Teils fiktionales Drama, teils Animation, teils Dokumentation über das Leben und die Weltanschauungen des legendären Comic-Book-Autors Harvey Pekar. http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz42/z0442600/b150x150.jpg American Splendor

Filmdetails

American Splendor

Teils fiktionales Drama, teils Animation, teils Dokumentation über das Leben und die Weltanschauungen des legendären Comic-Book-Autors Harvey Pekar.


American Splendor
Start: 28.10.2004

Komödie / Drama

USA 2002
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Paul Giamatti
Harvey Pekar
Hope Davis

Regie: Shari Springer Berman, ...
Verleih: Tiberius

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

In den 70er Jahren beginnt der unauffällige und verschrobene Jazzfan, Musikaliensammler und Krankenhausangestellte Harvey Pekar (Paul Giamatti), seine ironischen Betrachtungen des Working Class-Alltags in kleine Geschichten zu verfassen. Als er bald darauf die Bekanntschaft des ebenfalls Jazz-verrückten Comic-Künstlers Robert Crumb (James Urbaniak) macht, beschließen beide, ihre Kräfte in einer heutzutage Kultstatus genießenden Comic-Serie namens "American Splendor" zu bündeln. In Harveys Alltag ändert sich dadurch zunächst wenig - bis er in der Comic-Händlerin Joyce (Hope Davis) eine Gleichgesinnte trifft.

Amerikanische Subkulturgeschichte erster Kajüte erfährt ihre cineastische Würdigung, wenn die Regisseure Shari Springer Berman und Robert Pulcini Animation, Dokumentation und Spielszenen zu einem Comic-gerechten Ganzen verbinden.


Kritik

Schräger Mix aus fiktionalem Drama, Animation und Dokumentation über das Leben und die Weltanschauungen des legendären Comic-Book-Autors Harvey Pekar.

Großansicht Harvey hat in Joyce seine bessere Hälfte gefunden (Foto: Tiberius)

Harvey hat in Joyce seine bessere Hälfte gefunden (Foto: Tiberius)

Harvey Pekar (Paul Giamatti) führt ein launiges Dasein als Verwaltungsangestellter in einem Krankenhaus, wo er Tag für Tag gelangweilt Akten durch die Gänge schiebt.

Privat ist er jedoch ein leidenschaftlich-besessener Comic-Sammler und sogar selbst Autor der halbautobiographischen Comic-Book-Serie "American Splendor". Über 20 Jahre lang verarbeitet er darin seine alltäglichen Erfahrungen mit seiner Beziehung zu seiner Frau Joyce (Hope Davis), seinem Job und seiner Familie in seiner Heimatstadt Cleveland, Ohio.

Großansicht Nerds unter sich: Harvey und Robert (Foto: Tiberius)

Nerds unter sich: Harvey und Robert (Foto: Tiberius)

Buntgemischtes Porträt

Shari Springer Bermans und Robert Pulcinis Film über den legendären Comicautor Harvey Pekar verbindet auf äußerst originelle Art und Weise Zeichentrick-Animation mit gespielten Szenen und dokumentarischen Aufnahmen und gewann damit bereits den Jurypreis in Sundance 2003.

Ein einfallsreiches, unterhaltsames und außergewöhnliches Porträt, das sich - wie Pekars Comic-Vorlage - auf die starken und kleinen Momente im Leben des launigen Helden konzentriert.

American Splendor

Darsteller:  Paul Giamatti   als Harvey Pekar
  Harvey Pekar   als Der "echte" Harvey
  Hope Davis   als Joyce Brabner
  Joyce Brabner   als Die "echte" Joyce
  Judah Friedlander   als Toby Radloff
  James Urbaniak   als Robert Crumb
  Maggie Moore   als Alice Quinn
  Earl Billings   als Mr. Boats
  Madyline Sweeten   als Danielle
  Danielle Batone   als Die "echte" Danielle
  Danny Hoch   als Marty
  Shari Springer Berman   als Interviewer
  Robert Pulcini   als Bob, der Regisseur
  Toby Radloff   als Der "echte" Toby
  Donal Logue   als Bühnendarsteller Harvey
  Molly Shannon   als Bühnendarstellerin Joyce
  James McCaffrey   als Fred
 
Regie:  Shari Springer Berman  
  Robert Pulcini  
Drehbuch:  Shari Springer Berman  
  Robert Pulcini  
Produzent:  Ted Hope  
Ausf. Produzent:  Ted Hope  
Buchvorlage:  Harvey Pekar  
  Joyce Brabner  
Kamera:  Terry Stacey  
Schnitt:  Robert Pulcini  
Musik:  Mark Suozzo  
Produktionsdesign:  Thérèse DePrez  
Kostüme:  Michael Wilkinson  
Ton:  Whit Norris  
Casting:  Ann Goulder  

Die 10 besten Filme des Jahres

Große Blockbuster und kleine Kinojuwelen buhlen um die Gunst von Publikum, Kritik und bald auch Oscar-Jury. Die wichtigsten US-Kritiker haben ihre Favoriten des Jahres 2003 jetzt schon gefunden. Was ist dran an den auserkorenen Top-Filmen?

Großansicht Kritikerliebling: Bill Murray und Scarlett Johannson stürzen sich in "Lost in Translation" kopfüber in die Tokyoter Nacht (Foto: Fox)

Kritikerliebling: Bill Murray und Scarlett Johannson stürzen sich in "Lost in Translation" kopfüber in die Tokyoter Nacht (Foto: Fox)

Alle Jahre wieder, kurz vor Weihnachten, beschert das American Film Institute den Kinofans die ultimativen Top Ten des Jahres. Dabei geben nicht Besucherzahlen den Ausschlag, regieren nicht vorgeplante Blockbuster und aufgeblähte Marketing-Maschinerien oder wie bei den Oscars Sympathien und fernsehwirksame Inszenierung - hier geht's einfach nur um gute Filme.

Eine Rangfolge wird allerdings bewusst nicht erstellt: "Wir werten die Filme nicht untereinander, weil es uns nicht darum geht zu entscheiden, welches der beste oder der fünftbeste Film ist", sagt Jean Picker Firstenberg, der Vorsitzende des AFI. "Viel wichtiger ist uns, die Zusammenarbeit vor und hinter der Kamera zu würdigen, die bei allen Kandidaten gleichermaßen zu einem sehr sehenswerten Ergebnis geführt hat."

Großansicht Von Publikum und Kritik gleichermaßen geschätzt: "Findet Nemo" (Foto: Buena Vista)

Von Publikum und Kritik gleichermaßen geschätzt: "Findet Nemo" (Foto: Buena Vista)

Land unter

Mit dem charmanten Tiefseespaß "Findet Nemo" hat es diesmal auch ein Animationsfilm in die AFI-Top 10 geschafft - kein Wunder, gilt doch der Oscar für den Besten animierten Spielfilm schon als sicher. Selbst für den wichtigsten Goldjungen, den für den Besten Film, werden dem Geniestreich aus dem Hause Pixar Chancen eingeräumt.

Ebenfalls ins kühle Nass hat sich Russell Crowe als "Master and Commander" mit seiner Crew der H.M.S. Surprise gewagt. Die abenteuerliche Jagd nach einer französischen Fregatte um die halbe Welt, meisterhaft inszeniert von Regie-Ass Peter Weir, fand ebenfalls die Gunst der Juroren. Dazu gilt Paul Bettany als Geheimtipp für den Oscar als bester Nebendarsteller. Er spielte schon in "A Beautiful Mind" Crowes imaginären Uni-Kumpel, in "Master and Commander" brilliert er als rebellischer Schiffsarzt mit Vorlieben für Selbstoperationen und Galapagos-Kaimane.

Großansicht Schiffsplanken statt Uni: Paul Bettany und Russell Crowe in "Master and Commander" (Foto: Fox)

Schiffsplanken statt Uni: Paul Bettany und Russell Crowe in "Master and Commander" (Foto: Fox)

Der Rest ist Schweigen

In "Mystic River" hat das dunkle Blau der Fluten dagegen nur symbolische Funktion. Tod, Chaos, Gewalt, Schuld, Sühne, Rache - über all das breitet der Charles River in Boston seine Wellen des Vergessens. Exzellente Darsteller, allen voran Tim Robbins als lebenslanges Pädophilenopfer, aber auch Sean Penn, Kevin Bacon und Marcia Gay Harden brennen sich dem Kinobesucher unauslöschlich ins Gedächtnis. Und Hollywood-Ikone Clint Eastwood könnte das bedeutungsschwer inszenierte Drama nach "Erbarmungslos" den zweiten Oscar für die beste Regie einbringen.

Großansicht "Mystic River": Drei Freunde, verbunden und getrennt durch ein dunkles Geheimnis (Foto: Warner)

"Mystic River": Drei Freunde, verbunden und getrennt durch ein dunkles Geheimnis (Foto: Warner)

Tränen in Mittelerde und Manhattan

Auf den darf sich aber auch Peter Jackson berechtigte Hoffnungen machen. "Die Rückkehr des Königs" beendet die "Herr der Ringe"-Trilogie wahrlich mit einem Paukenschlag. Dem AFI war's eine Aufnahme in die Jahres-Top Ten wert und auch der Oscar-Zeremonie stünde eine abschließende Ehrung für die filmische Tour de Force des Neuseeländers bestens zu Gesicht.

Ein kleiner Film, der aber ebenso großes Kino bietet, ist Jim Sheridans halb-autobiografisches Melodram "In America". Die teilweise fast märchenhafte Geschichte einer irischen Familie, die kurz nach dem Tod des zweijährigen Sohnes nach Manhattan übersiedelt, rührte selbst hartgesottenste Kino-Profis zu Tränen. Sheridan schrieb das Drehbuch mit seinen beiden Töchtern und fand in dem völlig unbekannten Paddy Considine und Geheimtipp Samantha Morton, bekannt als Orakel von Tom Cruise in "Minority Report", zwei außergewöhnlich gefühlsstarke Hauptdarsteller.

Großansicht "Die Rückkehr des Königs": Doch Eowyn wartet vergeblich... (Foto: Warner)

"Die Rückkehr des Königs": Doch Eowyn wartet vergeblich... (Foto: Warner)

Der Weg des Schwerts

Cruise selbst errang mit seinem Schwert-Epos "Last Samurai" (in Deutschland ab 8. Januar im Kino) die Gunst der Kritiker. Zwar zeigt Regisseur Edward Zwick viel des erwarteten Schlachtenpathos, doch der Film blickt auch erstaunlich tief in die japanische Kultur in einer Zeit des Umbruchs, schlägt überraschend deutliche Kritik am Werteimperialismus der USA an und erlaubt sich nachgerade philosophische Betrachtungen in den stillen Momenten vor der Kulisse japanischer Tempel. Passend dazu: Knisternde Erotik, wenn Tom Cruise von einer mandeläugigen Schönheit nicht aus-, sondern angezogen wird - eine Szene mit Klassikerpotenzial.

Großansicht "In America": Daddy riskiert das gesamte Familienvermögen für ein Plüschtier (Foto: Fox)

"In America": Daddy riskiert das gesamte Familienvermögen für ein Plüschtier (Foto: Fox)

Makellos

Bei uns erst ab 18. Dezember zu sehen, aber in den USA bereits Kritikerliebling ist "Der menschliche Makel" mit Sir Anthony Hopkins und Nicole Kidman.

Erstaunlich nicht nur, wie ästhetisch Sex zwischen einem 66-Jährigen und einer 35-Jährigen sein kann, sondern wie weit eine einfach gute Story auch heute noch trägt. Oscar-Preisträger Robert Benton ("Kramer gegen Kramer") inszeniert konventionell aber gerade deswegen perfekt im Dienste des hochintelligenten Romans von Philip Roth.

Großansicht Mehr als bloße Kampfkunst: "Last Samurai" (Foto: Warner)

Mehr als bloße Kampfkunst: "Last Samurai" (Foto: Warner)

Bleib nicht zum Frühstück!

Hauptdarsteller Hopkins spielt in "Der menschliche Makel" den ehemaligen Uni-Dekan Coleman Silk, der zeitlebens seine afroamerikanischen Wurzeln verleugnet: faszinierend in seiner Virtuosität des sich selbst und andere Belügens, verletzlich in seiner Schwäche und ungemein sympathisch in seiner Liebe zur gestrandeten Faunia Farley, seiner letzten Liebe. Die wird gewohnt facettenreich von Nicole Kidman - und hier passt der Ausdruck - verkörpert. Ihr zynischer Ausspruch "Männer bezahlen Frauen nicht für den Sex, sondern dafür, dass sie danach wieder gehen", dürfte den Weg ins Archiv der großen Filmzitate finden.

Großansicht Liebe und Trost für zwei gestrandete Seelen: "Der menschliche Makel" (Foto: Concorde)

Liebe und Trost für zwei gestrandete Seelen: "Der menschliche Makel" (Foto: Concorde)

Abräumer

Frauenpower der anderen Art gibt es in den USA ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag zu sehen. In "Monster" spielt Charlize Theron die Rolle der siebenfachen Mörderin Aileen Wuornos, die Ende 2002 in Florida hingerichtet wurde. 15 Kilo nahm Theron für die Rolle der wehrhaften Prostituierten zu, stieg mit Christina Ricci im Evasgewand in die Kissen und erspielte sich mit einer gewaltigen Method-Performance Vorschusslorbeeren ohne Ende: Sie gilt als DIE Favoritin für den Oscar für die beste weilbliche Hauptrolle. Wermutstropfen aus deutscher Sicht: Hierzulande hat sich noch kein Filmverleiher an das heiße Eisen gewagt.

Großansicht Gewaltiger Auftritt: Charlize Theron und Christina Ricci in "Monster" (Foto: Newmarket Films)

Gewaltiger Auftritt: Charlize Theron und Christina Ricci in "Monster" (Foto: Newmarket Films)

Comic-Collage

So ergeht es auch dem schrägen Filmexperiment "American Splendor", das in einem irren Mix aus Drama, Animation und Doku die Lebensgeschichte des Comic-Autors Harvey Pekar erzählt. Der klassische Nerd und Anti-Held - Pekar ist Aktenschubser in einem Krankenhaus - erweist sich als findiger Kommentator der amerikanischen Gesellschaft. Die realen Menschen aus seinem Leben wechseln mit Schauspielern ab, ein Besuch bei David Letterman und animierte Szenen aus Pekars Comics fügen sich zu einem Cocktail zusammen, der ebenso abgefahren ist wie die Werke des Künstlers.

Großansicht Harvey Pekar lebt in seiner Comic-Welt: "American Splendor" (Foto: Warner)

Harvey Pekar lebt in seiner Comic-Welt: "American Splendor" (Foto: Warner)

Gemeinsam einsam

Vom Geheimtipp in Venedig zum absoluten Lieblingsfilm der US-Kritiker hat sich schließlich Sofia Coppolas "Lost in Translation" (8.1.) gemausert, ihr zweiter Film nach "The Virgin Suicides". Wunderbar, wie Bill Murray als alternder Schauspieler den Abgesang auf sein eigenes Rollenklischee des Clowns aus "Ghostbusters" oder "Und täglich grüßt das Murmeltier" auf die Leinwand zaubert - und sich nebenbei als feinfühliger Melodramatiker neu erfindet. An seiner Seite die bezaubernde Scarlett Johansson, zusammen in der Ödnis einer japanischen Hotelbar ein unmögliches Traumpaar voller unausgesprochener Romantik. "Zum Weinen schön", konstatierten deutsche Journalisten einstimmig, "der beste Film des Jahres" stellte kürzlich eine Gruppe von Filmkritikern aus San Francisco fest und Kollegen aus Boston prophezeiten gar Oscars für Regisseurin, Hauptdarsteller und Hauptdarstellerin.

Großansicht Poetik der stillen Liebe: "Lost in Translation" (Foto: Constantin)

Poetik der stillen Liebe: "Lost in Translation" (Foto: Constantin)

Trend-Barometer

Mit der Liste dieser zehn Filme hat das AFI ihrem Katalog der "Must sees" ein weiteres Kapitel hinzugefügt. "Wir versuchen mit dieser Ehrung über die Jahre eine Art Almanach zu erstellen", erklärte Firstenberg abschließend. "So kann später jeder Filmfreund sehen, was beispielsweise im Jahr 2003 als herausragendes Kino angesehen wurde."

Bleibt nur zu hoffen, dass auch wirklich alle Highlights den Weg in die deutschen Kinos finden.

Star

Paul Giamatti

Mit verkorkst verrunzelten Charakteren wie Hausmeistern, Alkoholikern, dicklichen Intellektuellen, Vertretern, Weinkennern, Trainern,...

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