Originaltitel: Il ciclone
Italien 1996
Leonardo Pieraccioni
Lorena Forteza
Barbara Enrichi
Regie: Leonardo Pieraccioni
Verleih: Studiocanal
Die Quarinis führen in einer kleinen toskanischen Stadt ein ruhiges, eintöniges Leben. Als in das friedliche Dasein fünf energiegeladene Flamenco-Tänzerinnen platzen, lösen sich alle eingespielten Strukturen in Nichts auf: Sohn Levante verliebt sich unsterblich in die sinnliche Caterina, seine Schwester Selvaggia beginnt eine heiße Affäre mit Penelope.

50.555.877.000 Lire in 15 Wochen - das sind die Folgeschäden des italienischen Komödienwirbelsturms "Il ciclone" (dt. "Amore, Amore"), der in den ersten Monaten dieses Jahres im Heimatland der Pasta umgerechnet 50,5 Mio. DM erwirtschaftete. Eine imposante Zahl für einen handwerklich kompetenten, heiter-possierlichen, aber doch recht braven Film über toskanisches Provinzleben, das durch die Ankunft von fünf Flamencotänzerinnen zumindest einige Tage lang an Dynamik zunimmt. Daß sich die Kinogänger hierzulande auch nur in annähernd vergleichbarer Form infizieren lassen, erscheint angesichts des beschaulichen Erzähltempos und der schweren Vermittelbarkeit italienischer Komödienstoffe fraglich.
Zuletzt erlebte Roberto Benignis Kassenerfolg "Das Monster" in den deutschen Kinos weniger monströse denn desaströse Resonanz. "Amore, Amore", ein Forum für Multitalent Leonardo Pieraccioni, der als Hauptdarsteller Charme, als Regisseur formale Sicherheit und als Drehbuchautor warme Menschlichkeit zeigt, lebt im Unterschied zu vielen anderen italienischen Komödienhits weder vom Chaos, noch von der Klamotte. Erstes Anliegen ist ein idyllisches, unaufgeregtes und gelegentlich schrulliges Bild vom Leben und den Menschen in der toskanischen Provinz. Im Mittelpunkt der beschaulich dahinplätschernden Geschichte steht der als Erzähler in Aktion tretende Buchhalter Levante Quarini (Pieraccioni) und seine schrullige Familie - der nächtliche Schnarchattacken führende Vater, der unter Hormonstau leidende Bruder Libero und die ausschließlich von Frauen betörte Schwester. Sehr gelassen schildert Pieraccioni das Leben auf dem Hof der Quarinis und auch in der nahegelegenen Kleinstadt, in der der ereignislose Alltag berechenbar wie ein Uhrwerk abläuft. Als sich eine fünfköpfige spanische Flamencotruppe mit verführerischen Senoritas aufs Landgut der Quarinis verirrt, scheint "Amore, Amore" Fahrt aufzunehmen, doch die erwarteten Turbulenzen verpuffen zu einem lauen Lüftchen, das Levante zwar eine Traumfrau (Lorena Forteza) vor die Haustür weht, aber in der Stadt selbst kaum wahrgenommen wird. Die etwa an "Priscilla - Königin der Wüste" erinnernde Prämisse wird komödiantisch zu wenig genutzt, und mit Ausnahme von Forteza bleiben die Tänzerinnen Hintergrund-Dekor. Stärker in den Vordergrund setzt sich statt dessen die romantische Ader des Films, der als liebevolles Provinzporträt Atmosphäre hat, zum Schmunzeln verführt, aber doch seinen Erdrutsch-Erfolg in Italien nicht ausreichend begründen kann. kob.
| Darsteller: | Leonardo Pieraccioni | als Levante | |
|---|---|---|---|
| Lorena Forteza | als Caterina | ||
| Barbara Enrichi | als Selvaggia | ||
| Massimo Ceccherini | als Libero | ||
| Sergio Forconi | als Osvaldo | ||
| Tosca d'Aquino | als Carlina | ||
| Patrizia Corti | als Carlina | ||
| Benedetta Mazzini | als Isabella | ||
| Natalia Estrada | als Penelope | ||
| Paolo Hendel | als Pippo | ||
| Alessandro Haber | als Naldone | ||
| Giovanni Ferreri | als Gigi | ||
| Ana Valeria Dini | als Ines | ||
| Corinna Lo Castro | als Maura | ||
| Giovanni Pellegrino | als Nello | ||
| Regie: | Leonardo Pieraccioni | ||
| Drehbuch: | Giovanni Veronesi | ||
| Leonardo Pieraccioni | |||
| Produzent: | Vittorio Cecchi Gori | ||
| Rita Cecchi Gori | |||
| Kamera: | Roberto Forza | ||
| Schnitt: | Mirco Garrone | ||
| Musik: | Claudio Guidetti | ||
| Produktionsdesign: | Francesco Frigeri | ||
| Kostüme: | Nicoletta Ercole | ||
| Ton: | Bruno Pupparo | ||
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