Kevin Spacey
Annette Bening
Thora Birch
Regie: Sam Mendes
Verleih: Paramount
Dem ausgebrannten Normalbürger Lester Burnham (Kevin Spacey) knallt eine Sicherung durch, als er die lolitahafte Freundin seiner missmutigen Tochter Jane (Thora Birch) kennen lernt. Sexuell frustriert setzt er sich eine Affäre mit dem Teenie-Traum in den Kopf. Er kündigt seinen Routinejob und beginnt sich wieder rebellisch wie ein Jugendlicher zu benehmen. Er freundet sich mit dem skurrilen Nachbarsjungen an, was Lester seinem fatalen Verhängnis einen Schritt näher bringt.
Theaterregisseur Sam Mendes demontiert den amerikanischen Traum von suburbaner mittelständischer Normalität provokativ pessimistisch und gleichzeitig ätzend amüsant. Er verwendet dabei keine Klischees, sondern benutzt diese als Fundament für facettenreiche Charakterzeichnungen, um sie gewitzt und unerwartet zu verdrehen. Eine hervorragende Besetzung macht die einfallsreich-originelle Tragikomödie zum hinreißenden Hochgenuss.
Höchst originelle Tragikomödie, in der der amerikanischen Traum von mittelständischer Normalität virtuos demontiert wird.
Gattin Carolyn (Annette Bening) geht fremd und Tochter Jane (Thora Birch) übt sich in Unnahbarkeit. So besteht der einzige Höhepunkt des Tages für Familienvater Lester (Kevin Spacey) darin, allmorgendlich unter der Dusche zu onanieren. Da verguckt sich der Mittvierziger in Janes Freundin Angela (Mena Suvari) und beschließt, sein Leben umzukrempeln.
Der Job wird gekündigt, der Van gegen einen Sportwagen eingetauscht, mit Hanteln gegen den Bierbauch vorgegangen. Und damit sich auch im Gehirn ein entspanntes Gefühl einstellt, lässt sich Lester vom skurrilen Nachbarsjungen mit Marihuana versorgen.
Mit seiner rabenschwarzen Tragikomödie avancierte Regie-Debütant Sam Mendes zum strahlenden Sieger der Oscar-Verleihung 2000. Fünf Trophäen, darunter die für die beste Regie, den besten Film und den besten Hauptdarsteller, gingen an diese schonungslose Abrechnung mit dem amerikanischen Traum.
Obwohl Pessimismus statt des üblichen US-Optimismus und Frust statt Freude dieses blendend beobachtete Meisterwerk bestimmen, zeigte sich das Kino-Publikum begeistert und machte "American Beauty" zu seinem Liebling.
| Darsteller: | Kevin Spacey | als Lester Burnham | |
|---|---|---|---|
| Annette Bening | als Carolyn Burnham | ||
| Thora Birch | als Jane Burnham | ||
| Wes Bentley | als Ricky Fitts | ||
| Mena Suvari | als Angela Hayes | ||
| Peter Gallagher | als Buddy Kane | ||
| Allison Janney | als Barbara Fitts | ||
| Scott Bakula | als Jim Olmeyer | ||
| Sam Robards | als Jim Berkely | ||
| Chris Cooper | als Colonel Fitts | ||
| Regie: | Sam Mendes | ||
| Drehbuch: | Alan Ball | ||
| Produzent: | Bruce Cohen | ||
| Dan Jinks | |||
| Koproduzent: | Stan Wlodkowski | ||
| Alan Ball | |||
| Kamera: | Conrad Hall | ||
| Schnitt: | Tariq Anwar | ||
| Christopher Greenbury | |||
| Musik: | Thomas Newman | ||
| Produktionsdesign: | Naomi Shohan | ||
| David Lazan | |||
| Kostüme: | Julie Weiss | ||
| Ton: | Richard Robert van Dyke | ||
| Scott Martin Gershin | |||
Eigentlich hatten alle mit einem engen Rennen um die begehrteste Goldstatuette der Welt gerechnet. Doch ein kleiner Italiener hat es einem kugeligen Neuseeländer gleichgetan - und statt Mittelerde den Himmel erobert.
Schon jetzt stolz wie Oscar: Die nominierten Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett aus "Aviator" (Foto: Buena Vista)
Peter Jacksons "Der Herr der Ringe 3" hatte letztes Jahr die Academy Awards dominiert: Elf Nominierungen, elf Oscars. Diese Chance hat nun auch Martin Scorseses "Aviator". Das Biopic um den legendären Luftfahrt-Pionier Howard Hughes hat ebenfalls Kurs auf elf Goldjungs gesetzt, nachdem es schon bei den Golden Globes der große Sieger war.
Scorsese hofft nach insgesamt sieben Nominierungen ohne Preis einmal mehr auf Oscars für den besten Film und die beste Regie. Leonardo DiCaprio, selbst als bester Hauptdarsteller nominiert, sagte zu Scorseses Pechsträhne: "Es ist ein schlechter Witz, dass dieser Mann noch nie gewonnen hat! Es wird höchste Zeit!"
DiCaprios eigene Chancen sind dagegen eher gering. Denn die besten Karten hat Jamie Foxx für seine grandiose Performance als Soul-Legende "Ray" Charles. Pop-Ikone Prince meinte gar: "Ich bin ja mit Ray auf der Bühne gestanden und ich kann nach diesem Film nur sagen: Jamie hat ihn nicht gespielt, er WAR Ray!"
Von daher dürften auch Johnny Depp als Peter-Pan-Autor in "Wenn Träume fliegen lernen", Don Cheadle als mutiger Manager des "Hotel Rwanda" und Clint Eastwood als alternder Box-Trainer in "Million Dollar Baby" nur Außenseiterchancen haben.
Ganz anders Eastwoods Hauptdarstellerin Hilary Swank. Sie gilt nach ihrem Triumph bei den Golden Globes auch als Favoritin für den Oscar als beste Schauspielerin. Pikanterweise kommt es dabei zur Neuauflage des Duells mit Annette Bening, die für ihre hinreißende Diva aus "Being Julia" nominiert ist.
1999 war Swank überraschend für ihre Hosenrolle in "Boys Don't Cry" geehrt worden, obwohl Bening für "American Beauty" als große Favoritin galt.
Große Freude auch bei Regisseur Oliver Hirschbiegel, denn der deutsche Hit "Der Untergang" ist als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Dem Drama um die letzten Tage des Nazi-Regimes werden allerdings kaum Siegchancen eingeräumt. Als Favorit gilt Alejandro Amenábars Drama "Das Meer in mir" mit Javier Bardem als Querschnittsgelähmtem, der 30 Jahre um das Recht auf seinen eigenen Tod kämpft.
Es wird also schwer für Hirschbiegel, das Erbe von Caroline Link anzutreten, die 2003 nach 24 Jahren Flaute erstmals wieder den Preis nach Deutschland holte.
Fast eine Sensation ist die Nominierung für "Die Geschichte vom weinenden Kamel" in der Kategorie beste Dokumentation. Der Abschlussfilm dreier Studenten der Münchener Filmhochschule entstand unter finanziell wie technisch schwierigsten Bedingungen, zeigt aber einige der schönsten Szenen des vergangenen Kinojahres.
Favorit ist aber auch hier ein anderer Beitrag: Morgan Spurlocks schockierende Fress-Doku "Super Size Me" sorgte sogar dafür, dass der weltweit größte Buletten-Gigant seine Riesenmenüs von der Speisekarte nahm.
"Wenn Träume fliegen lernen" erzählt die Geschichte des "Peter-Pan"-Autors (Foto: Buena Vista)
Nach "Aviator" ist "Wenn Träume fliegen lernen" mit sieben Kategorien der am häufigsten nominierte Film. Darunter sind auch die wichtigen Kategorien bester Film, beste Regie (Marc Forster) und bestes (adaptiertes) Drehbuch. "Ray" hat sechs Chancen auf die begehrten Goldstatuetten, während die feinsinnige Komödie "Sideways" um Wein, Weib und Selbstfindung mit fünf Nominierungen eher enttäuschte.
Die jeweils vier Nominierungen für den Kinderspaß "Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse" und die Pixelhelden "Die Unglaublichen - The Incredibles" waren dagegen eine Überraschung. Der Animations-Oscar für die Superfamilie gilt dabei schon als sicher.
Wer im alljährlichen Zahlenspiel um die Goldjungs dann wirklich über Hauptgewinne jubeln darf, stellt sich in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar heraus, wenn um 2:00 morgens deutscher Zeit die Oscar-Show beginnt.
Martin Scorsese wird dann sicher mit Schrecken ans Jahr 2003 zurückdenken. Auch damals schritt er mit zehn Nominierungen für sein Gründer-Drama "Gangs of New York" als großer Favorit zu seinem Platz im Kodak Theatre - und schlich am Ende des Abends trotzdem mit leeren Händen aus dem Saal.
Er ist einer der großen Charakterdarsteller des US-Kinos, der seine Vielseitigkeit durch hintergründig subversive Komik unterstreicht. Er hat...
Unruhig, neurotisch, frustriert und am Rande des Nervenzusammenbruchs, dabei kühl sondierend und als abgefeimte Intrigantin auf der Höhe...
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