Präzise Verfilmung des kontroversen Romans von Bret Easton Ellis über einen New Yorker Yuppie, der seine Lebensleere mit Serienmord kompensiert. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf35/b0035999/b150x150.jpg American Psycho

Filmdetails

American Psycho

Präzise Verfilmung des kontroversen Romans von Bret Easton Ellis über einen New Yorker Yuppie, der seine Lebensleere mit Serienmord kompensiert.


American Psycho
Start: 07.09.2000

Thriller / Satire

USA 2000
Laufzeit: 102 Min.

Christian Bale
Willem Dafoe
Jared Leto

Regie: Mary Harron
Verleih: Concorde

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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lau

Inhalt

Patrick Bateman ist ein erfolgreicher New Yorker Yuppie, der sich am Luxus der auslaufenden achtziger Jahre ergötzt. Nur eines unterscheidet ihn von all den anderen Young Urban Professionals: Seine zunehmende Lebensleere kompensiert er mit sadistischen Morden, bevorzugt an hübschen Frauen. Immer schwerer fällt Patrick die Unterscheidung zwischen Sein und Schein, und ein Polizist tritt auch auf den Plan.


Kritik

American Psycho

Es ist also möglich: Die jahrelangen Sorgen, Bret Easton Ellis' Roman "American Psycho" widersetze sich einer kongenialen Verfilmung, sind zerstreut. Im Gegenteil: Mary Harrons höhnisch satirisches Kondensat aus Ellis' minuziöser Abrechnung mit dem Yuppie-Syndrom der 80er und den detailverliebten Serienkilleralpträumen ist besser als die Vorlage, weil Harron und ihre Drehbuchautorin Guinevere Turner mit kalter Brillanz die Essenz des Romans herausfiltern, durch weitgehenden Verzicht auf die Splatter-Räusche des Buches den Ekeleffekt raus- und den Schwarzhumoreffekt reinzwingen und damit Zuschauer gewinnen könnten, die von der Lämmer-Spirale des Horrors erschöpft sind.

Harron siedelt den wahren Schrecken im Kopf des Monsters aus Manhattan an. Patrick Bateman, der tagsüber als Investment Broker zu den "Masters of the Universe" gehört und nachts Penner, Nutten und Geschäftsfreunde im Blutrausch meuchelt, wird von einem außerordentlichen präzisen und nuancenreichen Christian Bale in einer Weise gespielt, die Tom Cruises zupackende Körperlichkeit, Daniel Day Lewis' harte Selbstkontrolle und Richard Geres "American Gigolo"-Eleganz in eine neue Dimension überführt. Dieser Werwolf der Wallstreet ist gefährlicher als Anthony Hopkins' Hannibal Lecter, weil er keine Psychologie benötigt, und wahnsinniger als Kevin Spaceys "Sieben"-Mordkünstler, weil seine Arrangements nicht als Gesamtkunstwerk wirken sollen, sondern spontane Säuberungsaktionen eines Psychos sind, der Willkür als das Wesen der Welt begriffen hat.

Undenkbar, dass Leonardo DiCaprio, der die Rolle zuerst spielen sollte, diese Dimension erarbeitet hätte. Der seinen Körper als parfümierte Kampfmaschine trainierende Bale/Batman liegt auf einer Linie mit Peter Lorres "M"-Kindermörder, dem flotten Malcom McDowell aus Stanley Kubricks "Uhrwerk Orange" und dem sardonischen Road-Movie-Killer Robert Foster aus "American Perfect". Bale hat sich mit seiner glasklaren Performance in die erste Reihe jener Mimen katapultiert, die Abgründe transparent machen können.

Bales Stil der kontrolliert kalten Körperausbrüche passt hervorragend zu Harrons Satire-Ansatz. Sie präsentiert ihre Massanzug-Yuppies als Karriere-Brut, die mit Markennamen um sich wirft, den Lebensinhalt in der Reservierung in In-Restaurants wie dem "Dorsia" sieht, mit minimalen Floskeln in einer Welt der Kommunikationslosigkeit lebt und an der Identität der Kollegen nicht die Bohne interessiert sind. Wichtiger ist die Visitenkarte. Harrons Diagnose geht zwar inhaltlich nicht wesentlich über das Buch hinaus, aber ihre Visualisierung der Reagan-Kinder schafft es, Ellis' durchaus auch weitschweifige Schilderungen in wenigen Bildern zu präzisieren. Der Zynismus geht im Schlussteil in surreale Visionen über, die eindeutig machen, dass all das Killerwerk im Kopf Batemans existiert, der sonst ein Nichts ist.

Wesentlich gelungener als in der Vorlage sind die herrlich humorigen Passagen, in denen Bateman über Musik doziert, bevor er mordet. Nach diesem Film wird Huey Lewis' "Hip to be Square", Phil Collins' "Sussudio" und Whitney Houstons "The Greatest Love of All" nie wieder naiv hören können. Eine große amerikanische Satire im Geist von Ambrose Bierce und Jonathan Swift scharf wie Batemans Axt, glatt wie seine Peeling Cremes und mörderisch konsequent. ger.

American Psycho

Darsteller:  Christian Bale   als Patrick Bateman
  Willem Dafoe   als Donald Kimball
  Jared Leto   als Paul Allen
  Reese Witherspoon   als Evelyn Williams
  Samantha Mathis   als Courtney Rawlinson
  Chloë Sevigny   als Jean
  Justin Theroux   als Timothy Bryce
  Josh Lucas   als Craig McDermont
  Guinevere Turner   als Elizabeth
  Matt Ross   als Luis Carruthers
  Bill Sage   als David Van Patten
  Cara Seymour   als Christie
 
Regie:  Mary Harron  
Drehbuch:  Mary Harron  
  Guinevere Turner  
Produzent:  Edward R. Pressman  
  Chris Hanley  
  Christian Halsey-Solomon  
  Judith Drake  
Koproduzent:  Ernie Barbarash  
  Clifford Streit  
  Joseph Drake  
Ausf. Produzent:  Michael Paseornek  
  Jeff Sackman  
  Joseph Drake  
Buchvorlage:  Bret Easton Ellis  
Kamera:  Andrzej Sekula  
Schnitt:  Andrew Marcus  
Musik:  John Cale  
Produktionsdesign:  Gideon Ponte  
  Andrew Stearn  
Kostüme:  Isis Mussenden  
Ton:  Henry Embry  

Christian Bale als Broadway-Psycho?

Unschuldige Menschen werden bestialisch abgeschlachtet und nebenbei läuft ein Medley der besten 80er Jahre Hits.

Großansicht Christian Bale machte als "American Psycho" eine gute Figur (Foto: Concorde)

Christian Bale machte als "American Psycho" eine gute Figur (Foto: Concorde)

Was Christian Bale in der Verfilmung von Bret Easton Ellis' Roman "American Psycho" in Perfektion zelebrierte, soll jetzt am New Yorker Broadway jeden Abend live aufgeführt werden. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Musicals auf heile Welt machten. Spätestens seit "Sweeney Todd" hat auch die dunkle und blutspritzende Variante auf der Bühne Einzug gehalten.

Voraussichtlich 2010 soll die Musical-Version von "American Psycho" uraufgeführt werden. Der Autor selbst wird bei der Produktion beratend mitwirken. Um die Rechte an den Hits von Genesis und Co, welche die Hauptfigur Patrick Bateman so enorm bei seinem mörderischen Schaffen inspirieren, wird noch verhandelt. Sie sollen nämlich die Basis für die Musikeinlagen werden.

Mach's nochmal

Vielleicht lässt sich Christian Bale sogar noch einmal als schlachtfreudiger Yuppie gewinnen. Musical-Erfahrung hat er bereits als Jugendlicher gesammelt, und die Rolle stand ihm so unglaublich gut zu Gesicht.

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