint trotz langer Warterei nicht im Kino. Nach einem Zeitsprung von fünfzehn Jahren treffen wir Carlos wieder, sozusagen in dreifacher Ausfertigung. Carlos I ist relativ glücklich verheiratet. Als der erfolgreiche Anwalt durch Zufall seine Julia von damals trifft, beginnt er eine heiße Affäre, kehrt dann aber aus Angst vor der eigenen Courage in den sicheren Hafen der Ehe zurück. Carlos II dagegen hat in einem harten Schnitt Frau und Kind verlassen, um mit einem Mann glücklich zu sein und entdeckt plötzlich wieder Gefühle für seine Ex. Carlos III genießt als Muttersöhnchen die Bequemlichkeit daheim und trifft erst durch eine Dating-Agentur samt Pager mit der Künstlerin Julia wieder zusammen, die aus dem Oedipussi einen halbwegs richtigen Kerl macht.
Auf dem Sundance Filmfestival 2001 gewann Sandra Werneck für diese Beziehungskomödie über Schicksal und Zufall den Latin Cinema Award für den besten lateinamerikanischen Film. Zwar weiß man anfänglich durch die Parallelmontage der einzelnen Stories nicht so recht, worauf sie hinauswill, aber dann gewöhnt man sich an das hintergründige Puzzlespiel, gewinnt Geschmack an der Idee, Widersprüche, Konflikte und Erwartungshaltungen in der Liebe auszuprobieren. Die Hauptfrage handelt davon, wie Menschen mit emotionalen Entscheidungen umgehen, haben sie Mut, ihr Leben umzukrempeln, was wäre wenn...?
Die beiden Hauptfiguren in allen Episoden werden von Carolina Ferraz und Murilo Benício dargestellt, der jeden der sehr unterschiedlichen männlichen Figuren überzeugend verkörpert. "Amores Possíveis" ist ein liebenswerter, kleiner Film, der den Zuschauer trotz einiger Widerhaken beschwingt aus dem Kino entlässt. mk.
| Darsteller: | Murilo Benício | als Carlos | |
|---|---|---|---|
| Carolina Ferraz | als Júlia | ||
| Emílio de Melo | als Pedro | ||
| Beth Goulart | als Maria | ||
| Irene Ravache | als Mutter | ||
| Alberto Szafran | als Lucas | ||
| Luiza Mariani | als Dandara | ||
| Drica Moraes | als Carol | ||
| Christine Fernandes | als Rendezvous-Vermittlerin | ||
| Regie: | Sandra Werneck | ||
| Drehbuch: | Paulo Halm | ||
| Produzent: | Eva Mariani | ||
| Sandra Werneck | |||
| Ausf. Produzent: | Elisa Tolomelli | ||
| Kamera: | Walter Carvalho | ||
| Schnitt: | Isabelle Rathery | ||
| Musik: | Joao Nabuco | ||
| Produktionsdesign: | Claudio Amaral Peixoto | ||
| Kostüme: | Kika Lopes | ||
| Ton: | Silvio Da-Rin | ||
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